Karrieren gingen nur in München

MAin-SPESSART Als Fundgrube erweist sich für Geschichtsinte-ressierte aus dem Main-Spessart-Kreis das Buch über "Die Zusammensetzung der bayerischen Beamtenschaft von 1806 bis 1918". Autor Walter Schärl ist darin den Inhabern der leitenden Staatsstellen bis an den Geburtsort gefolgt. Die Spuren führen unter anderem nach Arnstein, Bischbrunn, Karlstadt, Langenprozelten, Marktheidenfeld, Steinfeld und Thüngen.
Aus Arnstein stammte Wilhelm Lermann. Er wurde am 25. September 1846 als Sohn des königlich-bayerischen Baumeisters Joseph Ferdinand Lermann und dessen Ehefrau Amalia Margaretha geboren. Von 1865 bis 1868 studierte Wilhelm Lermann in München Jura. Dem Studium schloss sich die praktische Ausbildung in Kronach und München an. 1874 kam Lermann als Bezirksamtsassessor in das damals noch bayerische Kaiserslautern. Weitere Berufsstationen waren Ansbach, Fürth und 1884 die Regierung von Unterfranken in Würzburg, weiter München und Bayreuth. Vom 16. Oktober 1897 bis 1. Juni 1906 war Wilhelm Lermann Regierungspräsident von Schwaben in Augsburg, schließlich vom 1. Juni 1906 bis 1. Oktober 1912 Präsident des Verwaltungsgerichtshofs. Lermann starb 1917 in München.

In Stadtprozelten beziehungsweise Bischbrunn wurden die Brüder Theodor und Josef Mantel geboren - Theodor am 12. Januar 1871 und Josef am 13. Juni 1874. Ihr Vater Wilhelm Mantel war königlich-bayerischer Forstbeamter und später Ehrenbürger von Bischbrunn. Beide Söhne machten in Aschaffenburg das Abitur und absolvierten die dortige Forstliche Hochschule, um dann in München zu studieren. 1900 wurde Theodor Mantel Forstamtsassistent im Finanzministerium. Nach kurzer Station in Oberschwappach kam Mantel 1906 als Forstmeister nach Fall in Oberbayern, um 1909 ans Ministerium zurückzukehren.

Er schaffte es schließlich bis zum Chef der Ministerialforstabteilung und wurde 1920 zum Staatsrat erannt. 1934 ging Theodor Mantel in den Ruhestand, 1944 starb er.

Auch Josef Mantel startete seine Karriere als Forstamtsassistent im Finanzministerium, wohin er nach Zwischenstationen in Hohenberg, Münchsmünster und Augsburg 1913 zurückkehrte. Als Geheimer Rat mit dem Rang eines Ministerialdirektors schied Josef Mantel 1938 aus dem aktiven Dienst aus. Er starb 1939.

Ebenfalls im Forstdienst stand der am 13. Oktober 1800 in Langenprozelten geborene Joseph Nikolaus Mantel. Er besuchte die Volksschule in Langenprozelten, dann die Mittelschule, absolvierte 1818 die Forstliche Hochschule in Aschaffenburg und legte 1823 das Staatsexamen für den Höheren Forstdienst mit Auszeichnung ab. 1830 folgte er seinem Vater als Revierförster in Langenprozelten und wurde 1832 Revierförster in Rothenbuch. 1835 wurde er an die Regierung nach Würzburg versetzt. 1841 übernahm er kurzfristig das Forstamt Sailauf, um ab 1842 wieder an der Regierung in Würzburg zu arbeiten. Ab 1851 war Joseph Nikolaus Mantel dann im Münchener Finanzministerium tätig. Die Universität Würzburg ernannte Mantel 1852 zum Ehrendoktor. Von 1857 bis zum Eintritt in den Ruhestand am 20. Mai 1872 war Mantel Ministerialrat und Chef der bayerischen Staatsforstverwaltung. Gestorben ist Mantel am 7. Juli 1872.

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