Urspringen

Gepäckstücke erinnern an Deportation der Juden

Die Gemeinde Urspringen beteiligt sich am Erinnerungsprojekt „DenkOrt Aumühle“. Dies beschloss der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung. Das Denkmal soll in Würzburg in der Nähe des ehemaligen Güterbahnhofs entstehen, von dem aus in den Jahren 1941 bis 1942 der größte Teil der in Unterfranken lebenden Juden in Zügen deportiert wurde.

Hierzu wurden alle 109 Kommunen, in denen sich zu Beginn der NS-Zeit noch jüdische Gemeinden befanden, angesprochen. Seit 2015 ist eine Vorbereitungsgruppe, der auch der Marktheidenfelder Dr. Leonhard Scherg angehört, mit dem Projekt befasst. Demnach soll der Ort am Aufgang zum ehemaligen Ladehof so gestaltet werden, dass ein „wachsendes Denkmal“ entsteht. Möglichst jede der 109 Kommunen soll ein Gepäckstück in Form eines Koffers, eines Rucksacks oder eines Deckenbündels beitragen.

Das Gepäckstück kann aus Beton, Naturstein, Holz, Keramik, Metall oder Kunststoff gefertigt sein und ist sowohl von der Farbgebung wie auch von den Maßen her festgelegt. Eine identische Gepäck-Skulptur soll in der Heimatgemeinde öffentlich aufgestellt werden. Das Gepäckstück kann von einem örtlichen Künstler oder auch im Rahmen eines Schulprojekts gefertigt werden, die Kosten für die beiden Stücke sind von der Gemeinde zu tragen.

Schnell einigten sich die Ratsmitglieder darauf, sich an diesem Erinnerungsprojekt zu beteiligen. Gemeinderat Egon Sendelbach verwies auf die Bedeutung jüdischer Kultur in Urspringen. „Wir haben hier eine besondere Verantwortung“, betonte Sendelbach, der auch dem Vorstand „Förderkreis Synagoge Urspringen“ angehört. Roman Eyrich schlug vor, die Gepäckstücke von Künstlern aus dem Ort anfertigen zu lassen, und erntete Zustimmung von den Ratskollegen.

Punkt für Punkt notiert:

Einstimmig beschloss der Gemeinderat, den Auftrag für den Ausbau der Schulstraße im Bereich Friedhofszufahrt und Aufgang Aussegnungshalle an die Firma August Ullrich-Bau aus Elfershausen zu vergeben. Die Auftragssumme liegt bei 88 473,70 Euro.

Ebenfalls einstimmig beschloss das Gremium die Firma August Ullrich-Bau mit dem Ausbau des Wirtschaftsweges vom Spiegelrain bis zur Billingshäuser Straße unter Berücksichtigung des Nebenangebots für 114 485,73 Euro zu beauftragen.

Die Ratsmitglieder sprachen sich einstimmig für die Aufhebung der Ausschreibung eines Rahmenvertrags zur Reparatur von Kanalhausanschlüssen aus. Alle Bieter hatten Teilleistungen mit deutlich überhöhten Einheitspreisen angeboten, wodurch eine wirtschaftliche Durchführung der Baumaßnahme nicht möglich ist. Das tiefbautechnische Büro BRS wird nun beauftragt, eine erneute Ausschreibung mit geänderten Bedingungen durchzuführen.

Der Gemeinderat beschloss den Umbau der Straßenbeleuchtungsanlage in den Bereichen Hell-, Sonnen-, Jahn und Sudetenstraße. Hier sollen vom Bayernwerk acht irreparable Brennstellen und weitere sieben zur besseren Ausleuchtung ausgetauscht werden. Fünf werden in diesem Bereich neu aufgestellt. Im Bereich Jahnstraße soll der Neubau von drei Brennstellen erfolgen. Auch im Bereich Eichen-, Birken- und Hellstraße sowie im Lärchenweg sollen neun Brennstellen zur besseren Ausleuchtung errichtet werden. Die Summe der einzelnen Aufträge beläuft sich auf rund 75 000,00 Euro.

Ohne Gegenstimme beschloss das Gremium die Änderung der Satzung für die Kindertageseinrichtung der Gemeinde Urspringen zum 01.09.2018. Wie in allen VG-Gemeinden, fand sich auch in der Satzung des Urspringer Kindergartens der Passus, dass Eltern bei der Erkrankung ihres Kindes die Krankheit und die voraussichtliche Fehlzeit angeben müssen. Aus datenschutzrechtlichen Gründen ist dies jedoch nicht erlaubt, sondern lediglich bei meldepflichtigen ansteckenden Krankheiten im Sinne des Seuchenschutzgesetzes.

Dem Antrag des Treff 60plus über einen Zuschuss in Höhe von 500,00 Euro für die Seniorenarbeit stimmte der Gemeinderat zu.

Abschließend informierte Bürgermeister Volker Hemrich, dass auch zwischen Urspringen und Billingshausen rund 50 Paar abgelagerte Schuhe gefunden und inzwischen entsorgt wurden. Eine Anzeige gegen Unbekannt stellte die Gemeinde, weil vor dem Wertstoffhof unberechtigterweise Sperrmüll abgelegt wurde.

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