Karlstadt

Karlstadter Forst: Die Aufgaben ändern sich

Revierleiterin Claudia Stiglbrunner stellte dem Ausschuss für Bau, Umwelt und Forst den Forstbetriebsplan 2021 vor. Hohe Nachfrage nach Brennholz, Holzpreise bleiben unverändert.
Mulcharbeiten an der 'Buchenhölle' in Karlstadt.
Foto: Claudia Stiglbrunner | Mulcharbeiten an der "Buchenhölle" in Karlstadt.

Claudia Stiglbrunner, seit Februar 2020 Leiterin des Forstreviers Karlstadt, berichtete dem Karlstadter Ausschuss für Bau, Landwirtschaft, Umwelt und Forstwirtschaft, am Dienstag aus ihrer Arbeit im Gemeindewald. Am Ende ihres Vortrags fasste Stadtrat Wolfgang Tröster zusammen: "Der Schwerpunkt der Arbeit verschiebt sich also von der Forstbewirtschaftung auf die Behebung von Schäden." Stiglbrunner stimmte dieser Einschätzung zu. 

Der Klimawandel, Sturmschäden und vor allem der Borkenkäfer setzen dem Wald zu. "Wir müssen dem Käfer hinterherrennen", sagte Stiglbrunner. 7400 Festmeter Holz wurden im Vorjahr geschlagen, darunter waren 4500 Festmeter Fichte, die durch den Einschlag vor der Zerstörung durch den Käfer geschützt wurden. 

Problem in der "Buchenhölle" gelöst

Im Revier "Buchenhölle" war es nötig, eine Hanglage zu roden. Allerdings war das mit dem im Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten vorhandenen Equipment nicht möglich. Stiglmaier fand heraus, dass ein Gerät in Fulda zu mieten sei – aber nur mit hohen Transportkosten. Zufällig erfuhr sie, dass der Lkw-Baggerbetrieb Müller in Heßlar erst kürzlich einen Bagger mit Mulchschaufel erstanden hatte. "Das Unternehmen stellte das Gerät zur Verfügung und die komplette Fläche wurde gemulcht", sagte die Försterin.

Im vergangenen Jahr erzielte der Karlstadter Forst mit einem Plus von 4400 Euro eine "schwarze Null". In den Vorjahren war es teilweise zu hohen fünfstelligen Gewinnen gekommen. "Das war im Coronajahr nicht möglich", so Stiglbrunner. Es habe im Ausland Holz-Einfuhrstopps gegeben, Möbelhäuser hätten während der unsicheren Lage kein Holz gekauft. "Wir können uns über unser Ergebnis nicht beschweren."

Ausschuss stimmt der Planung zu

Für das kommende Jahr wird wieder ein Einschlag von rund 7400 Festmetern geplant. "Der Einschlag ist auf notwendige Pflegemaßnahmen und die verkaufbare Holzmenge zu beschränken", beschloss der Ausschuss. Für Einschlag, Rückekosten, Holzernte sieht der Forstbetriebsplan rund 100 000 Euro vor. Für Aufforstung, Pflege und Wegebau sind jeweils rund 15 000 Euro eingeplant sowie 8400 Euro für sonstige Aufwendungen (Maschinenpark, Abfallbeseitigung, Schutzkleidung). Der Ausschuss stimmte dieser Planung geschlossen zu.

Försterin Claudia Stiglbrunner.
Foto: Karlheinz Haase | Försterin Claudia Stiglbrunner.

Stiglbrunner wies darauf hin, dass vermehrt Abfälle aller Art, beispielsweise Matratzen oder Autoreifen, im Wald abgelagert werden. Bürgermeister Michael Hombach sagte, er sei jedes Wochenende mit dem Rad auf den Waldwegen unterwegs und könne dies bestätigen. Beide appellierten an die Bürger, den Wald nicht auf diese Art zu missbrauchen.

Sollte die Abgabe von Brennholz begrenzt werden?

"Die Nachfrage nach Brennholz aus dem Wald ist ungebrochen", sagte Stiglbrunner. Wenn sie nicht in jedem Stadtteil einschlage und Holz zum Verkauf anbiete, erhalte sie Anrufe und Email-Anfragen. "Wir haben schon überlegt, vielleicht nur haushaltsübliche Mengen abzugeben", sagte sie. Eine Person habe 50 Ster Holz gekauft. Werner Winheim von der städtischen Forstverwaltung wusste, dass die 50 Ster allerdings für drei Haushalte vorgesehen waren. 

Er schlug vor, die Brennholzpreise im Jahr 2021 nicht zu erhöhen. In Zellingen, Eußenheim und Gemünden gälten vergleichbare Preise. Laubholz wird 37,50 Euro pro Ster (lang gerückt) kosten, Linde 27,50 Euro und Nadelholz 20 Euro. Die Nachfrage nach Losholz sei "verschwindend gering", so Winheim. Der Ausschuss stimmte diesen Preisen zu. Stadtrat Horst Wittstadt unterstützte die Idee, die Abgabemenge zu begrenzen: "So viel haben wir nicht zu vergeben." Allerdings könne er nachvollziehen, dass die Bürger im Coronajahr Zeit hatten, um Brennholz zu machen.

Patrick Schelbert, Revierförster von Thüngen, Retzstadt und Himmelstadt, zuständig auch für Heßlar und Laudenbach.
Foto: Katja Sander | Patrick Schelbert, Revierförster von Thüngen, Retzstadt und Himmelstadt, zuständig auch für Heßlar und Laudenbach.

In der Sitzung stellte sich Patrick Schelbert kurz vor. Der 40-Jährige ist seit kurzem Nachfolger von Werner Trabold als Revierförster in Thüngen, Retzstadt und Himmelstadt und somit auch für den Forst in Laudenbach und Thüngen zuständig. Der Gemündener war bisher in Schweinfurt tätig und hat sich auf die wohnortnähere Stelle beworben. 

Bürgermeister Hombach erklärte, dass die Stadt beabsichtige, Schäden im Altstadtpflaster sobald wie möglich beseitigen zu lassen. Allerdings habe das beauftragte Unternehmen die für April geplanten Arbeiten krankheitsbedingt verschieben müssen. Hombach sagte: "Wir wollen das zügig lösen."

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