Gemünden

Gericht: Mit falschem Zwanziger an der Supermarktkasse in Gemünden

Er habe den Schein in der Zufahrt zum Markt gefunden, sagt der Angeklagte zur Polizei. Vor Gericht gab er keine Antworten - die Verhandlung musste abgebrochen wernden.
(Symbolbild Falschgeld)
Foto: Frank Leonhardt/dpa | (Symbolbild Falschgeld)

Mehr als seltsam hat sich ein 49-jähriger Angeklagter in seiner Verhandlung am Amtsgericht Gemünden verhalten. Verantworten sollte er sich wegen des in Umlaufbringens von Falschgeld. Während der Beweisaufnahme wurde jedoch die Verhandlung unterbrochen. Sie soll in vier Wochen mit einem Pflichtverteidiger fortgesetzt werden.

Am 2. Oktober 2020 wollte der Angeklagte in einem Gemündener Einkaufsmarkt seine Waren mit einem falschen 20 Euroschein bezahlen. Sein Pech nur, dass kurz zuvor alle Kassierer mit einer Rundmail vor falschen 20 Euroscheinen, die im Umlauf sein sollen, gewarnt worden waren. Somit verweigerte die aufmerksame Kassiererin die Annahme des Geldscheins und informierte den Marktleiter, der wiederum die Polizei rief.

Falschgeld war auf amtlichem Papier gedruckt

Den Geldschein will der 49-Jährige an der Zufahrt zu dem Markt am Straßenrand gefunden haben, sagte der ermittelnde Polizeibeamte als Zeuge in der Verhandlung aus. Ansonsten sei die Kommunikation mit ihm nicht einfach gewesen. Das bekam auch das Gericht zu spüren. Zunächst nahm der Mann im Zuschauerraum Platz, anstatt auf der Anklagebank. Auf Fragen von Strafrichter Dr. Sven Krischker antwortete er nicht. Bei der Frage nach den Personalien überreichte er lediglich seinen Personalausweis.

Da der Mann sich auch nicht zur Sache äußerte, wurden gleich die Zeugen befragt. Bei der Befragung des Polizeibeamten erhob sich der Angeklagte von seinem Platz und bombardierte den Zeugen mit einer Reihe von Beleidigungen. Unter anderem sagte er: "Sie sind so verlogen" und "Sie sind ein arroganter Polizist".

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft unterbrach Richter Krischker schließlich die Verhandlung. Nach Bestellung eines Pflichtverteidigers soll sie fortgesetzt werden. Gleichsam zitierte der Richter aus dem Gutachten der Deutschen Bundesbank. Dort Stand, dass die Blüte auf amtlichem Papier hergestellt wurde. Bei ihr handelte es sich um eine "verwechselbare Banknote", die sich von einer echten lediglich durch zwei Fehler unterschieden hat.

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