Lohr

Glosse: Karlstadt startet mit viel Krach in die besinnliche Zeit

Warum es trotz dem Beginn der adventlichen Zeit in Karscht am Sonntag wohl einigen Lärm gibt –und auf dem Hädefelder Marktplatz der perfekte Weihnachtsbaum steht.
Der perfekte Baum steht auf dem Marktplatz in Marktheidenfeld.
Foto: Joachim Spies | Der perfekte Baum steht auf dem Marktplatz in Marktheidenfeld.

Tatsächlich ist an diesem Wochenende schon der erste Advent. Logisch, dass wir uns auch im Lockdown mit einer Tasse Kaffee, Tee oder Glühwein an den Kranz setzen, den Christstollen anschneiden und die erste der vier Kerzen entzünden. Vielleicht denkt mancher dann wehmütig an jene vergangenen Tage, da im Advent mehr als fünf Personen aus zwei Haushalten um einen Tisch saßen und später am Tag Onkel Rudi rotbäckig beseelt sein "Jetzt trink mer noch a Glaserl Wein" anstimmte. Oder die Oma mahnte: "Wenn ihr heut schon alle Plätzli esst, dann hömmer an Heilich Abend kenne mehr!" Oh, welch glückselige Zeit das war!

Diesmal ist, allem Lichterglanz in den Innenstädten zum Trotz, doch einiges anders im Advent. Hier und da wagen sich zwar einige Kindergartenkinder vorsichtig ans Singen und Bäumchenschmücken, aber auf die Auftritte von Gesangs- und Musikgruppen werden wir wohl verzichten müssen. Die traditionellen Choräle und Posaunenklänge kommen meist vom Band.  Anders in der Landkreismetropole Karlstadt. Hier wollen am frühen Sonntagnachmittag einige Unentwegte handgemacht scheppern bis der Arm schmerzt.

Wenn Pfannen und Töpfe scheppern

Den Klang der Trommeln, Rasseln, Töpfe und Pfannen, Querflöten, Hörner, Klangschalen und Eimer haben die Veranstalter der Demo gegen die Corona-Maßnahmen angekündigt. Ob der Krach das Covid-19-Virus vertreibt? Dann hätte er einen Nutzen. Angesichts der Infektionszahlen und Todesopfer im Landkreis wären freilich statt eines munteren adventlichen Trommelns eher getragene, dumpfe Paukenschläge angesagt, wie wir es von der Lohrer Karfreitagsprozession her kennen.

Hoffentlich wird das Christkind durch den Lärm nicht verschreckt. Was wir uns von ihm wünschen? Diese Frage, die das Stadtmarketing in Karlstadt aufwirft, hat unsereins schon längst dem Christkind via Weihnachtspostamt in Himmelstadt anvertraut. Natürlich wollen alle, dass sich Corona verpisst und alle Kranken schnell gesund werden. Bescheiden sind die zusätzlichen Wünsche des örtlichen Handels, der Gastronomie und der Dienstleister im Landkreis. Sie lassen sich in zwei Worten sagen:  "Kauf lokal!" Das sollte sich einrichten lassen, selbst für die in Quarantäne, denn auch lokale und regionale Händler betreiben Online-Portale. 

Weihnachten ist eindeutig Chefsache

Bleibt zum Schluss noch die Feststellung, dass Weihnachten Chefsache ist. Deshalb steht auf dem Marktheidenfelder Marktplatz auch der perfekte Baum. Es ist der zweite, den die Bauhofmitarbeiter da hingestellt haben. Der erste musste nämlich gleich wieder weg. "Der hat dem Chef nicht gefallen", lautete gerüchteweise die Begründung. Deshalb musste sich Bürgermeister Thomas Stamm fragen lassen, warum er die armen Städtischen denn so plagt. Stamm aber versichert, dass er den ersten Baum nicht mal gesehen habe. Um Klarheit über die Anweisung zu schaffen, hat das Stadtoberhaupt dazu aufgerufen: Der "Chef" soll sich bitte mal beim Chef melden.

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