Obersinn

Aiwanger: SuedLink hilft nur Konzernen

Hubert Aiwanger und Günther Felbinger in Obersinn.
Foto: B. Kohlhepp | Hubert Aiwanger und Günther Felbinger in Obersinn.

Wenn man es nicht besser wüsste, hätte man am Donnerstagabend in Obersinn meinen können, es sei Wahlkampf. Hubert Aiwanger, Bundesvorsitzender der Freien Wähler (FW), schimpfte heftig auf Landes- und Bundesregierung. Thema war die geplante Stromtrasse SuedLink, nach Aiwangers Worten eine „Monstertrasse“, die womöglich auch den Sinngrund treffen könnte. „Den Herrschaften geht's darum, uns im Rahmen der Energiewende diese Trasse reinzuwürgen“, befand der Politiker aus Niederbayern vor rund 70 Zuhörern im Obersinner Feuerwehrgerätehaus, darunter Bürgermeister und Gemeinderäte aus umliegenden Orten.

Mit so einem Ansturm hatte Bürgermeisterin Lioba Zieres nicht gerechnet. Eigentlich hätte die kurzfristig geplante Veranstaltung im Schulungsraum der Feuerwehr stattfinden sollen, doch als alle Stühle besetzt waren und immer mehr Besucher hineindrängten, wurden kurzerhand die Feuerwehrfahrzeuge aus der Gerätehalle gefahren und das Ganze dorthin verlagert. Zwischen den Spinden der Feuerwehrleute sprachen Aiwanger und der Landtagsabgeordnete der Freien Wähler, Günther Felbinger, vor allem zu SuedLink, am Ende ging es auch noch kurz um das weitere Schreckgespenst im Sinngrund, die Mottgers-Spange.

Seit 15 Jahren kämpfe sie gegen die Mottgers-Spange, sagte Lioba Zieres (FW) einführend. „Und jetzt kommt vermutlich dieser Hammer mit der SuedLink-Trasse.“ Sie wisse nicht, ob es die Trasse brauche oder nicht, aber es könne doch nicht sein, findet Zieres, „dass alles, was die anderen nicht wollen, zu uns in den Sinngrund kommt“.

Ob es die Trasse braucht, darauf hatte Aiwanger eine klare Antwort: Nein, sie sei überhaupt nicht nötig und für die Energiewende sogar kontraproduktiv. Sie diene vor allem dazu, Kohlestrom, produziert unter anderem mit Kohle aus Kolumbien, und den Strom von „Riesenwindparks im Norden“ in den Süden zu transportieren und so die Einnahmen der Energiekonzerne zu sichern. „Die Politik hat hinter den Kulissen einen Kuhhandel mit den Konzernen ausgemacht“, glaubt Aiwanger. Die Trasse sei sogar ein Sicherheitsrisiko, weil Terroristen durch einen Anschlag auf sie die Versorgung des Südens kappen könnten.

Die Energieversorgung in Bayern sei nicht gefährdet, so Aiwanger. Österreich will Bayern unterstützen, Energie könnte auch über die „Thüringer Brücke“ kommen. Die erneuerbaren Energien – „Sonne schickt uns der liebe Gott umsonst“ – müssten ausgebaut und die entstehende Lücke durch das Abschalten der Atomkraftwerke könnte durch bessere Nutzung der Gaskraftwerke gefüllt werden. Dass man sich so durch Putin erpressbar mache, glaubt er nicht, da man Gas mit Tankschiffen aus aller Welt beziehen könne. Das Speicherproblem will er durch Elektrolyse-Kraftwerke in Norddeutschland lösen.

Aiwanger rief zum Widerstand gegen SuedLink auf: „Wenn die Politiker merken, dass sie Stimmen verlieren, dann ist SuedLink schnell vergessen. Die verkaufen auch ihre Schwiegermutter, wenn sie gewählt werden.“

Felbinger rief ebenfalls zum Widerstand auf: „Ich fordere Sie auf, diesen Druck aufrechtzuerhalten.“ Ansprechpartner sei aber nicht Tennet, sondern Berlin. Tennet werde nur mit dem Bau beauftrag. Er gab dem gebürtigen Rienecker Oliver Plume, Bad Kissinger Kreisvorsitzender der Linken, recht, der als Anwesender forderte, dass alle Bürgerinitiativen zusammenarbeiten müssten, um die Trasse zu verhindern.

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