Karlstadt

Karlstadt: Starker Rückgang bei Tourismus und Kultur

Die Schaufensterkonzerte im Sommer waren ein seltener kultureller Lichtblick im Jahr 2020. 
Foto: Günter Roth | Die Schaufensterkonzerte im Sommer waren ein seltener kultureller Lichtblick im Jahr 2020. 

Ein Wunder hat es in Karlstadt nicht gegeben: In Zeiten der Pandemie ging die Zahl der Übernachtungen in der Kreisstadt deutlich zurück. Aber Kornelia Winkler, Leiterin der Tourist-Info und der Abteilung Tourismus in der Karlstadter Stadtverwaltung, hatte auch gute Neuigkeiten. Ein Einbruch war in Karlstadt nicht gar so groß wie in den Nachbarstädten. Das mag zusammenhängen mit dem Buchungsportal OBS, mit dem die Stadt gute Erfahrungen gemacht hat.

Die Zahl der Übernachtungen in Hotels mit zehn und mehr Betten ging 2020 gegenüber dem Vorjahr von 26 600 auf 20 600 zurück. "Das ist erheblich", sagte Winkler. Und doch ist der Rückgang prozentual geringer als im Rest von Main-Spessart oder dem fränkischen Weinland. Im August und September wurden die Gästezahlen des Vorjahres gar übertroffen. Die Wohnmobilstellplätze waren dagegen "hervorragend ausgelastet".

Nur acht Schiffe legten in Karlstadt an

Nicht überraschend war der Besucher-Rückgang in der Tourist-Info; dort wurden die Öffnungszeiten mittlerweile zurückgefahren. "Ganz, ganz schlimm" war der Niedergang bei den Schiffsbesuchen. Von 68 frühzeitigen Reservierungen wurden ganze acht nicht abgesagt. Und für 2021 sieht es nicht besser aus. "Das ist besonders schade, weil wir den Schiffsanlieger ja ausgebaut haben", sagte Winkler. Das Karlstadter Stadtmarketing besuchte im Vorjahr nur drei Messen, alle anderen Veranstaltungen wurden abgesagt. 

Positiv bewertet Kornelia Winkler die Zusammenarbeit mit dem Online-Buchungssystem OBS, das dafür sorgt, dass Karlstadter Unterkünfte in vielen Online-Angeboten wie AirBnB, Booking.com und anderen präsent sind. So habe es 2020 einen erheblichen Anstieg von Buchungen aus dem Ausland gegeben, was Winkler auf OBS zurückführt. Viele davon seien freilich wieder storniert worden.

Kulturelle Hoffnungen für 2021

Bei den kulturellen Veranstaltungen blieb nur das Neujahrskonzert der Stadt von Corona unberührt. Zwei Kammerkonzerte und zwei Konzerte der Reihe "Meisterschüler am Klavier" fanden mit begrenzter Zuschauerzahl statt. Erfolgreich waren die Schaufensterkonzerte im Sommer. Weitere geplante Kammer- und Meisterschüler-Konzerte, das Jubiläum "30 Jahre Musik in historischen Häusern und Höfen", Ausstellungen und einiges mehr mussten verschoben werden. 

2021 sollen diese Veranstaltungen nachgeholt werden. "Wir hoffen, dass dies möglich ist", sagte Winkler, "aber manchmal zweifle ich daran". Am 16. Mai soll ein Mozartfestival auf dem Kirchplatz stattfinden, "30 Jahre Musik in Häusern und Höfen" wurde in den August gelegt. Ob ein dazu eingeladener Künstler aus dem Ausland anreisen darf und ob es möglich sein wird, lokale Bands im Vorprogramm der drei geplanten Konzerte zu präsentieren, ist im Moment noch ungewiss.

Die Zweite Bürgermeisterin Martha Bolkart-Mühlrath bekannte: "Kultur fehlt mir sehr. Ich mag mal wieder ein Livekonzert sehen." Bürgermeister Michael Hombach sagte: "Tja, wir haben schon freudigere Bilanzen gesehen, aber wichtig ist jetzt der Blick nach vorne."

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