Karlstadt

Main-Spessart: Das 365-Euro-Ticket für Senioren ist vom Tisch

Die SPD hatte sich dafür eingesetzt, ruderte nun aber zurück. Außerdem ging es im Ausschuss um gesunkene Einnahmen im ÖPNV und überarbeitete Fahrpläne.
Über eine 365-Euro-Jahresticket für Senioren hat der Ausschuss für Landkreisentwicklung und Digitalisierung nun doch nicht beraten. (Symbolbild)
Foto: Patty Varasano | Über eine 365-Euro-Jahresticket für Senioren hat der Ausschuss für Landkreisentwicklung und Digitalisierung nun doch nicht beraten. (Symbolbild)

Acht Monate nach Einführung des 365-Euro-Tickets für Schüler und Auszubildende wurden rund 7300 dieser Jahreskarten zum Pauschalpreis verkauft, berichtete die Nahverkehrsbeauftragte Monika Mützel im Ausschuss für Landkreisentwicklung und Digitalisierung. Die meisten Tickets, nämlich 5900, wurden von Kostenträgern für schulpflichtige Schüler beschafft. 1405 kauften sich Selbstzahler. Für diese gibt es seit April mit der Möglichkeit der monatlichen Zahlung statt dem Einmalbetrag eine Erleichterung.

Die SPD-Fraktion beantragte im Dezember, auch ein 365-Euro-Ticket für Senioren einzuführen. Die Beratung wurde aber überraschend von der Tagesordnung genommen, da der Antrag zurückgezogen wurde. Die Kreisverwaltung stand ihm mangels Fördermöglichkeit durch den Freistaat Bayern ablehnend gegenüber.

Die Hälfte der Einnahmen ist weggebrochen

Generell wirkte sich die Corona-Pandemie stark auf den öffentlichen Personennahverkehr aus. Die Frage von Kreisrat Sven Gottschalk, wie sehr die Fahrgastzahlen durch die Pandemie sanken, konnte Monika Mützel zwar nicht beantworten. Die Einnahmen seien aber auf etwa die Hälfte gefallen.

Am 1. Mai startet der Freizeitbus "Main-Spessart-Sprinter" in seine dritte Saison. Bis zum 3. Oktober ist er dann an insgesamt 49 Tagen (Wochenenden und Feiertage) zwischen Lohr, Marktheidenfeld und Hasloch unterwegs. Die Besonderheit ist die kostenlose Fahrradmitnahme für bis zu 16 Räder mittels Anhänger. Die Fahrten dieser "Buslinie 601" wurde zum Nettopreis von 29 168 Euro an die Firma Grasmann-Reisen vergeben.

Innerhalb der Nahverkehr-Würzburg Mainfranken GmbH ist zum 1. August eine neue "Tageskarte Gruppe" geplant. Dafür sollen die Karten "Familie" und "Familie plus" entfallen sowie die "Tageskarte Solo" nur noch bis Preisstufe vier angeboten werden. Darüber hinaus wird das neue Gruppenticket günstiger sein. Der Verbund rechnet mit jährlich 72 000 Euro Mindereinnahmen. Bis Ende 2024 ist die Hälfte davon über den Freistaat Bayern förderfähig.

Grundschüler aus Rieneck können länger schlafen

Die lange geplante Verkehrserhebung wurde erneut verschoben. Geplant ist sie jetzt vom 1. März 2022 bis 28. Februar 2023. Ausführliche Informationen gab es in der Sitzung zur laufenden Neuausschreibung der Linie 8055 von Gemünden nach Aura oder Jossa. Stephan Kroll von der Nahverkehrsberatung Südwest aus Heidelberg erklärte, dass der Fahrplan gründlich überarbeitet wird. Mit der Umstellung zum 1. September wird es zwischen 7 und 20 Uhr Taktverkehre (bis 13 Uhr zweistündlich, danach stündlich) geben sowie Nachts zwei Rufbusangebote.

Die Bedienung der Schulen wird optimiert. Grundschüler aus Rieneck werden 20 Minuten länger schlafen können. Für die Schichtarbeiter von Bosch-Rexroth werden Direktbus-Fahrten ab Burgsinn eingerichtet. Mehr Busse sind für den neuen Fahrplan nicht nötig, aber die Jahres-Kilometer steigen um 35 Prozent von 235 000 auf 320 000.

Landkreis will zu Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen gehören

Am 18. März beantragte der Landkreis aufgrund eines Kreistagesbeschluss die Aufnahme in die Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Kommunen Bayern (AGFK Bayern). Nun hat er bis 2022 Zeit, 14 von 32 Aufnahmekriterien des Vereins zu erfüllen. Dazu gehören ein Radverkehrskonzept und die Installation eines Radverkehrsbeauftragten, wofür eine halbe Stelle geschafften wird.  

Liquidiert ist inzwischen die MSP-Nahverkehrs-GmbH. Der Landkreis erhielt als ehemaliger Gesellschafter bei der Schlussauskehrung eine Auszahlung über 16 070 Euro.

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