GEMÜNDEN

Jugendliche Spielfreude beim Neujahrskonzert

Echter Paukenschlag: Nicht nur das Schlagwerk des Kreisjugendorchesters konnte beim Neujahrskonzert in Gemünden überzeugen. Im Hintergrund der junge Dirigent Thomas Joha.
Foto: Fotos (2): Günter Roth | Echter Paukenschlag: Nicht nur das Schlagwerk des Kreisjugendorchesters konnte beim Neujahrskonzert in Gemünden überzeugen. Im Hintergrund der junge Dirigent Thomas Joha.

Jugendliche Freude am Musizieren, frischer Schwung und hohes Niveau zeigten die fast 70 jungen Künstler aus dem Landkreis Main-Spessart beim Neujahrskonzert des Kreisjugendmusikorchesters unter der Leitung von Thomas Joha in der Gemündener Scherenberghalle.

„Herr Joha, Sie sind im Kreisjugendorchester angekommen und haben es geschafft, dass Dirigent und Orchester zu einer ganz tollen Einheit zusammengewachsen sind!“ Mit diesen Worten brachte Landrat Thomas Schiebel das eben Erlebte auf den Punkt. Drei Zugaben und zweimaliger stehender Applaus beendeten ein wirklich hochkarätiges Konzert und boten damit eine eindrucksvolle Werbung für die gehobene sinfonische Blasmusik. Bestens besetzt in allen Registern glänzten vor allem die jungen Männer an den Perkussionsinstrumenten mit interessanten, spritzigen Ideen.

Die Auswahl der musikalischen Literatur spannte einen Bogen zwischen den Werken von Johann Sebastian Bach und modernen Arbeiten wie „Castle“ von dem zeitgenössischen Komponisten Dirk Mattes, der beim Konzert sogar selbst anwesend war. Hier erzählten die Musiker als machtvollen Konzertauftakt eine Geschichte mit Burgfanfaren und der Sehnsucht nach ritterlicher Minne. Schon dieses erste Stück forderte die jungen Leute gehörig, wurde aber bravourös gemeistert. Spannungs- und fantasievolle Geschichten gab es ebenfalls in „La Storia“ des Niederländers Jacob de Haan und moderne Filmmusiken zu „The Nightmare before Christmas“, zum Gletschermann Ötzi in „Man in the Ice“ oder „North and South“, in Deutschland als „Fackeln im Sturm“ bekannt geworden, zauberten markante Bilder in die Köpfe der Besucher.

Als Kontrapunkt gab es aktuelle Interpretationen und Arrangements zu älteren Stücken. Ein fulminantes Toccata in d-Moll von Bach mit glänzendem Schlagwerk, das sonst Kirchen zum Beben bringt, fesselte die Besucher in der Scherenberghalle ebenso wie die freudige Fassung der „Leichten Kavallerie“ von Franz von Suppé. Ganz anders dann noch das letzte Stück des offiziellen Programms: „Dogon“ von Kevin Houbon hatte die Geschichte, die Gebräuche und die Lehmhütten des gleichnamigen westafrikanischen Volkes zum Thema. Hier ließen majestätische Blechbläserklänge mächtige Bergketten und eine exotische Kultur erleben, bis dann Horn und Trompete zum schillernden Schluss an die farbenprächtigen, maskierten Tänze der Dogon erinnerten.

Ein besonders spritziges Dankeschön hatten sich die jungen Musiker für ihren ebenfalls noch recht jungen Dirigenten ausgedacht. In einem kleinen, liebevollen Sketch gaben sie humorvoll einen Einblick in die Probenarbeit ihres Chefs mit allerlei deftigen Bemerkungen und durchaus auch heftigen Zurechtweisungen.

Für ihre langjährige Zugehörigkeit zum Kreisjugendorchester ehrte Jürgen Kunkel, der stellvertretende Kreisvorsitzende des Nordbayerischen Musikbundes, Thomas Schmidt aus Gössenheim, der seit 20 Jahren in dieser Formation die Tuba spielt.

Schmidt wurde gleichzeitig zum Ehrenorchestermitglied ernannt. 15 Jahre ist Susanne Joa (Arnstein) mit dabei, zehn Jahre Maximilian Hübner (Wombach), Ann-Kathrin Pfeuffer (Müdesheim) und Ann-Kathrin Urlaub (Steinfeld). Thomas Durchholz aus Partenstein steht seit fünf Jahren am Schlagzeug.

Kreisjugendorchester

Eine musikalische Plattform junger Musikerinnen und Musiker aus den Mit- gliedsvereinen des Kreisverbandes will das Kreisjugendorchester Main-Spessart sein. Ziel ist es, motivierten Jungmusikern als Fortbildung gehobene Blasmusikliteratur und differenzierte Unterrichtsmethoden näherzubringen.

Während der Projektzeit werden die jungen Instrumentalisten durch qualifizierte Dozenten in Registerproben an die Stücke herangeführt und auch an ihrem Instrument weitergebildet, wodurch sich die individuellen Fertigkeiten am Instrument verbessern.

Die Orchesterarbeit findet dann an einem Probewochenende, meist im November, und der Intensivprobephase vor dem Konzert statt. Das Konzert am Dreikönigstag ist traditionell der Höhepunkt und Abschluss dieser projektbezogenen Arbeit. Kontakt: kv-main-spessart@nbmb-online.de.

Sinfonische Bläser: Ein Konzert auf sehr hohem Niveau boten die jungen Musiker des Kreisjugendorchesters in der Gemündener Scherenberghalle.
| Sinfonische Bläser: Ein Konzert auf sehr hohem Niveau boten die jungen Musiker des Kreisjugendorchesters in der Gemündener Scherenberghalle.
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