Esselbach

Anlage zur Entwässerung von Klärschlamm

Nicht begeistert waren die Verbandsräte des Abwasserverbands Esselbachgrund (AVE) in ihrer Sitzung am Donnerstag hinsichtlich der Einleitung von vorgeklärtem industriellem Abwasser aus dem Gewerbegebiet Bärnroth in die gemeinsame Kläranlage der Gemeinden Esselbach und Bischbrunn. Die Firma Waldaschaff Automotive GmbH möchte laut Antrag vom Januar eine maximale Abwassermenge von 24 Kubikmetern pro Tag einleiten. Das Landratsamt Main-Spessart hatte daraufhin das Wasserwirtschaftsamt und den AVE um Stellungnahme gebeten. Nach über zwei Stunden ausführlicher Diskussion entschied das Gremium einstimmig, dass man gegenüber dem Landratsamt große Bedenken dazu äußern wird.

Der Verband beantragt die Begrenzung der CSB-Tagesfracht , also des Parameters, der die Belastung des Abwassers mit organischen Stoffen definiert, auf zehn Kilogramm pro Tag. Zudem fordert man das Recht, jederzeit unangekündigt Proben entnehmen zu dürfen. Weiter müsse die Qualität der Reinigungsleistung der firmeneigenen Kläranlage dauerhaft gewährleistet werden. Zudem verwiesen die Räte in ihrer Stellungnahme auf den Bebauungsplan, laut dem ursprünglich nur häusliche Abwässer eingeleitet werden sollten. Im Falle notwendiger Investitionen in die Kläranlage müsse der Einleiter daher an den Kosten beteiligt werden.

Ende letzten Jahres hatte es Probeeinleitungen in die Kläranlage gegeben. Auf dieser Basis hatte das Ingenieurbüro des AVE, Hydro-Ingenieure aus Darmstadt, den Antrag geprüft und aus fachlicher Sicht freigegeben, da die Anforderungen zur Einleitung in eine kommunale Kläranlage eingehalten würden.

Entwässerter Klärschlamm könnte verbrannt wedren

Hinsichtlich der weiteren Vorgehensweise bei der Klärschlammentsorgung beauftragte das Gremium den Vorsitzenden Wilhelm Väth mit der Einholung von Angeboten für eine Klärschlammentwässerungsanlage. Zuvor hatte Projektleiterin Barbara Retamal Pucheu von Hydro-Ingenieure dargelegt, dass die Kosten für die Entsorgung entwässerten Klärschlamms langfristig niedriger seien als die landwirtschaftliche Ausbringung nicht getrockneten Klärschlamms.  Zudem informierte sie, dass der entwässerte Schlamm sowohl verbrannt werden könne als auch eine landwirtschaftliche Ausbringung weiterhin möglich sei.

Bisher wurde der noch nicht entwässerte Klärschlamm von einem Landwirt auf Felder um Bischbrunn und Esselbach ausgebracht. Dafür fielen jährlich Kosten von etwa 40 000 Euro an. Andre Oestel von der AVE-Geschäftsstelle hatte ein günstigeres Angebot eines anderen Entsorgers aufgetan. Einstimmig beschlossen die Verbandsräte die Firma Klärschlammverwertung Wedel aus dem mittelfränkischen Ansbach zu einem Preis von 33 Euro netto pro Kubikmeter mit der Entsorgung des Klärschlamms im Jahr 2021 beauftragen. Man geht von rund 1000 Kubikmetern im Jahr aus.

Die derzeitige Genehmigung der Einleitung des geklärten Abwassers der AVE-Kläranlage in den Wachenbach ist bis 31. Dezember 2021 befristet. Ein Antrag auf Verlängerung wurde bereits gestellt. Die erforderliche Messung der Zulaufparameter über den geforderten Zeitraum von acht Wochen ist nunmehr abgeschlossen. Für die Berechnung des Mischungsverhältnisses muss nun noch der so genannte Mittlere Niedrigwasserabfluss des Wachenbachs festgestellt werden.  Der Vorsitzende hat daher das Wasserwirtschaftsamt mit der Ermittlung dieses Werts beauftragt.

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