Büchold

Europawahl: Für Christian Staat hat es nicht gereicht

Zwischenzeitlich sah es so aus, als könnte der Unterfranke Christian Staat noch den ersten Nachrücker-Platz auf der CSU-Liste erobern. Warum es am Ende doch nichts wurde.
Für den unterfränkischen CSU-Kandidaten Christian Staat reichte es nicht für einen Sitz im Europaparlament.
Foto: Thomas Obermeier | Für den unterfränkischen CSU-Kandidaten Christian Staat reichte es nicht für einen Sitz im Europaparlament.

Bis tief in die Nacht hatte Christian Staat noch Hoffnung. Am frühen Montagmorgen aber stand für den Europakandidaten fest: Es reicht nicht für den ersten Nachrücker-Platz auf der CSU-Liste. Die Christsozialen können sechs Abgeordnete ins Europaparlament schicken, einen mehr als bisher. Der 35-Jährige aus Büchold (Lkr. Main-Spessart) aber war nur auf Platz acht platziert.

Zwischenzeitlich hatte es so ausgesehen, als könnte die CSU als Folge der starken Wahlbeteiligung sieben Mandate gewinnen. Dann hätte Staat die Chance gehabt, noch nachzurücken, sollte Manfred Weber zum EU-Kommissionspräsidenten gewählt werden. Nun aber steht fest: Erstmals in 40 Jahren Europaparlament-Geschichte ist dort niemand aus Unterfranken vertreten. Die zuletzt einzige regionale Abgeordnete, die SPD-Politikerin Kerstin Westphal aus Schweinfurt, wurde nicht mehr wiedergewählt, mit Platz 23 auf der SPD-Bundesliste hatte sie keine Chance. Sie werde jetzt erst einmal Urlaub machen, so Westphal in einer ersten Reaktion, bevor sie über ihre berufliche und politische Zukunft entscheide. 

Ab Dienstag wieder am Schreibtisch in Brüssel 

Unterdessen bleibt Christian Staat fest mit Europa verbunden. Ab Dienstag sitzt er wieder in Brüssel am Schreibtisch im Büro von Günther Oettinger (CDU), dem deutschen EU-Haushaltskommissar, der noch bis Herbst im Amt ist. Sein Chef, erzählt Staat, habe noch am Wahlabend am Telefon gescherzt, er müsse sich womöglich für die letzten Amtswochen einen neuen Büroleiter suchen. Doch das wird nicht nötig sein: Staat wird (vorerst) kein Berufspolitiker, er bleibt Beamter der EU-Kommission.

Den Wahlkampf in seiner Heimat habe ihm großen Spaß gemacht, sagt der 35-Jährige. Der starke Zuwachs bei der Wahlbeteiligung zeige, dass es gelungen sei, für Europa zu mobilisieren. "Darauf müssen wir aufbauen." Dabei gelte es für die CSU Antworten auf die Fragen zu finden, die gerade junge Menschen bewegen. Dass seine Partei nicht Verluste wie SPD und CDU erlitten habe, sei, da macht Staat sich keine Illusionen, "vor allem dem Weber-Effekt" zu verdanken. Der Bücholder selbst geht nach dem Wahlkampf erst einmal ein nicht-politisches Projekt an: "Im Oktober ist Hochzeit, ab sofort laufen die Vorbereitungen."      

Europaabgeordnete aus Unterfranken seit 1979
Ursula Schleicher (CSU)/ Aschaffenburg: 1979-2004
Bruno Friedrich (SPD)/ Würzburg: 1979-1987
Lore Neugebauer (SPD)/ Mellrichstadt: 1987-1989
Anja Weisgerber (CSU)/ Schwebheim: 2004-2013
Kerstin Westphal (SPD)/ Schweinfurt: 2009-2019
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