Gemünden

Karli Keiler: Der Fall ins weiche Bett

Haben Sie das gestern gelesen? Hätten Sie sich so eine Verunglimpfung vorstellen können? Ausgerechnet im Leib- und Magenblatt vom Karli, in der Keiler-Post, wurden am Freitag die Wildschweine in Unterfranken zur Plage erklärt. So eine Sauerei! Zwar schössen die bayerischen Jäger so viele Schwarzkittel wie nie zuvor, hieß es da, aber der Karli und seinesgleichen sind beim Nachwuchszeugen eben schneller. Schuld daran sei der Klimawandel mit den milden Wintern.

Der Karli gibt ja zu, dass er sich in der Wärme sauwohl fühlt und die Frühlingsgefühle – grunz-grunz – nahezu ganzjährig verspürt. Aber für den Klimawandel kann er nichts, an dem sind schon die Menschen mit ihren Umweltschweinereien selbst schuld.

Tröstlich fand der Schwarzkittel in dem besagten Artikel die Feststellung, dass „es für Unterfranken gar keine andere Möglichkeit gibt, als mit dem Wildschwein zu leben“. Ja, das ist wie im richtigen Leben: Man muss mit den Schweinen leben, ob man will oder nicht.

Damit rein gar nichts zu tun hat das neue Projekt des Landkreises: „Klinikreferent (m/w/d) gesucht“. Der ein oder andere mag sich dabei daran erinnern, wie der damalige Mannesmann-Chef Klaus Esser den Löhrer Rexroth und die anderen Mannesmann-Firmen an einen Mobilfunkanbieter verscherbelt und dafür an die 60 Millionen D-Mark kassiert hat. Vielleicht hat der ein oder andere an den Fall gedacht, als ruchbar wurde, dass der Klinikreferent des Klinikums Main-Spessart zwar entlassen wird, ihm sein Gehalt aber noch ein Jahr lang weiter gezahlt wird – und das liegt immerhin über dem des Landrats, mithin über 8000 Euro monatlich.

Die Dimension ist natürlich nicht vergleichbar, die Botschaft allerdings schon: Wer hat, dem wird gegeben, wer eine bestimmte Position erreicht hat, der fällt höchstens weich, sehr weich. Auch Abgeordnete, die schwer gefehlt haben, müssen bekanntlich nicht um die Finanzierung ihres Lebensabends bangen.

Aber zurück zum Klinikreferenten: Bei dessen Gehalt, so sollte man meinen, dürfte es kein Problem sein, schnell einen Nachfolger für den geschassten Herrn zu finden. Weit gefehlt, staunt der Karli. Es scheint im Gegenteil eine ganz schwierige Kiste zu sein, überhaupt einen Interessenten zu finden. Wer will schon so viel Geld? Jetzt hat der Kreistag deshalb für 21 000 Euro eine Firma beauftragt, dem Landkreis doch bitte dabei zu helfen, die Stellenausschreibung so zu formulieren, dass sich jemand darauf bewirbt. Deswegen wird da bestimmt nichts von Widerborsten aus Hädefeld drin stehen, die die Zeichen der Zeit nicht erkannt haben und ihr Krankenhaus für eine Pflichtaufgabe des Landkreises halten.

Dem Keiler-Land rund um Gemünden kann es gleichgültig sein, denn dort wird man ja in Sachen Krankenhaus schon lang im Regen stehen gelassen. Obwohl:

Es regnet ja kaum noch! Das bisschen, was es jetzt dieses Wochenende tröpfelt, macht das Kraut nicht fett. Da könnte es glatt passieren, dass Besitzer schöner englischer Rasen bald aufgefordert werden, diese nicht mehr zu sprengen. Oder sie einmal richtig zu sprengen und dann stattdessen was für die Bienen anzupflanzen. Die sind ja auch viel beliebter als Karlis Verwandtschaft, diese Plage.

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