Gemünden

Gartenstraße: Streit um Busanbindung des Gemündener Neubaugebiets

Wie das Neubaugebiet "Mühlwiesen II" an den ÖPNV angeschlossen werden soll, sorgte erneut für eine hitzige Debatte im Stadtrat. Das waren die Argumente dafür und dagegen.
Ob Busse zukünftig über die Gartenstraße in das Neubaugebiet fahren sollen, sorgte für einigen Diskussionsstoff im Stadtrat. (Symbolbild)
Foto: Patty Varasano | Ob Busse zukünftig über die Gartenstraße in das Neubaugebiet fahren sollen, sorgte für einigen Diskussionsstoff im Stadtrat. (Symbolbild)

Der nächste Schritt für die Umsetzung des Neubaugebiets "Mühlwiesen II" in Gemünden ist getan. In seiner Sitzung am Montagabend hat der Stadtrat den Entwurf für den Bebauungsplan gebilligt. Nun ist auch klar, wie das über vier Hektar große Wohngebiet künftig an den Busverkehr angeschlossen werden soll. "Die Zufahrt der Busse soll über die Gartenstraße erfolgen, die Ausfahrt entsprechend über die Schönauer Straße", heißt es in den Planungsunterlagen.

Die Verbindung zur Gartenstraße dürfen allerdings nur Busse, die Müllabfuhr, die Polizei, die Feuerwehr und Notärzte nutzen. Die Stadt will Sicherheitsvorrichtungen wie eine ferngesteuerte Schranke oder versenkbare Poller einrichten, um unberechtigtes Durchfahren zu verhindern. Die Straßenbreiten und die Kurvenradien seien geprüft und ausreichend für den Busverkehr dimensioniert.

Könnte man Wendeplatz in Richtung der Staatsstraße verschieben?

Wie schon im Oktober löste insbesondere die ÖPNV-Anbindung des zukünftigen Wohngebiets eine hitzige Debatte unter den Stadträten aus. In deren Mittelpunkt stand die mögliche Belastung der Anwohner der Gartenstraße durch den Busverkehr. Zu den Gegnern dieser Variante gehörte unter anderem Robert Lampert (CSU). Er plädierte stattdessen für eine Haltestelle mit Wendeplatz im Wohnquartier. Die Busse sollten diese über die Schönauer Straße anfahren. Aus Sicht der Stadtverwaltung handelt es sich dabei aber um keine gute Option, da eine Wendefläche im Neubaugebiet so groß wäre, dass diese mindestens einen Bauplatz in Anspruch nähme – und das würde die Stadt viel Geld kosten.

Würde man einen Wendeplatz – anders als bisher überlegt – weiter in Richtung der Staatsstraße rücken, ginge jedoch keine Baufläche verloren, meinte Lampert. "Das wäre ideal." Diesen Vorschlag kritisierte wiederum Peter Interwies vom Bauamt der Stadt Gemünden. Der Wendeplatz lasse sich nicht verschieben, weil an dieser Stelle erhaltenswerte Bäumen stünden. Wenn man diese entferne, müsse man neue Bäume pflanzen."Das ist ja wohl nicht der große Kostenfaktor", entgegnete Lampert. Für den Wendeplatz im Neubaugebiet sprach sich auch Miroslav Blaic (FW/FB) aus. Die Zufahrt über die Gartenstraße sei "total unpraktisch". 

Haltestelle an Staatsstraße war vom Tisch 

Architektin Sylvia Haines regte hingegen an, sich bewusst zu machen, welche "gestalterische Wirkung" ein Wendeplatz im Quartier hätte. Es handele sich um eine "riesige Fläche", auf der später auch kein Baum stehen könne. Und verschiebe man den Wendeplatz, müsste zudem der geplante Spielplatz "wirklich sehr klein" ausfallen. Eine Befürworterin der Gartenstraßen-Lösung war beispielsweise Monika Poracky (SPD): "Ich werbe dafür, dass der Bus dort durchfährt." Gegen diese Variante seien nur einzelne Personen. Jeder wolle zwar die Mobilitätswende, aber nicht vor der eigenen Haustür, monierte Poracky. Der Sozialdemokratin zufolge ist auch an dieser Stelle genug Platz. Der hintere Teil der Gartenstraße sei nämlich nicht so eng beparkt.

Als weitere Möglichkeit für den Standort einer Bushaltestelle stand im Oktober noch zur Debatte, diese direkt an der Staatsstraße zu platzieren. Einige Stadträte hatten jedoch Bedenken wegen der Gefahr durch den Verkehr für die Schulkinder. Eine Begrenzung der Geschwindigkeit an dieser Stelle habe die zuständige Verkehrsbehörde mittlerweile abgelehnt, berichtete Bürgermeister Jürgen Lippert. Auch deshalb war diese Variante nun vom Tisch.

Wie oft fährt der Bus?

Unklarheit bestand unter den Stadträten am Montag offenbar, wie viele Busse nun tatsächlich täglich über die Gartenstraße in das neue Wohngebiet fahren würden. Mal war die Rede von vier bis sechs Bussen, dann waren kurzzeitig acht Busse im Gespräch. Peter Interwies erklärte, dass nach Überlegungen der Verwaltung nur Busse durch die Gartenstraße fahren sollen, die morgens Kinder und Jugendliche zur Schule bringen und nachmittags wieder abholen. Dass beispielsweise auch der Bus aus Gräfendorf durch das Neubaugebiet fährt, sei aktuell keine Option. 

Nach einiger Diskussion stellte Lippert fest: "Wir müssen keine 100-prozentige Zustimmung zu einer Lösung haben." Letztlich stimmten 20 Stadträte dafür, den Entwurf des Bebauungsplans zu billigen, fünf stimmten dagegen. 

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