Marktheidenfeld

Drei Fragen an Monika Oetzel von der vhs Marktheidenfeld

Drei Fragen an Monika Oetzel, Geschäftsführerin der Volkshochschule Marktheidenfeld:

Frage: Frau Oetzel, wenn Sie auf ein Vierteljahrhundert Arbeit bei der Volkshochschule Marktheidenfeld zurückblicken, wo bemerken Sie die größten Veränderungen in der Erwachsenenbildung seit den 1990er Jahren?

Monika Oetzel: Vor 25 Jahren fand der Aufbruch in die Computerwelt statt. Die Volkshochschule war für viele Menschen die erste Adresse zur beruflichen Weiterbildung. Auch viele Firmen ließen Ihre Mitarbeiter bei der vhs für die neuen Aufgaben schulen. Sprachkurse für den Urlaub in fernen Ländern explodierten. Die Nachfrage nach Kursen in der Gesundheitsbildung stieg kontinuierlich. Viele kulturelle Veranstaltungen wurden von der vhs ins Programm aufgenommen. Passende Dozenten für vielfältige Angebote zu finden, war in den 1990er Jahr nicht so schwierig wie heute. Was bis heute bleibt, ist die Aufgabe, sich dem ständigen Wandel der Gesellschaft anzupassen und das Programm danach auszurichten. Im Zuge der Professionalisierung hat die vhs Marktheidenfeld 2007 das Qualitätssystem nach EFQM eingeführt. Die Flüchtlingskrise war eine der großen Herausforderungen. Mittlerweile sind wir ein vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge nach dem Zuwanderungsgesetz zur Durchführung von Integrationskursen zugelassener Träger sowie Zentrum für Telc-Deutschprüfungen. Neben der reinen Wissensvermittlung ist eine unserer wichtigen Aufgaben mittlerweile auch, Angebote für soziale Kontakte zu schaffen. Durch den Besuch von Kursen und Vorträgen entstehen Freundschaften und Gemeinschaften.

Corona hat unser Leben grundlegend verändert. Wie hat sich die Pandemie auf den Alltag in der Volkshochschule ausgewirkt und was wird aus ihrer Sicht davon dauerhaft bleiben?

Oetzel: Seit Corona fehlt uns, wie so vielen anderen auch, jegliche Planungssicherheit. Im März letzten Jahres wurden viele Veranstaltungen auf Herbst verschoben oder abgebrochen und dann im Sommer zu Ende geführt. Auch online fanden einige Kurse statt. Optimistisch und zuversichtlich wurden die für das Herbstsemester geplanten Angebote gebucht. Nun dürfen seit 1. November keine Bewegungskurse und seit 1. Dezember gar keine Kurse mehr in Präsenz stattfinden. Von unserem geplanten Programm findet mittlerweile ein großer Teil online statt. Die Resonanz unserer Kundschaft darauf ist viel größer als noch im Frühjahr 2021. Viele sind dankbar, dass überhaupt etwas angeboten wird, auch wenn sich die allermeisten Teilnehmer wieder auf persönliche Begegnungen freuen. Dauerhaft wird sicherlich das Angebot an Onlineveranstaltungen und die Kooperationen für Onlinekurse weiter ausgebaut. Durch eine überregionale Vernetzung besteht die Möglichkeit, auch exklusive Angebote ins Programm aufzunehmen und somit den Kreis der Interessenten zu erweitern.

Ein Blick in die Zukunft – welche Aufgaben stehen in den nächsten Jahren vor der Marktheidenfelder Volkshochschule?

Oetzel: Die Qualität der Bildungseinrichtung vhs Marktheidenfeld zu halten, ist für die Zukunft eine beständige Aufgabe und eine besondere Verpflichtung. Wir sind eine der wenigen vereinsgeführten Volkshochschulen in Bayern und Deutschland. Wie bei vielen Vereinen, so gibt es auch bei uns eine Überalterung der Vereinsmitglieder. Die Überlegung einer Umstrukturierung der Geschäftsform wird sicherlich für die Zukunft auf der Tagesordnung stehen.

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