Arnstein

B26n durch Main-Spessart: Bald folgt der nächste Schritt

Der erste Bauabschnitt geht im Sommer ins Planfeststellungsverfahren. Die Pläne werden detaillierter bei Lärm und Schadstoffen, Flächenbedarf und Auswirkungen auf die Natur.
Andreas Hecke, Bereichsleiter Straßenbau, und Patricia Daniel, Projektleiterin der B26n, vor dem Staatlichen Bauamt in Würzburg.
Foto: Markus Rill | Andreas Hecke, Bereichsleiter Straßenbau, und Patricia Daniel, Projektleiterin der B26n, vor dem Staatlichen Bauamt in Würzburg.

Das Großprojekt B26n ist trotz Corona im Jahr 2020 ein gutes Stück weitergekommen. "Wir gehen in ordentlichen Schritten voran", sagt Andreas Hecke, der neue Bereichsleiter Straßenbau im Staatlichen Bauamt Würzburg. Für Bauabschnitt 1 bei Arnstein soll im Sommer das Planfeststellungsverfahren beantragt werden, aber eine Prognose, wann das Großprojekt tatsächlich in Bau geht oder auch nur über die nächsten Schritte bei den Bauabschnitten 2 und 3, verkneift sich Hecke. "Das wäre unseriös, weil es sich tatsächlich nicht sagen lässt."

Im Planfeststellungsverfahren nämlich werden die von der Maßnahme privat Betroffenen sowie die Träger öffentlicher Belange gehört. Natürlich sind die Stadt Arnstein, die Naturschutzbehörde, das Wasserwirtschaftsamt und andere maßgebliche Stellen in die bisherige Planung eingebunden, aber es lässt sich nicht ausschließen, dass Einwände vorgebracht werden, die eine Überarbeitung der Pläne notwendig machen. Oder gar Klagen. Und das könnte zu umfangreichen Verzögerungen führen.

Die Planungen werden fünfmal so detailliert

Deshalb denken Hecke und Projektleiterin Patricia Daniel beim Zeitplan Schritt für Schritt. "Wir stecken mitten in der Ausarbeitung der Planfeststellungsunterlagen für Bauabschnitt 1, im Grunde bereits im redaktionellen Endspurt", so Daniel. Hecke erklärt: "Bei Abschnitt 2 sind wir noch in der Phase des Vorentwurfs im Maßstab 1:5000, darin geht's hauptsächlich um die technische Planung und die Kosten. Die Planfeststellung im Maßstab 1:1000 ist wesentlich detaillierter. Es geht darin um die Auswirkungen auf die Öffentlichkeit, beispielsweise durch Lärm oder Schadstoffe, es geht um den konkreten Flächenbedarf, Auswirkungen auf Natur und Umwelt und die genaue Regelung der Entwässerung. Die Untersuchungen dazu sollen allgemein verständlich erläutert werden."

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Zehn Aktenordner stark sind die Unterlagen für Abschnitt 1, die sich trotz des Ziels der allgemeinen Verständlichkeit nur bedingt zur Freizeitlektüre eignen. Drei Anschlüsse an die Stadt Arnstein sind vorgesehen, im Osten über die Staatsstraße 2277, zentral über die Staatsstraße 2294 und im Westen über die MSP6. Außerdem sind drei große Brückenbauten nötig.

Wenn jetzt schon von Arbeiten für die B26n bei Arnstein die Rede sei, dann korrigiert Hecke: "Es handelt sich dabei um Vorarbeiten, die die Grundlage für unsere Planung bilden, beispielsweise Vermessungen oder Baugrunduntersuchungen." Der eigentliche Straßenbau könne erst beginnen, wenn das Planfeststellungsverfahren abgeschlossen ist.

Herausforderungen in Bauabschnitt 2

In vielerlei Hinsicht schwieriger wird Bauabschnitt 2, der Karlstadt betrifft. „Deshalb sind wir in engem Kontakt mit der Stadt“, sagt Daniel. Hecke strebt in naher Zukunft einen Antrittsbesuch bei Bürgermeister Michael Hombach an. Dabei wird es unter anderem um die genaue Straßenführung bei Heßlar und um Lärmschutz an der Karolingerbrücke gehen.

Aber auch die Frage der Entwässerung der Straße ist zu beantworten. „Das Straßenwasser muss durch ein Wasserschutzgebiet abfließen. Besonders sensibel ist der Etzwiesengraben bei Binsfeld“, so Hecke. „Da suchen wir nach einer optimalen Lösung.“ Sensibel ist auch der Umgang mit bedrohten Arten. Die Bechsteinfledermaus und der Mittelspecht sind in Waldgebieten östlich des Werntals ansässig. „Dazu werden dieses Jahr weitere Erhebungen nötig“, sagt Patricia Daniel. Auf Grundlage dieser Erhebungen werde dann das weitere Vorgehen entschieden.

Immerhin: Die Pandemie hat bisher keine Verzögerungen in Sachen B26n verursacht. „Mit Gutachtern und Planungsbüros kommunizieren wir jetzt eben telefonisch, per Email oder Videocall“, so Daniel. Das sei im jetzigen Stadium gut möglich. Auf den Baustellen hätten die beauftragten Firmen für den Arbeitsschutz zu sorgen. „Ich habe den Eindruck, dass das gut läuft“, sagt Hecke.

Zurückgegangen seien nur die Besuche von Vertretern des Straßenbauamts in Stadträten oder Bauausschüssen. „Da gab es seit März 2020 nur zwei; im Dreivierteljahr davor dagegen acht“, führt Daniel aus. „Doch etwas grundlegend Neues gab’s in der Zwischenzeit auch nicht zu berichten.“ Wenn es mit Bauabschnitt 2 vorangeht, werde es wieder Infobesuche und Gespräche geben. „Es ist für uns sehr wichtig, die Wünsche von Kommunen und Betroffenen zu kennen“, betont Andreas Hecke. „Wir können sie nicht immer zu 100 Prozent erfüllen, aber wir können gemeinsam nach Lösungen suchen.“

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