Bergrothenfels

Kennen wir die Menschen, die wir lieben?“

Brigitte Hutt signiert ihren ersten Roman „Tod eines Autors – kein Kriminalroman“ Zuhörer bei der Autorenlesung in der Burgbuchhandlung Rothenfels 2.
Foto: Ute Brummer | Brigitte Hutt signiert ihren ersten Roman „Tod eines Autors – kein Kriminalroman“ Zuhörer bei der Autorenlesung in der Burgbuchhandlung Rothenfels 2.

„Wie gut kennen wir die Menschen, die wir lieben?“ Diese Frage stellte sich Brigitte Hutt, als 2013 viele Menschen in ihrem Bekanntenkreis starben. Der Gedanke ließ sie nicht mehr los, Szenen dazu entstanden in ihrem Kopf und verlangten geradezu, in einem Roman verarbeitet zu werden. Der Ausgangspunkt für Hutts ersten Roman „Der Tod des Autors – kein Kriminalroman“.

Anja Schmidt von der Buchhandlung Burg Rothenfels bot der Autorin aus München den Rahmen für eine Lesung. Leider waren nur sieben Zuhörer gekommen. Doch vielleicht entstand gerade deshalb eine intensive Nähe zu den Protagonisten der Handlung. Mit einem großen Repertoire an Stimmmodulationen erzählte Hutt von Maria, deren Mann Simon auf einer Lesereise in Italien unter seltsamen Umständen stirbt. Sie fährt nach Venedig, um die persönlichen Sachen ihres Mannes abzuholen. Zurück in München stößt sie auf überraschende Ungereimtheiten. Simon hatte in Frankfurt ein Bankfach und eine Wohnung. Wozu? Warum wusste sie nichts davon? Zusammen mit dem Journalisten Guido, der Simons Biografie schreiben soll, reist sie um die ganze Welt, um Licht in das mysteriöse Leben ihres Mannes zu bringen.

Beginnend in Frankfurt führen Spuren nach Berkeley bei San Francisco, Yad Vashem, dem Holocaust Mahnmal in Israel, und nach Argentinien. Sie lernen Menschen kennen, die einen anderen Simon gekannt haben. War er tatsächlich der Sohn einer jüdischen Mutter, die in ein deutsches Konzentrationslager deportiert worden war?

Egal ob Hutt liest oder erzählt, durch ihren reichen Wortschatz nimmt sie den Zuhörer gefangen, lässt Bilder im Kopf des Lesers entstehen. Schon seit ihrer Jugend beschäftigt Hutt sich mit dem Thema Juden in Deutschland, inspiriert als Schülerin durch „Sternkinder“ , ein Buch über Schicksale von Kindern mit dem Davidsstern. Im Anschluss an die Lesung entstand eine rege Diskussion zwischen der Autorin und den Zuhörern um die Person Maria. Wie kann es sein, dass man den Menschen den man liebt, nicht kennt?

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