Gemünden

Belastungsprüfung: ICE-Brücke ist robust und intakt

Test bestanden: Mit einer langsam fahrenden Lok wurde die ICE-Brücke auf Belastung getestet. Das Ergebnis: Die Verformungen sind im Millimeterbereich. 
In welchem Zustand ist die ICE-Brücke? Ingenieure führten mit einer Lok Belastungstests durch. Fotografiert wurde dies von Drohnen aus der Luft.
Foto: Florian Madeya | In welchem Zustand ist die ICE-Brücke? Ingenieure führten mit einer Lok Belastungstests durch. Fotografiert wurde dies von Drohnen aus der Luft.

An der ICE-Brücke zwischen Gemünden und Langenprozelten führten die Arbeiten des Forschungsvorhabens AISTEC in dieser Woche zu einem positiven Ergebnis. Mehrere Messfahrten mit einem Belastungszug dienten der Erfassung von Verformungen der Brücke unter kontrollierten Bedingungen, insbesondere bei langsamer Überfahrt und an bestimmten Positionen.

Bereits am Tunnelportal wurde die Position des Zuges eingemessen und Tachymeter sowie Laserscanner erfassten einzelne Punkte des Bauwerkes. Diese Messung erforderte ein Muster von Stopps und Anfahrten der dafür ausgewählte Lok an bestimmten Stellen, damit die Bewegungen der Brücke möglichst groß sind, deshalb erstreckten sich die Fahrten in Abstimmung mit dem Fahrplan der Bahn über zwei Tage.

Norman Hallermann, Projektleiter Modellierung, Simulation und Konstruktion an der Bauhaus-Universität Weimar, zieht ein erstes Fazit: Es ist ein sehr robustes und voll intaktes Bauwerk. Die größte Verformung liegt bei drei bis vier Millimetern, wenn die Lok in der Mitte der Brücke über dem Main steht.

Insgesamt kamen mehrere Messsystemen gleichzeitig zum Einsatz: Laserscanner, Tachymeter, Drohnen, hochpräzise Schlauchwaagen, Neigungssensoren, Beschleunigungssensoren und Dehnungsmessstreifen, mit denen zwölf Ingenieure, Techniker und Piloten von der Bauhaus-Universität Weimar und der Bundesanstalt für Materialforschung- und Prüfung aus Berlin arbeiteten.

Auswertung in den nächsten Wochen

Die Auswertung der Daten erfolgt in den nächsten Wochen, sagt Hallermann, wobei sehr große Datensätze von verschiedenen Messwerten miteinander fusioniert werden müssen. Die Aussage zum Tragverhalten der Brücke im jetzigen Bauwerkszustand wird dann mit ähnlichen Messungen verglichen, die direkt nach dem Bau und Fertigstellung der Brücke erhoben wurden.

Das Projektende des Forschungsvorhabens AISTEC kündigt der Ingenieur für Dezember 2021 an und spricht von einer Fortführung des Vorhabens zur Umsetzung der entwickelten wissenschaftlichen Methoden und Verfahren für die Anwendung in der Praxis als wichtigem Beitrag zur Einführung digitaler Bauwerkserhaltung. Generell sind Brücken dauerhaft hohen Beanspruchungen ausgesetzt. Das Ziel ist, Alterungsschäden frühzeitig zu erkennen, indem die Bauwerke einfach, kostengünstig und häufiger überwacht werden mit einer unkomplizierten, durch Software unterstützten Gebäudeprüfung. Dies wird nach Auswertung der seit September 2019 erhoben Messdaten erreicht sein.

Ausführliche Information zu diesem Projekt, das mit 3,3 Millionen Forschungsgeld finanziert wird, bietet die Bauhaus-Universität unter www.uni-weimar.de/aistec.

Den Belastungsversuch mit einer ausgewählten Lok dokumentierte Florian Madeya als einer von drei Drohnenpiloten von der Bauhaus-Universität Weimar aus der Luft.
Foto: Bauhaus-Universität Weimar | Den Belastungsversuch mit einer ausgewählten Lok dokumentierte Florian Madeya als einer von drei Drohnenpiloten von der Bauhaus-Universität Weimar aus der Luft.
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