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Main-Spessart: Mehr Menschen brauchen Hilfe zum Lebensunterhalt

Rund 101 000 Euro Zuschussbedarf sind für die Krankenhilfe eingeplant (Symbolbild), hier muss der Landkreis unter anderem Behandlungskosten für neun Personen ohne Krankenversicherung übernehmen.
Foto: Monique Wüstenhagen | Rund 101 000 Euro Zuschussbedarf sind für die Krankenhilfe eingeplant (Symbolbild), hier muss der Landkreis unter anderem Behandlungskosten für neun Personen ohne Krankenversicherung übernehmen.

Bei der Grundsicherung und den Hilfen für Asylbewerber geht es um Millionen. Sie belasten den Kreishaushalt aber nicht, wie Manuela Gold, die Leiterin des Sachgebiets soziale Angelegenheiten und Senioren bei der Vorstellung der Haushaltsansätze im Ausschuss für Gesundheit und Teilhabe erklärte, weil sie vollständig vom Bund ersetzt werden.

2020 haben weniger Menschen Grundsicherung bezogen 

Obwohl die Fallzahlen bei der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbslosigkeit im Jahr gefallen sind, von 625 auf 611 Hilfeempfänger und von 563 auf 556 Bedarfsgemeinschaften, entspricht der Haushaltsansatz dafür in Höhe von rund 3,05 Millionen Euro exakt dem von 2021. Das 2020 weniger Menschen Grundsicherung bezogen, liegt laut Manuel Gold auch an der Erhöhung des Wohngelds und der Renten, dadurch seien einige aus der Grundsicherung gefallen.

Einen leichten Rückgang von 1,87 auf 1,7 Millionen Euro gibt es bei den Hilfen für Aslybewerber. Hier wirkt sich aus, dass dem Landkreis weniger Asylbewerber zugewiesen wurden, beeinflussen kann er das nicht.

320 000 Euro für Hilfe zum Lebensunterhalt

Bei den Bereichen mit Zuschussbedarf sind rund 900 000 Euro aus Haushaltsmitteln des Landkreises eingeplant. Für die Hilfe zum Lebensunterhalt sind es knapp 320 000 Euro. Hier stiegen die Zahlen 2020 wieder an, von 84 auf 94 Bedarfsgemeinschaften (zwölf Prozent mehr) und von 96 auf 116 Empfänger (21 Prozent mehr). Das ist der höchsten Zuschussbedarf in diesem Sachgebiet, gefolgt von verschiedenen Zuschüssen, die sich auf 180 000 Euro summieren. Sie gehen zum Beispiel an die Frauenhäuser in Würzburg, den Verein Wildwasser sowie Einrichtungen der Arbeitswohlfahrt und Diakonie.

Besonders einige neue Kreisräte konnten die Zahlen schwer nachvollziehen, weil für die Präsentation oft mehrere Haushaltsstellen zusammengefasst sind, die aus verwaltungs- und buchungstechnischen Gründen nötig sind.

Behandlungskosten für neun Personen ohne Krankenversicherung

Rund 101 000 Euro Zuschussbedarf sind für die Krankenhilfe eingeplant, hier muss der Landkreis unter anderem Behandlungskosten für neun Personen ohne Krankenversicherung übernehmen. Hinter den Hilfen zur Überwindung besonderer sozialer Schwierigkeiten mit einem Zuschussbedarf von knapp 47 000 Euro verbirgt sich zum einen die Übernahme von Bestattungskosten, wenn der Verstorbene dafür nicht vorgesorgt hat und die Angehörigen sie nicht bezahlen können. Bestattungen kosten inzwischen im Bereich von 4000 Euro. Zum anderen werden damit Bürger nach Haftentlassungen unterstützt.

Die Mittagsbetreuung von Kindern aber auch Zuschüsse für Familien mit geringem Einkommen bei Schulfahrten und Ski-Freizeiten summieren sich unter "Bildung und Teilhabe" auf knapp 51 000 Euro Zuschussbedarf. Hier gab es 2020 coronabedingt wenig Ausgaben, da viele Fahrten nicht stattfanden. Das gilt auch für Freiwilligenagentur EMIL, für die 45 200 Euro eingeplant sind sowie die Seniorenarbeit mit 15 400 Euro. So gab es 2020 keine Einweisungskurse an Fahrscheinautomaten.

Pflegestützpunkt in Gemünden soll Mitte des Jahres eröffnen

Nach wie vor gefragt ist laut Manuela Gold die Ehrenamtskarte, die mit 27600 Euro Zuschussbedarf angesetzt ist. Es kommen nach wie vor nicht nur Verlängerungsanträge, sondern auch Neuanträge.

Der geplante Pflegestützpunkt soll dieses Jahr einen Zuschussbedarf von knapp 117 000 Euro haben. Wie die Nachfrage von Kreisrat Walter Höfling ergab, soll er Mitte des Jahres in Gemünden eröffnet werden, Personal muss noch eingestellt werden. Kreisrat Kurt Schreck fragte, ob der Arbeitsmarkt denn ausreichend Personal biete.

Er erhielt zur Antwort, es gehe um eine Dreiviertel-Stelle für die Leitung und eine halbe Stelle zur Unterstützung. Die Verwaltung sehe kein Problem, die Mitarbeiter dafür zu finden. Der Ausschuss für Gesundheit und Teilhabe stimmt den Ansätzen des Sachgebiets einstimmig zu.

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