Hafenlohr

Hafenlohr: "Demokratische Parteien" rufen zu AfD-Gegendemo auf

Am Freitag lädt die AfD zu einer Wahlversammlung nach Hafenlohr. Die Gemeinde lässt das zu, Bürgermeister Schwab veranstaltet gleichzeitig eine Gegen-Demo. Wie passt das zusammen?
Gegen Extremismus – für Demokratie! CSU, SPD, die Grünen und die Freien Wähler laden am Freitag, 28. Februar, ab 17.30 Uhr nach Hafenlohr zu einer Gegendemo gegen eine AfD-Veranstaltung ein.
Foto: Veranstaltungs-Flyer | Gegen Extremismus – für Demokratie! CSU, SPD, die Grünen und die Freien Wähler laden am Freitag, 28. Februar, ab 17.30 Uhr nach Hafenlohr zu einer Gegendemo gegen eine AfD-Veranstaltung ein.

Am Ende konnte man es nicht verhindern. Die AfD-Wahlversammlung wird am Freitag um 18.30 Uhr im Hafenlohrer Vereins- und Bürgerhaus "Anker" stattfinden. Hauptredner des Abends wird Richard Graupner sein, bayerischer Landtagsabgeordneter und laut eigener Aussage Sympathisant des sogenannten Höcke-Flügels, welcher vom Verfassungsschutz beobachtet wird.

"Als ich davon erfahren habe", erzählt Bürgermeister und CSU-Landtagsabgeordneter Thorsten Schwab, "habe ich sofort alle demokratischen Fraktionen angerufen". Gemeinsam veranstalten die CSU, SPD, die Freien Wähler und die Grünen eine Gegendemonstration. Das Motto wird "Main-Spessart und Hafenlohr sind bunt" sein. Sie wird eine Stunde vor der AfD-Veranstaltung beginnen. Treffpunkt: Um 17.30 Uhr auf dem Georg-Engelhardt-Platz. 

Warum sich eine AfD-Veranstaltung nicht verhindern ließ

Warum lässt die Gemeinde aber eine solche Veranstaltung zu? Die kurze Antwort ist: Weil sie muss. "Das Bürgerhaus ist ein öffentliches Haus. Wir dürfen nicht die einen ablehnen und die anderen aufnehmen", sagt Thorsten Schwab. Man könne zwar generell Partei-Veranstaltungen verbieten. Da  es aber hier permanent solche Veranstaltungen gibt, allein im März drei von SPD, CSU und Freien Wählern, fällt dieser Absagegrund weg. Hätte man der AfD trotzdem abgesagt, bestehe die Gefahr, dass die Partei die Veranstaltung per Eil-Gerichtsbeschluss durchsetzt. Das sei gängige Praxis in der AfD und gebe denen noch mehr Aufmerksamkeit, sagt Schwab.

Es gibt jedoch noch eine längere Antwort: Die AfD hat sich, so legen es die Schilderungen von Thorsten Schwab nahe, die Reservierung erschlichen. Schwab erzählt, wie sich eine Person in der Gemeinde gemeldet und sich nach einem freien Termin im Bürgerhaus erkundigt habe. Kein Wort von einer AfD-Wahlkampfveranstaltung sei gefallen, sagt Schwab. Erst als die Person gefragt wurde, für was man reservieren solle, rückte diese mit dem Grund heraus. Auch dieses Vorgehen ist gängige AfD-Praxis. Vor nicht einmal zwei Wochen hatten sie es ähnlich in Würzburg versucht, da aber bei Gastronomen, die von ihrem Hausrecht Gebrauch machen und die Reservierung stornieren konnten.

Schwab erwartet erhöhte Polizeipräsenz

Thorsten Schwab erwartet etwa 200 bis 300 Demonstranten. Ausdrücklich ruft er auf den Flyern zu einem friedlichen Protest auf. Trotzdem habe die Polizei, laut Schwab, erhöhte Präsenz bei beiden Veranstaltungen angekündigt. Damit man gleichzeitig gegen die AfD und für einen friedlichen Umgang miteinander demonstriert, will Schwab eine besondere Art der Demo: "Wir wollen still demonstrieren." 

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