Zimmern

Malen - wie ich es sehe

Roswita Braunz in ihrem Zimmerer Atelier.
Foto: Martin Harth | Roswita Braunz in ihrem Zimmerer Atelier.

Was ist eigentlich Kunst? Wann ist ein Mensch ein Künstler? Über solche Fragen ist schon oft gestritten worden. Endgültige Antworten wurden wohl nie gefunden. Roswita Braunz aus Zimmern mag sich solche Fragen auch schon gestellt und für sich beantwortet haben.

Schon immer fühlte sich die 1963 Geborene zur Kunst und zur Malerei hingezogen. Beruflich ist sie in der ambulanten Altenpflege beschäftigt. In ihrem Hobby kann sie versinken, abschalten und entspannen, obwohl ihr das Zeichnen und Malen auf der anderen Seite hohe Konzentration und auch eine gewisse Ausdauer abverlangen.

Kleines Atelier eingerichtet

Im Untergeschoss ihres Wohnhauses in Zimmern hat sie sich ein kleines, helles und funktionales Atelier einrichten können. Die zugehörigen Wohnräume beherbergen inzwischen eine eigene Galerie, in der sie gut zwei Dutzend eigener Schöpfungen präsentieren kann. Ihr Mann Karl-Heinz ist bei allem ihr erster Kritiker und Förderer.

Vor zwei Jahren forderte der Kunstpreis der Stadt Marktheidenfeld unter dem Titel "Gedankenstrich" Roswita Braunz heraus. Sie bewarb sich mit zwei Zeichnungen, suchte den Vergleich zu den anderen Künstlern und wurde von der Jury in der Auswahl nicht berücksichtigt. Was andere zweifeln und zetern ließe, führte bei ihr zu neuer Motivation: "Das hat offenbar nicht gereicht. Ich muss etwas tun."

Besuch einer Malschule

Da sich das Ehepaar Braunz ohnehin gerne zu Urlauben in Oberbayern aufhält und ihr die örtlichen Angebote der Erwachsenenbildung nicht wirklich entsprechen, entdeckte Roswita Braunz eine Malschule in Bad Reichenhall. An dieser Einrichtung, die sich mit dem Titel Akademie schmückt, belegte sie Kurse, um sich fortzuentwickeln.

Bevorzugt malt sie ihre Landschaften und Portraits, die manchem im durchaus positiven Sinne vielleicht auch als ein wenig naiv erscheinen mögen, mit klassischen Ölmalfarben auf Leinwand. Sie lotet dabei ihre Grenzen aus. "Das Abstrakte liegt mir nicht", stellt die Hobby-Künstlerin fest, "ich will so malen, wie ich das sehe." Dies geht freilich über das bloße Abbilden hinaus.

Aufwändige Öltechnik

Überraschend ist, dass Roswita Braunz nicht dem Trend zur Acryl-Malerei folgen möchte, denn die Öl-Technik ist handwerklich langwieriger und anspruchsvoller. Aber sie liebt es, ihre Gemälde in Schichten aufzubauen, die Trocknungsphasen abzuwarten und mit der spezifischen Farbmischtechnik zu arbeiten, die ihr einfach mehr Möglichkeiten eröffne.

Die Malerei mit Ölfarben hat es Roswita Braunz angetan.
Foto: Martin Harth | Die Malerei mit Ölfarben hat es Roswita Braunz angetan.

Was der Zimmerer Malerin fehlt, ist der Austausch mit anderen. "Warum gibt es in Marktheidenfeld eigentlich keinen Künstlerstammtisch", fragt sich auch ihr Mann Karl-Heinz, "oder eine Kunst-Initiative?" Bedauerlich sei, dass Hobby-Künstler auch kaum mehr ein Forum fänden, um in Ausstellungen in Kontakt zu einem größeren Publikum treten zu können. Man akzeptiere, dass das Franck-Haus dafür nicht die geeignete Bühne sein wolle und könne, aber wo gebe es denn eine passende Alternative?

Gegenwärtig findet die elfte Auflage des städtischen Kunstpreises statt. Roswita Braunz hat auch dieses Mal wieder einen Beitrag eingereicht, um sich mit den "Profis" zu messen. Eine neuerliche Ablehnung kann sie nicht erschüttern, da versteht sie den Titel des Wettbewerbs als Verpflichtung: "Aufbruch".

Infos zu Roswita Braunz im Internet: www.rosis-free-art.de

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