Marktheidenfeld

Alltagshelden: Aussicht auf Impfstoff macht dem Polizeichef Mut

Wie ist es den Helden des Alltags ergangen, die wir zu Beginn der Pandemie besuchten? Der Marktheidenfelder Polizist Stefan Schwind macht seitdem vor allem eines: erklären.
Für Stefan Schwind, Leiter der Polizeidienststelle Marktheidenfeld, hat der erste Lockdown gezeigt, wie wichtig ein starkes persönliches Umfeld ist.
Foto: Lucia Lenzen | Für Stefan Schwind, Leiter der Polizeidienststelle Marktheidenfeld, hat der erste Lockdown gezeigt, wie wichtig ein starkes persönliches Umfeld ist.

Er sei eher ein Optimist als ein Pessimist, sagt Stefan Schwind über sich selbst. Dieser Optimismus war für den Dienststellenleiter der Polizei Marktheidenfeld in den vergangen Monaten enorm wichtig. "Gleich zu Beginn der Pandemie wurde ein Kollege positiv getestet", erinnert sich Schwind. Mehrere Polizisten mussten daraufhin in Quarantäne. "Wir hatten allerdings unsere Hausaufgaben gemacht und konnten die Ausfälle kompensieren. Unsere Einsatzfähigkeit hat darunter nicht gelitten", versichert er. 

Im April hatte Schwind berichtet, dass sich zu Beginn des ersten Lockdowns viele Bürger bei der Polizei meldeten, um zum Beispiel auf falsches Verhalten ihrer Nachbarn hinzuweisen. "Über den Sommer gab es aber keine Mitteilungen in der dieser Art mehr", sagt er heute. 

Als Polizist muss Schwind damals wie heute vor allem viel erklären. "Gott sei Dank waren es nur einzelne Fälle, in denen Kollegen Widerstand gegen die Coronamaßnahmen erfahren haben. Ein erklärendes Gespräch hat bei den meisten Menschen zur Einsicht geführt." Die Maskenpflicht und andere Anordnungen seien von einem großen Teil der Bevölkerung akzeptiert worden.

Fairness in Debatten geht verloren

Wie steht Schwind zum "Lockdown light"? "Der Polizei steht es grundsätzlich nicht zu, diese Entscheidungen zu kommentieren", lautet die Antwort des Dienststellenleiters. Fakt sei jedoch, dass auf Grund steigenden Infektionszahlen Maßnahmen ergriffen werden mussten.

Die gesellschaftlichen Debatten, die rund um die Eindämmungsmaßnahmen geführt werden, sieht Schwind kritisch. Sein Eindruck: "Fairness und gegenseitiger Respekt bleiben in Teilen auf der Strecke." Dass diskutiert wird, bewertet er jedoch positiv: "Das macht eine Demokratie aus."

Er persönlich und sein Umfeld seien bisher ganz gut durch die Krise gekommen, zieht Schwind Bilanz. Was ihm fehle seien zum Beispiel Veranstaltungen, bei denen man Bekannte treffen und den Alltag hinter sich lassen könne. "Gerade während des ersten Lockdowns hat man gesehen, dass ein intaktes persönliches Umfeld, in dem man sich gegenseitig unterstützt, von großem Vorteil ist." Bis ein Impfstoff die Pandemie eindämmen kann, müsse jetzt eben weiter jeder seinen persönlichen Beitrag dazu leisten, die Krise zu bewältigen.

Zu Beginn der Pandemie im Frühjahr stellten wir Menschen vor, die während der Ausgangsbeschränkungen das öffentliche Leben aufrecht erhielten. Ein halbes Jahr später haben wir die Helden des Alltags erneut getroffen und gefragt: Wie ist es ihnen seitdem in der Corona-Krise ergangen?

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