Lohr

Lohr ist vorbereitet auf Flüchtlinge

Voraussichtlich am 5.Februar werden die ersten Asylbewerber in das „Bürgermeisterhaus“ an der Ignatius-Taschner-Straße in Lohr einziehen. Erwartet werden Familien aus dem russischen Sprachraum. Das sagte der für das Thema zuständige städtische Jurist Hans-Joachim Hüftlein am Dienstag in der Sitzung des Sozialausschusses.

Für die Unterbringung der Asylbewerber zuständig ist der Landkreis. Die Stadt hat es sich jedoch zur Aufgabe gemacht, die ehrenamtliche Hilfe zu koordinieren. Dazu hat sie einen runden Tisch mit verschiedene Arbeitsgruppen zu Themen wie Bildung, Sprachvermittlung oder Öffentlichkeitsarbeit eingerichtet. In diesen Gruppen engagieren sich rund 40 Helfer seit Wochen, um den Flüchtlingen das Ankommen in Lohr möglichst leicht zu machen.

Exemplarisch für eine der Gruppen berichtete Sibylle Herrmann, Konrektorin der St.-Kilian-Schule, von der bisherigen Vorarbeit rund um das Thema Bildung. Wobei die zu erwartenden Flüchtlingskinder nicht die ersten sein werden, die am Nägelsee-Schulzentrum unterrichtet werden. Es sind bereits fünf Kinder im Schulbetrieb, die in Asylbewerberunterkünften in Neustadt und Frammersbach wohnen.

Herrmann schilderte, wie sich die Schulen zusammen mit Mitarbeitern der Caritas und des Mobilen Sozialen Dienstes um die Belange der Flüchtlingskinder kümmern. So gebe es mittlerweile eine Liste von Eltern, die als Dolmetscher in verschiedenen Sprachen zur Verfügung stünden. Besonders wichtig sei, dass die Kinder schnell Deutsch lernen, was meist gut gelinge, so Herrmann.

Wie Hüftlein sagte, ist das Bürgermeisterhaus fast fertig ausgestattet für die Asylbewerber. Es sollen maximal 30 Personen dort unterkommen, zehn Erwachsene und 20 Kinder. Für das Haus sei eine Hausverwaltung als Ansprechpartner für die Asylbewerber geplant.

Das vom Bezirk Unterfranken als Gemeinschaftsunterkunft vorgesehene Haus 53 auf dem BKH-Gelände werde wohl bis Spätsommer fertig, so Hüftlein. Hier müsse aus Feuerschutzgründen noch eine Außentreppe angebaut werden.

Bürgermeister Mario Paul zeigte sich erfreut über all die Vorbereitungen: „Lohr ist gut vorbereitet auf die Herausforderungen.“ Wichtig sei, die Hilfe dauerhaft aufrecht zu halten. Es werde im Umgang mit den Flüchtlingen sicher „tolle Momente geben, sicher auch Enttäuschungen“. Seppl Blenk (SPD) mahnte, die Asylbewerber gerade zu Beginn nicht mit zu viel Hilfsbereitschaft zu überfordern. Wichtig sei eine dauerhafte, wohldosierte Unterstützung.

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