Marktheidenfeld

Laurenzi-Imbiss: Mit Schaschlik berühmt geworden

Leerlauf gibt es hier nicht: der Imbissstand Treziak auf der Laurenzi-Messe in Marktheidenfeld.
Foto: Kristina Rösch | Leerlauf gibt es hier nicht: der Imbissstand Treziak auf der Laurenzi-Messe in Marktheidenfeld.

„Eine Feuerwurst bitte!“ – Jonas Dornbusch nimmt das Fleisch vom Grill und packt es in ein großes Baguette-Brötchen. Auf Wunsch kommt eine würzige Zwiebelsauce dazu. Klingt einfach. Doch hinter den Kulissen des Grillstands Treziak von Wolfgang Treziak aus Rottendorf steckt wesentlich mehr Arbeit als nur Würstchen grillen. Die Main-Post durfte dem Chef und seinem Team an Laurenzi über die Schultern schauen.

„Wir kommen schon Montag vor Beginn der Messe zum Aufbau“, erklärt Treziak. Wasser, Strom, Kühlanhänger, das Aufstellen der Wägen und Zelte, das Einrichten und Dekorieren des Standes – alles muss organisiert werden, bevor der erste Mess'-Gänger eine Currywurst bestellt. „Das ist nicht ganz ohne“, verrät der Chef.

Wenn Laurenzi dann begonnen hat, geht es rund im Stand von Treziak. Der Rottendorfer, der den Stand gemeinsam mit seiner Frau leitet, bietet eine breite Palette an Speisen an. Sein Vater gründete 1949 die Firma Treziak in Würzburg und war bald zu Gast in Marktheidenfeld. „50 Jahre sind wir mindestens schon auf Laurenzi“, schätzt Treziak – also mindestens genauso lange wie die Festwirtsfamilie Papert.

„In Marktheidenfeld sind wir berühmt geworden mit unserem Schaschlik“, erinnert er sich und fügt hinzu: „Wir verkaufen noch echtes.“ Was das heißt? Der Spieß besteht neben normalem Fleisch aus Innereien: Niere. „Das macht auch die Sauce aus, die wir selbst herstellen“, erzählt Treziak. Das beliebte Schaschlik wird in einem extra aufgebauten Wagen verkauft.

Im anderen Abteil werden gerade Sonderwünsche erfüllt: eine Feuerwurst zum Mitnehmen – also eingepackt. „Da muss man darauf achten, dass man zuerst die Sauce in das Brötchen gibt“, erklärt Treziak, „dann schmiert es nicht und weicht nicht auf.“ Jonas Dornbusch verpackt die Wurst in Alufolie, damit sie warm bleibt. Der Homburger arbeitet in diesem Jahr das erste Mal bei Treziak. „Am Anfang dauert es ein bisschen, bis man mitbekommt, wie das so alles läuft“, erzählt er. Aber der Chef ist zufrieden: „Er macht seine Sache gut.“

Treziak achtet sehr darauf, dass Arbeit und Qualität in seinem Imbiss-Stand stimmen. Und das Klima – sowohl zwischenmenschlich als auch bei dieser Hitze. Neue Steaks müssen geholt werden. Im Wagen werden sie sofort in eine Kühltruhe gelegt – die Kühlkette darf nicht unterbrochen werden. „Da muss ich unheimlich aufpassen“, erklärt Treziak, „gerade bei diesen Temperaturen.“ Dank Ventilatoren, Abzügen und vielen Getränken hat es das Personal angenehm.

Auch im Hintergrund wird gearbeitet. Pommestüten werden aufgefaltet, schmutziges Geschirr wird gespült und Warenlieferungen müssen angenommen werden. „Zwiebeln pellen, Gurken und Tomaten schneiden, auch das gehört dazu“, erzählt Treziak.

Bei diesen Temperaturen besetzt der Chef die verschiedenen Stationen im Stand mit jeweils drei Personen: „So können alle genug Pause machen.“ Maria, Natalie und Marina sind gemeinsam für Pommes und Curly Fries zuständig. „Curly Fries, das sind knusprige, gedrehte, würzige Pommes“, erklärt Treziak, „einer unserer Renner“.

Die Verkäuferinnen bieten den Kunden nicht nur Ketchup dazu an, sondern auch zwei besondere Saucen: eine holländische Joppie-Sauce und griechische Art mit Knoblauch.

Mit den Inhaltsstoffen der verschiedenen Lebensmittel muss sich das Personal ebenfalls auskennen. „Ist die Feuerwurst glutenfrei?“, fragt eine Kundin. Auf einer laminierten Tabelle kann Treziak sofort nachschauen und die Kundin beruhigen: „Ja.“ Aber zur Sicherheit ruft er seinen Metzger an.

„Vier Metzger habe ich übrigens verschlissen, bis ich die Feuerwurst so hatte, wie ich sie wollte“, verrät er. Damit sei ihm und seinem Team ein großer Erfolg gelungen. „Wir verwenden keine Schärfe-Extrakte“, erklärt Treziak – und das kommt gut an: „Die Gäste sagen: Die brennt nicht, die schmeckt!“

Am Abend, wenn alle Laurenzi-Gäste satt nach Hause gehen, ist für Treziak noch lange nicht Schluss. „Dann wird aufgeräumt und geputzt“, erklärt er. Auch Jonas Dornbusch weiß: Der Chef achtet sehr auf Sauberkeit und Hygiene. Nach einem anstrengenden Tag geht es für Treziak zurück nach Rottendorf. Er schläft im eigenen Bett: „Das ist mir viel wert.“

Erholung muss sein. „Marktheidenfeld ist ein wahnsinnig anstrengender Platz“, sagt Treziak, „da ist den ganzen Tag über was los.“ Er ist gerne auf Laurenzi: „Ich kenne die Leute über Generationen“, erklärt der 53-Jährige, „ich habe hier schon als Bub in den Schulferien Schaschlik eingelegt und gewürzt“. Und noch etwas macht Marktheidenfeld für ihn besonders: der Standort. „Ich habe nirgends einen Platz, der so ein tolles Flair hat: unter Bäumen mit Ausblick auf den Main.“ Er lacht: „Traumhaft – das ist ein halber Urlaub.“

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