Karlstadt

Glosse: Warum Corona am Hundekot in der Karlstadter Tiefgarage schuld ist

Hinterlassenschaften in der Karlstadter Altstadtgarage, ein verkleideter Nepomuk in Zimmern und ein eingebildeter Unfall bei Lohr: Hinter allem steckt dieselbe Ursache.
In der Altstadtgarage an der Ringstraße in Karlstadt sorgt wieder mal Unrat für Ärger. 
Foto: Uli Sommerkorn | In der Altstadtgarage an der Ringstraße in Karlstadt sorgt wieder mal Unrat für Ärger. 

Die Pandemie hat die Menschen weltweit ermattet. Wie abgekämpft und ermüdet wir alle sind, illustrieren Vorfälle in Karlstadt. Dort gab es diese Woche Beschwerden über unsagbare Zustände in der Tiefgarage in der Ringstraße, und zwar wegen "Verschmutzungen". Gemeint sind aber nicht die Abgase von Geländewagen! (Um hier mal eine sozialkritische Bemerkung einzustreuen...) Nein, Hundekot und Zigarettenkippen sorgen für Unmut bei den Karlstadtern. Jetzt stellt sich die Frage: Wie kommt dieser Unrat dorthin? Dass sich eine Clique aus Bernhardinern, Pudeln und Dackeln in der Garage gelegentlich zum Rauchen, Plaudern und Biertinken verabredet, ist sehr unwahrscheinlich – schließlich gelten immer noch Kontaktbeschränkungen. 

Pandemie ist eine tierische Anstrengung 

Ein andere Theorie scheint da viel naheliegender: Statt Wuffi, Bello und Knurri mit dem Auto (!) zum Gassigehen in den Wald zu fahren, brechen die Haustierbesitzer aus Erschöpfung derzeit bereits in der Tiefgarage zusammen. Monatelang saßen sie schließlich in Videokonferenzen. Dort wunderten sie sich über das fürchterlich unaufgeräumte Wohnzimmer ihres sonst so peniblen Chefs, lauschten den Ehestreitigkeiten des Kollegen, der immer noch nicht wusste, wie er sein Mikrofon stummschaltet, oder erkundigten sich gegenseitig in regelmäßigen Abständen beieinander, ob die anderen sie nach Internetproblemen denn nun wieder hören könnten ("Hallo?"). Ach, und gelegentlich sprachen sie auch über die Arbeit. 

Nur bewegt haben sie sich eben sehr wenig. Und das rächt sich jetzt! Keine Muskeln, keine Kondition: Nach wenigen Schritten mit ihren haarigen Begleitern an der Leine geht ihnen die Puste aus. Und aus lauter Frust über ihre mangelnde Konstitution zünden sie sich in der Tiefgarage erstmal eine Fluppe an und setzen sich, logisch. Wuffi und seine Leidensgenossen haben da keine andere Wahl, auch sie belastet der Lockdown, also in ihrem Fall der Dogdown. Und so verrichten sie eben an Ort und Stelle ihr Geschäft – nur vergessen die Tierhalter eben, dass "Click & Collect" auch in dieser Branche längst Usus ist.

Nepomuk machte keine Angaben 

Wie durcheinander die Menschen gerade sind, zeigt auch ein Beispiel aus Zimmern. Unbekannte Aktionskünstler hatten dort eine Figur des Heiligen Nepomuk als Mediziner mit Spritze und Mundschutz verkleidet. Nur versäumten sie leider eine konkrete Botschaft zu diesem Werk zu hinterlassen... Was wollten sie uns bloß sagen? Kritisierten sie den Ärztemangel im ländlichen Raum? Wollten Sie zu einer Debatte über die schwierige Beziehung von Religion und Naturwissenschaft anregen? Oder war die Kostümierung als eine Hommage an die Faschingszeit zu verstehen? ("Wir machen Party, bis der Arzt kommt.") Nepomuk selbst machte gegenüber der Polizei keine Angaben. Er ist immerhin der Patron des Beichtgeheimnisses... und unterliegt der Schweigepflicht.

Zu Verwirrungen kam es diese Woche auch in Lohr. Die örtliche Feuerwehr rückte zu einem Verkehrsunfall mit einer eingeklemmten Person aus. Glücklicherweise stellte sich aber heraus, dass der Anrufer sich getäuscht hatte und gar nichts passiert war. Klar, im Lockdown kann einem schon mal langweilig werden. Aber spätestens, wenn man sich lebensgefährliche Tragödien imaginiert, wäre es doch mal wieder Zeit für einen Spaziergang – vorausgesetzt die Kondition spielt mit. 

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