Karlstadt

Main-Spessart will energetische Sanierungen ankurbeln

Neuerdings arbeitet der Landkreis für den Klimaschutz mit der Verbraucherzentrale zusammen. Noch immer liegt die Sanierungsrate bei Wohnhäusern viel zu niedrig.
Ein Verputzer montiert eine Styroporplatte zur Wärmedämmung an die Fassade eines Hauses.
Foto: Armin Weigel/dpa | Ein Verputzer montiert eine Styroporplatte zur Wärmedämmung an die Fassade eines Hauses.

In 15 Jahren soll im Landkreis Main-Spessart in der Bilanz genauso viel Energie aus nachhaltigen Quellen erzeugt werden, wie die Wohngebäude für ihre Heizung benötigen. Dafür allerdings müssten jedes Jahr fast dreimal so viele Häuser energetisch saniert werden, wie das derzeit der Fall ist. Um genau das zu forcieren, kooperiert das Landratsamt jetzt mit der Verbraucherzentrale.

Der Knackpunkt: Viele Hauseigentümer wissen zu wenig über richtiges Sanieren. Wie Energieberater Armin Hoh berichtet, sanieren viele stückchenweise. Der Karbacher arbeitet mit dem Klimaschutzmanagement des Landratsamts zusammen. Werden beispielsweise nur die Fenster ausgetauscht, besteht die Gefahr, dass aufgrund deren Dichtigkeit Schimmel im Haus auftritt. Hoh: "Wichtig ist ein Gesamtkonzept."    

Hohe Fördersummen möglich

Wer sich auskennt, kann sein Projekt mit viel Geld fördern lassen. Bis zu 120 000 Euro kann der Förderkredit der KfW-Bank betragen – mit einem Sollzins von nur 0,75 Prozent. Wer dann beispielsweise durch Wärmedämmung und andere Maßnahmen die Voraussetzungen für ein "KfW-Effizienzhaus 85" erreicht – dieses Niveau ist durchaus realistisch –, bekommt 36 000 Euro erlassen. Bei einem "Effizienzhaus Denkmal", also der Sanierung alter Häuser, beträgt der Zuschuss bis zu 30 000 Euro.

Kooperation für Klimaschutz in Main-Spessart. Von links  Energieberater Armin Hoh, Landrätin Sabine Sitter, Klimaschutzbeauftragter Michael Kohlbrecher, Sigrid Goldbrunner von der Verbraucherzentrale und Energieberater Markus Baumann.
Foto: Karlheinz Haase | Kooperation für Klimaschutz in Main-Spessart. Von links Energieberater Armin Hoh, Landrätin Sabine Sitter, Klimaschutzbeauftragter Michael Kohlbrecher, Sigrid Goldbrunner von der Verbraucherzentrale und ...

Als die Kooperation mit der Verbraucherzentrale vorgestellt wurde, rief Landrätin Sabine Sitter die verheerenden Waldbrände in Kalifornien und andernorts sowie die die jüngsten Starkregenereignisse in den Südalpen, aber auch die extrem trockenen Sommer hierzulande ins Gedächtnis. Der Landkreis habe bisher schon einiges für den Klimaschutz unternommen. Beispielsweise wurde das Solarkataster aufgestellt oder die Vergabe der "Grünen Hausnummer" für besonders umweltfreundliche Anwesen eingeführt. Die neue Kooperation soll neuen Schwung in die Sanierungstätigkeit bringen.   

Sigrid Goldbrunner von der Verbraucherzentrale erläuterte die neuen Angebote: Kostenfrei gibt es über Telefon (0800) 809 802 400, per Mail oder auch in einer Beratungsstelle Informationsgespräche mit einer Dauer von mindestens einer halbe Stunde. Sie werden vollständig vom Bundeswirtschaftsministerium finanziert.

Kostenlose Beratungen

Kostenfrei ist sogar auch ein einstündiger Basischeck im eigenen Haushalt, bei dem es um den Energieverbrauch und Einsparpotenziale geht. Weitere Checks hinsichtlich Gebäude, Solarwärme, Heizung und Photovoltaik kosten den Hauseigentümer jeweils nur 30 Euro, obwohl sie eigentlich bis zu 422 Euro teuer sind, auch diese weiteren Kosten werden vom Ministerium übernommen. Für 50 Energie-Checks im Jahr übernimmt der Landkreis auch diese 30 Euro Eigenanteil und macht sie damit komplett kostenlos. Die Energieberatungen der Verbraucherzentrale finden auch in den Volkshochschulen Karlstadt (jeden dritten Dienstag im Monat von 16 bis 19 Uhr) und Marktheidenfeld (jeden zweiten Donnerstag im Monat ebenfalls von 16 bis 19 Uhr) statt.    

Ein Prozent Sanierungen pro Jahr – das würde rein rechnerisch bedeuten, dass jedes Haus erst nach 100 Jahren saniert wird. Auch wenn es gewisse Vorschriften zu Energieeinsparmaßnahmen an Gebäuden gibt, würden diese bisher kaum überprüft, bedauert der Rothenfelser Zimmerer und Egergieberater Markus Baumann.

Immerhin hätten 80 Prozent derer, die eine Energieberatung in Anspruch genommen haben, tatsächlich energetisch saniert, berichtete der Main-Spessart-Klimaschutzmanager Michael Kohlbrecher.        

Weitere Artikel
Themen & Autoren
Karlstadt
Karlheinz Haase
Bundesministerium für Wirtschaft
Debakel
Denkmäler
Dämm-Technik
Energiebedarf und Energieverbrauch
Energieberatung
Häuser
KfW Bankengruppe
Klimaschutz
Ministerien
Sabine Sitter
Waldbrände
Waldbrände in Kalifornien
Lädt

Damit Sie Schlagwörter zu "Meine Themen" hinzufügen können, müssen Sie sich anmelden.

Anmelden

Das folgende Schlagwort zu „Meine Themen“ hinzufügen:

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits.

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
Kommentare (0)