Gambach

SPD Main-Spessart: Gottschalk und Nembach als Doppelspitze

Jetzt hat auch die SPD Main-Spessart ein Führungsduo. Schneider: Frau Sitter muss jetzt endlich in den Arbeitsmodus übergehen."
Das neue Führungsdoppel der Main-Spessart-SPD besteht aus Sven Gottschalk und Pamela Nembach.
Foto: Günter Roth | Das neue Führungsdoppel der Main-Spessart-SPD besteht aus Sven Gottschalk und Pamela Nembach.

Die SPD des Landkreises Main-Spessart folgt dem gegenwärtigen Trend der Partei und wählte auf ihrem Kreisparteitag in der Gambacher Musikhalle Sven Gottschalk und Pamela Nembach zu Vorsitzenden. Dazu mussten die Teilnehmer erst einmal eine entsprechende Satzung beschließen. Demnach wird die Wahl von zwei gleichberechtigten Vorsitzenden vorgeschrieben, darunter zwingend eine Frau. Ein Mann wird dabei nicht explizit gefordert.

In dem ruhig und harmonisch verlaufenen Parteitag gab es keine Reibungspunkte, kontroverse Diskussionen oder gar Kampfabstimmungen. Neben dem neuen Führungsduo wurden mit Jürgen Keller (Zellingen), Christoph Müller (Triefenstein), Monika Poracky (Gemünden) und Florian Sauer (Frammersbach) vier stellvertretende Vorsitzende gewählt. Schriftführerin ist Eva-Maria Brandstädter (Triefenstein), Kassierin Marianne Kuhn aus Karlstadt. Andreas Schmidt (Kreuzwertheim) und Egbert Woite (Marktheidenfeld) sind wieder Revisoren.

Das neu gewählte Führungsteam der Kreis-SPD präsentiert sich vor der Musikhalle in Gambach.
Foto: Günter Roth | Das neu gewählte Führungsteam der Kreis-SPD präsentiert sich vor der Musikhalle in Gambach.

Außerdem waren Beisitzer zu bestimmen. Es sind dies Ruth Emrich (Lohr), Barbara Huß (Karlstadt), Silvia Klee (Kreuzwertheim), Frederick Arand (Karlstadt), Thomas Damm (Lohr), Frank Duckstein (Lohr), Peter Fleischmann (Frammersbach), Christian Gutermuth (Burgsinn), Peter Müller (Partenstein), Thomas Nischalke (Lohr), Marc Nötscher (Lohr), Alexander Otte (Mittelsinn), Andreas Scheb (Himmelstadt) und Timo Schmelz. Nachträglich nominiert und gewählt wurden Matthias Günther und Daniel Weiglein. Vertreter der Jusos ist Christopher Amthor.

Kämpfen für die Bundestagswahl

In seinem Eingangsstatement betonte der alte und neue Kreisvorsitzende Gottschalk, dass die beiden letzten Jahre eine Herausforderung für die Kreis-SPD gewesen seien. Trotz sehr guter Wahlergebnisse bei den Erststimmen habe er (Gottschalk) den Sprung in den Bayerischen Landtag leider nicht geschafft. Als Enttäuschung wurde der Verlust des Mandats von Kerstin Westphal bei der Europawahl empfunden. Bei den Kommunalwahlen habe die SPD-Kandiatin Nembach hervorragend gekämpft und konnte sich als als eine der Stellvertreterin der Landrätin Sabine Sitter durchsetzen.

Insgesamt habe die Partei im Landkreis eine ausgezeichnete politische Arbeit gemacht, sagte Gottschalk und versprach: "Wir werden gemeinsam weiter kämpfen für die anstehende Bundestagswahl!" Vor allem aber gelte es, junge Menschen für die SPD als Mitmachpartei zu begeistern. Von der angestrebten und schließlich beschlossenen Doppelpitze erhoffte sich der Vorsitzende angesichts des großen Flächenlandkreises eine bessere Präsenz der Parteiführung und die Verteilung der Lasten auf Schultern, "die anpacken wollen".

Werntalbahn soll reaktiviert werden 

Als Stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt Karlstadt begrüßte die Gambacher Ortsvereinsvorsitzende Martha Bolkart-Mühlrath die Versammlung. Der Bundestagsabgeordnete Bernd Rützel dankte für die fleißige und mutige politische Arbeit der Kreis-SPD, besonders angesichts der gegenwärtigen Corona-Situation. Als politische Themen riss er die notwendige Transformation der Wirtschaft an und forderte für die Region eine Renaissance des Nahverkehrs, insbesondere der Wiedereröffnung des Gambacher Bahnhofs und die Öffnung der Werntalbahn für den Personenverkehr. Ein Grußwort sprach auch die Landtagsabgeordnete Martina Fehlner aus Aschaffenburg.

Ein klein wenig Schärfe brachte der Versammlungsleiter Harald Schneider in das Geschehen, als er forderte, die Landrätin Sabine Sitter verstärkt in die politische Pflicht zu nehmen. Die berühmten 100 Tage als Einarbeitungszeit seien längst vorbei und die Landrätin habe bislang außer der Kreation eines Proseccos nichts bewegt. "Frau Sitter muss jetzt endlich in den Arbeitsmodus übergehen", so die Spitze von Schneider. Kritisch äußerte er sich auch über die öffentlichen Statements aus dem Landratsamt über die Stromtrasse P43, die ohne Stellungnahme des Kreistags verbreitet werde. Außerdem müssten die Fraktion und der Kreisvorstand enger zusammenarbeiten.

Bahnsteig würden jeweils 500 000 Euro kosten 

Einstimmig unterstützte der Kreisparteitag eine Entschließung zur Reaktivierung der Werntalbahn für den Personenverkehr, die gerade wegen der Fragen zum Klimaschutz und zur angestrebten Verkehrswende unabdingbar seien. Alle betroffenen Gemeinden hätten sich dieser Forderung schon angeschlossen, es fehle nur noch das Votum des Kreistags.  Knackpunkt ist allerdings hier die fehlende Infrastruktur. Entlang der Strecke zwischen Gemünden und Waigolshausen gibt es keine nutzbaren Bahnsteige, die Neuinstallierung würde jeweils rund 500 000 Euro kosten.

Mit einem Dankeschön verabschiedete der Kreisparteitag die bisherigen Vorstandsmitglieder Martha Bolkart-Mühlrath, Rolf Janiak, Heiko Schiefer und Marian Andreas Schydlowski.

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