Zellingen

Edeka-Markt soll größer werden

Für einen Getränkemarkt sowie mehr Platz im Backshop und Windfang möchte die Familie Trabold den Edeka-Markt in Zellingen um rund 300 Quadratmeter vergrößern. Der Gemeinderat stimmte zu.
Foto: Jürgen Kamm | Für einen Getränkemarkt sowie mehr Platz im Backshop und Windfang möchte die Familie Trabold den Edeka-Markt in Zellingen um rund 300 Quadratmeter vergrößern. Der Gemeinderat stimmte zu.

Um rund 300 Quadratmeter Verkaufsfläche vergrößern möchte sich der Edeka-Verbrauchermarkt in der Würzburger Straße 100 in Zellingen. Dafür gab der Zellinger Gemeinderat grünes Licht. Die landesplanerische Beurteilung durch die Regierung von Unterfranken steht noch aus. Dagegen lehnte es der Gemeinderat ab, den Bebauungsplan für das Gewerbegebiet zu ändern, um den Bau eines neuen Lebensmittelmarktes mit mehr als 1200 Quadratmetern Geschossfläche zu ermöglichen. Der vorgesehene künftige Markt des "Netto-Markendiscounts" sollte 1500 Quadratmeter Geschossfläche haben.

Konkret möchte die Familie Trabold in ihrem Zellinger Edeka-Markt laut der Verwaltung einen Getränkemarkt integrieren, den Backshop mit Kaffeebereich um rund 50 auf 110 Quadratmeter sowie den Windfang von 30 auf 60 Quadratmeter vergrößern. Insgesamt würde die Verkaufsfläche von derzeit 1650 auf 1950 Quadratmeter wachsen.

Inhabergeführtes Unternehmen

Das sahen die meisten Gemeinderäte positiv, auch weil es sich um ein Inhabergeführtes Unternehmen handelt. Einige führten auch an, der Backshop sei ein gerne genutzter Treffpunkt (so es Corona-Auflagen nicht verbieten).

Anders war das beim Bau eine neuen Lebensmittelmarktes für einen Discounter. Vor einem knappen Jahr, am 19. Mai, hatte der Gemeinderat sogar die Änderung des Flächennutzungsplanes und die Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplanes beschlossen, um den Bau im Bereich hinter dem bestehenden Norma-Markt zu ermöglichen. Dabei war er allerdings davon ausgegangen, dass die Firma Norma ihre Zellinger Filiale aufgeben werde. Das wurde von dem Discounter mit Hauptsitz in Nürnberg kurz nach Erscheinen des Zeitungsartikels allerdings dementiert.

Auf dem damals vorgesehenen Grundstücken möchte der Vorhabensträger wegen unzureichender Bodenverhältnisse allerdings nicht mehr bauen. Statt dessen geht es nun um zwei Grundstücke auf der anderen Seite der Würzburger Straße, die von der Gemeinde verkauft wurden.

Planung im Gewebegebiet

Für die beiden Grundstücke gilt der Bebauungsplan "Am Braunen See". Weil das ein Gewerbegebiet ist, sind dort Lebensmittelmärkte bis 1200 Quadratmeter Gesamtfläche erlaubt. Mehr gilt als großflächiger Lebensmitteleinzelhandel, dafür müsste der Bebauungsplan von Gewerbegebiet in ein Sondergebiet geändert werden sowie wiederum die Regierung zustimmen.

Das wollte der Gemeinderat aber gerade nicht. Die Diskussion ging in die Richtung, dass man nach Aldi, Norma, Penny und Lidl nicht noch einen fünften Discounter am Ort haben möchte. Volker Wingenfeld erinnerte daran, dass er schon 2020 gegen eine Netto-Filiale war. Unter den geänderten Umständen – Norma will seine Filiale nicht schließen -  sei er dagegen, sagte Jürgen Keller. Sonja Rupp befürchtete weitere Anträge auf Vergrößerung, "was sagen wir der Firma Aldi 2022, wenn wir heute zustimmen? Bei Edeka lägen die Dinge anders, weil es im wesentlichen um die Erweiterung durch einen Getränkemarkt gehe.

Es sei vor einem Jahr auch um die Aufwertung des Ortseingangsbildes durch die Bebauung des nicht besonders ansehnlichen Bereichs (mit der Netto-Filiale) gegangen, gab Philipp Kromczynski zu bedenken.

Die Abstimmung

Bürgermeister Stefan Wohlfahrt unterbrach nach einigen Minuten die Diskussion und stellte Nichtöffentlichkeit her – Zuhörer und Berichterstatter mussten den Raum verlassen. Danach wurde öffentlich ohne weitere Diskussion abgestimmt: Einstimmig für die Erweiterung und den Umbau des bestehenden Edeka-Marktes, mit fünf zu 13 Stimmen für die Änderung des Bebauuungsplanes zur Ansiedlung eines weiteren, großflächigen Lebensmittelhandels (also dagegen). Damit könnte Netto nur eine kleinere Filiale bis 1200 Quadratmeter Gesamtfläche bauen.

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