Gemünden

19-Jähriger vor Gericht: Nacktbilder von Mädchen verschickt

Verurteilung nach Jugendstrafrecht. Junger Mann war geständig.
Das Amtsgericht in Gemünden.
Foto: Michael Mahr | Das Amtsgericht in Gemünden.

Was als "etwas Lustiges" gedacht war, hätte durchaus sehr böse enden können. Darauf wiesen Richter Volker Büchs und der Staatsanwalt einen 19-jährigen Schüler aus dem Raum Marktheidenfeld hin. Der einsichtige junge Mann hatte über WhatsApp jugendpornografische Bilder verschickt. Dafür muss er nun 48 Sozialstunden ableisten.

Insgesamt vier Mal hatte der Oberschüler zwischen August und Oktober 2020 Nacktbilder von zwei Mädchen über verschiedene WhatsApp-Gruppen mit unterschiedlichen Mitgliederstärken verbreitet. Einmal waren es über 100 Empfänger, ein anderes Mal nur 19. Sein erstes Opfer war eine 15-jährige Schulfreundin seiner Schwester, von der er ein Foto im Halbprofil zeigt, auf dem das Gesicht sowie eine Brust zu sehen war.

Gleich mehrfach über das Netz verschickte er das Foto einer 13-Jährigen, das neben einer Brust auch noch Teile ihrer Scheide erkennen ließ. Die Bilder hatte er auch zugeschickt bekommen. Als er von Freunden den Namen des Mädchens erfuhr, habe er seine Bilder sofort gelöscht, sagte er vor Gericht aus. Zudem hatte er "von Freunden, die wegen ähnlicher Bilder schon bestraft worden sind gehört, dass so etwas sehr teuer werden kann".

Das Smartphone ist er los

Vor dem Jugendgericht am Amtsgericht Gemünden versuchte er nicht, sich rauszureden. "Ich gebe zu, dass ich das gemacht habe", betonte er gleich zu Beginn der Verhandlung. Und weiter: "Ich bin auch bereit die Konsequenzen zu tragen". Eine davon war bereits der Einzug eines Smartphones samt SIM-Karte. Beide wurden von der Polizei und Staatsanwaltschaft beschlagnahmt; der junge Mann wird sie nicht mehr wiedersehen.

In der Frage, ob der 19-Jährige nach Jugendstrafrecht oder wie ein Erwachsener zu bestrafen ist, waren sich Richter Büchs, der Staatsanwalt sowie die Jugendgerichtshilfe einig, dass bei dem Angeklagten doch noch die Reife eines Erwachsenen fehlt. "Als Erwachsenem hätte ihnen hier sogar eine Freiheitsstrafe gedroht", machte der Vertreter der Staatsanwaltschaft deutlich, dass es sich bei dem Handeln des Schülers um "eine erhebliche Straftat" gehandelt hat.

Zweimal war der Angeklagte in früheren Jahren mit der Justiz aneinander geraten, wie aus dem Bundeszentralregister zu entnehmen war. Dennoch kam er mit den vom Staatsanwalt beantragten und von Richter Volker Büchs verhängten 48 Stunden Sozialarbeit noch einmal glimpflich davon. Da er kein Einkommen hat, bleiben ihm die Kosten des Verfahrens erspart. Das Urteil ist bereits rechtskräftig.

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