Neuendorf

Hornissen: Friedliche Brummer im Vogelhaus

Hornissen wirken bedrohlich, doch der Mensch kann sich seinen Garten eigentlich gut mit ihnen teilen. Warum sie so gern in Vogelhäusern nisten, erklärt ein Experte vom BUND.
Hornissennester wie in diesem Vogelhaus im Garten von Familie Kübert in Neuendorf sind mittlerweile keine Seltenheit.
Foto: Martina Imhof | Hornissennester wie in diesem Vogelhaus im Garten von Familie Kübert in Neuendorf sind mittlerweile keine Seltenheit.

Für die Natur ist die Hornisse ein Segen. Menschen hingegen fürchten sie oft – besonders dann, wenn sich ein Hornissennest auf dem Grundstück befindet. Der Hornissenbestand hat im Laufe der Jahre stetig zugenommen, wie es auch bei den Wespen der Fall ist. Die Wespe profitiert von den Trockenjahren, da ihre Nester witterungsbedingt weniger gefährdet sind. Die Hornisse profitiert dagegen von ihrem nach dem Naturschutz erlangten Status der geschützten Art: Das Naturschutzgesetz verbietet eigenmächtiges Handeln im Fall eines Hornissennestes im privaten Umfeld.

Doch wer mit den Tieren richtig umgeht, kann problemlos mit ihnen leben. „Hornissen wirken bedrohlich, weil sie groß sind und im pfeilschnellen Flug auf Beutefang sind. Doch ihre Nahrung ist die lebende Beute an Blüten und an Büschen und somit das Ziel ihrer Aktivität, nicht das gegrillte Fleisch oder der süße Kuchen", sagt Klaus Mandery vom Bund Naturschutz. Er appelliert zu Toleranz: „Wenn man Hornissen in Ruhe lässt, werden sie sich nicht um einen kümmern. Sie zu vertreiben oder nach ihnen zu schlagen, ist nicht angebracht.“

Ruhe bewahren ist das erste Gebot im Umgang mit Hornissen

Hornissen nisten in Hohlräumen. Da natürliche Baumhöhlen selten geworden sind, suchen sie sich oft Ersatzhöhlen im menschlichen Siedlungsbereich. Solche gern aufgesuchten Nistplätze sind Vogelnistkästen, Holzverschalungen an Terrassen und Balkonen, aber auch Rollladenkästen und Nischen in Dachböden. Von morschem Holz, dem Grundstoff für den Hornissenbau, beißen die Tiere mit ihren Kieferzangen Splitter um Splitter ab und vermischen das fein zerkaute Holz mit ihrem Speichel, der als Klebstoff dient. Diese weiche Masse trocknet sehr schnell zu einer papierartigen Schicht, aus der ein bis zu 60 Zentimeter großes Nest gebaut wird.

Da natürliche Baumhöhlen selten geworden sind, suchen sie sich oft Ersatzhöhlen im menschlichen Siedlungsbereich.
Foto: Martina Imhof | Da natürliche Baumhöhlen selten geworden sind, suchen sie sich oft Ersatzhöhlen im menschlichen Siedlungsbereich.

In der Zeit zwischen Mitte August und Mitte September erreicht das Hornissenvolk seinen Entwicklungshöhepunkt; es kann dann 400 bis 700 Tiere zählen. Doch wie sollte man sich verhalten, wenn man in unmittelbarer Nähe eines Hornissennestes lebt? „Ruhe bewahren ist das erste Gebot. Eine Hornisse wird den Menschen nicht gefährlich“, erklärt Mandery. Im Gegensatz zu Wespen, die in ungünstigen Situationen auch unprovoziert stechen können, sind Hornissenstiche eher selten. Lediglich eine unvorsichtige Annäherung an das Nest könne als Bedrohung für das Volk empfunden werden. Hornissen sind nützliche Tiere und tragen dazu bei, Massenvermehrungen von Schädlingen zu verhindern. Sie üben somit eine wichtige Rolle im Ökosystem aus. Zu ihren Beutetieren gehören auch Insekten, die für Menschen unangenehm oder lästig sind, wie Bremsen und Wespen: „Da die Hornisse durch ihren großen Appetit ein absoluter Schädlingsvernichter ist, hat sie unseren Schutz verdient“, so Mandery.

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