Zellingen

Gemeinde für alle Bürger attraktiv und lebenswert gestalten

Um die Welt und natürlich um den Markt Zellingen ging es in der Jahresschlusssitzung des Gemeinderates. Als amtierender Bürgermeister trug Werner Küffner die Gedanken von Bürgermeister Wieland Gsell vor, der aus gesundheitlichen Gründen verhindert war.

Anfangs schilderte Gsell die Entwicklung Bayerns vom Agrarland in den 50er Jahren mit Pferde- und Kuhgespannen über den rasanten Aufschwung und Wandel der 60er und 70er Jahre bis ins neue Jahrtausend. Doch welche Perspektiven hat Zellingen als eine von 2000 kreisangehörigen Kommunen in Bayern? Die interkommunale Zusammenarbeit werde immer wichtiger – lokale Aktionsgruppen und integrierte ländliche Entwicklung seien erst der Anfang. Um die Abwanderung einzudämmen, müsse man auch das Heimatbewusstsein der Jugend ausbilden. Die Sicherung von Arbeitsplätzen gehe über Gewerbegebiete hinaus, dazu gehöre schon die vertiefte Berufsorientierung in der Schule. Bei der Siedlungsentwicklung gelte es, die Balance zwischen Innenentwicklung und neuen Baugebieten zu finden. Für junge Paare sei auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf wichtig, auch da sei die Kommune gefragt.

Ein Lob sprach der Bürgermeister allen für das Gemeinwohl aktiven Bürgern aus, bestes Beispiel dafür seien die ehrenamtlichen Gremien, die die Ortsjubiläen von Retzbach und Duttenbrunn vorbereiten. Generell dankte Gsell allen, sie sich im letzten Jahr aktiv an der Entwicklung der Gemeinde beteiligten.

Anstelle des verhinderten Fraktionsvorsitzeden Philipp Kromczynski sprach Barbara Gehrig für die Fraktion von CSU und Bürgervereinigung Duttenbrunn. Als Organistin verglich sie die Gemeinderatsarbeit mit der Einstudierung neuer Musikstücke. Die Auswahl sei immer groß – Brückensanierung, Feuerwehrhaus Zellingen. Vieles sei schon begonnen, brauche aber seine Zeit. Manche Werke würden scheinbar nie fertig, etwa die Billingshäuser Straße. Andere fielen durchs Raster. Was ist mit den Urnengräbern in Retzbach, der Bepflanzung der Kreisel? Wie geht man an die Stücke heran? Einfach spielen oder erst grundsätzlich überlegen – soll die Verwaltung neue Baugebiete schnell umsetzen oder stellt man erst Folgekostenrechnungen an und steigt ins Flächenmanagement ein?

Ganz große musikalische Meisterwerke seien auch bei vollem Einsatz wohl gar nicht zu einem endgültigen Abschluss bringen, da denke sie an die Benediktusfelsen. Sie appellierte sie an alle Räte, das gemeinsame Ziel, eine Marktgemeinde für alle zu gestalten, nicht aus den Augen zu verlieren.

Für die Grünen stelle Wolfgang Rupp die Ortsjubiläen an den Anfang. Sie stünden auch dafür, dass sich alle Ortsteile zu einer modernen, lebenswerten Gemeinde entwickelten. Sie attraktiv und lebenswert für die Bürger zu gestalten, sei eine Aufgabe des Gemeinderats. Zellingen habe 2014 im Zeichen der Sanierung der alten Mainbrücke und der Sanierung der Benediktusfelsen gestanden. Auch die Kommunalwahl sei spannend gewesen: Die Wähler bestätigten Wieland Gsell als Bürgermeister und stellen ihm einen stark verjüngten Gemeinderat zur Seite. 2015 stünden weitreichende Entscheidungen an: die letzte Phase der Felssanierung, der Friedrich-Günther-Halle sowie der Umgang mit Flüchtlingen und Asylbewerbern.

Für die Freien Bürger entschied sich Andrea Heßdörfer für die Reimform. In einem fast 40-zeiligen Gedicht hob sie auch das Engagement des Bürgermeisters und die Diskussionskultur hervor: „Die Diskussionen waren meist fair, davon wünschen wir uns noch mehr.“ Viel sei auf dem Weg: „Der Breitbandausbau geht voran, zwei Jubiläen stehen an. Die Brücke ist bald wieder offen, vom Felssturz waren wir betroffen.“

Tief betroffen von Bürgerkriegen und bewaffneten Konflikten im Jahr 2014 begann Jürgen Keller für die SPD seine Rede. An den geopolitischen Krisenherden komme auch der Zellinger Gemeinderat nicht vorbei: Kinder, Familien Jugendliche fliehen und kommen auch nach Zellingen. Passend zum vor einem Jahr von Philipp Kromczynski aufgeworfenen Bild des Winzers habe der neue Gemeinderat 2014 eine reiche Ernte eingefahren: Von guten 67 Prozent Wahlbeteiligung bei der Kommunalwahl über weniger Straftaten und Verkehrsunfälle bis zu den Gemeindefinanzen. Bei der Sperrung der Brücken mit Fährbetrieb im Frühjahr seien die Menschen sogar näher zusammen gerückt. Gesundheitsgarten, Platz der Generationen aber auch das Freibad samt Jubiläum seien ein Segen für die Kommune. Er forderte alle Räte auf, anstehende große Aufgaben in ähnlich konstruktiver Weise wie die Vorgänger anzugehen. Nach der Jahresschlusssitzung ging es zum gemeinsamen Essen ins Gasthaus Lamm.

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