Remlingen

Mit Technik und ohne Gift gegen das Unkraut

Die Felderbegehung mit Hack- und Striegelvorführung auf dem Bioland-Hof Schwab in Remlingen stieß auf großes Interesse statt.
Foto: Luise Schwab | Die Felderbegehung mit Hack- und Striegelvorführung auf dem Bioland-Hof Schwab in Remlingen stieß auf großes Interesse statt.

Auf dem Biolandhof Schwab in Remlingen trafen sich ökologisch wirtschaftende und an einer Umstellung interessierte Landwirte zu einer Felderrundfahrt mit Hack- und Striegelvorführungen zur Unkrautregulierung im ökologischen Landbau.

Mit über 100 Besuchern übertraf die Veranstaltung die Erwartungen der Organisatoren bei weitem und ist einmal mehr Beleg für die positive, dynamische Entwicklung im ökologischen Ackerbau, heißt es in einer Pressemitteilung.

Zu Beginn des Gruppentreffens ging es auf einige Felder der Firma Seubert. Dort bauen die Brüder Harald und Markus Seubert im ersten Jahr Biogetreide an. „Hier finden wir das Paradebeispiel von Flächen in Umstellung“, erklärte Thomas Schwab den anwesenden Bauern. Er deutet auf das „saubere“ Feld, auf dem kaum Unkräuter zu finden sind. „Gute fachliche Praxis im konventionellen Anbau zeichnet sich auch später bei der Umstellung auf ökologische Wirtschaftsweise aus.“

Anschließend besichtigten die Bauern einen Acker vom Betrieb Schwab, der bereits seit 1993 ökologisch wirtschaftet. Bioland-Erzeugerringberater Manfred Weller weist die anwesenden Landwirte darauf hin, dass auch auf diesen Feldern kaum Unkräuter zu finden sind. Lediglich eine leicht beherrschbare Mischflora an Beikräutern hat sich zwischen einzelne Getreidehalme gedrängt.

Bedeutung der Fruchtfolge

„Wenn die Fruchtfolge stimmt, dann ist das Getreide auch auf Feldflächen, die langjährig ökologisch bewirtschaftet werden, wüchsig und vital. Der Konkurrenzkampf zwischen Feldfrüchten und Unkraut ist unwesentlich“, erläuterte Weller. Einen grundlegenden Unterschied zu konventionellen Getreidebeständen stellt die verminderte Bestandsdichte dar. Diese führt zwar zu geringeren Erträgen, jedoch ist das Getreide in der Vegetationszeit nicht so anfällig gegen Pilzkrankheiten.

Eine Hack- und Striegelvorführung zur Demonstration der mechanischen Unkrautregulierung rundete das Programm auf den Äckern ab. „Nicht allein mit Technik, sondern vor allem auch mit der Einhaltung von Fruchtfolgeregeln im ökologischen Landbau und dem nötigen Fingerspitzengefühl halten wir die unerwünschten Beikräuter in Zaum“, sagte Manfred Weller zu den Landwirten.

Besonderes Interesse zog die Arbeitsweise der Getreidehackmaschine der Gebrüder Seubert auf sich. Der Frontanbau der sechs Meter breiten Hackmaschine ermöglicht den zeitgleichen Einsatz des Striegels im Heckanbau. In dieser Kombination ist sehr effektives Herausreißen und Verschütten der Unkräuter möglich.

Den Abschluss des Treffens bildete am Abend ein gemütliches Beisammensein auf Schwabs Biohof. Bei rustikalen Häppchen, Biobier und selbst gekeltertem Apfelsaft des Remlinger Biobetriebs diskutierten die Landwirte noch einmal angeregt über den informativen Nachmittag.

Öko-Modellregion

Die Öko-Modellregion Waldsassengau im Würzburger Westen ist ein Projekt der Allianz Waldsassengau und wurde im Rahmen der „BioRegio 2020“-Initiative der Bayerischen Staatsregierung ins Leben gerufen. Seit Erstellung des Konzeptes im Jahr 2014 hat sich der Öko-Anteil von 22 landwirtschaftlichen Betrieben auf mittlerweile 35 Betriebe um gut 50 Prozent erhöht und liegt nun bei rund 18 Prozent. Der Würzburger Westen ist eine starke Ackerbauregion, Tierhaltung und Verarbeitung sind schwach ausgeprägt. Über Vernetzung untereinander, Info-Veranstaltungen sowie Öffentlichkeitsarbeit setzt die Öko-Modellregion wichtige Impulse zur Weiterentwicklung des Öko-Landbaus.

Bioland ist der bedeutendste Verband für ökologischen Landbau in Deutschland. Über 6800 Landwirte, Gärtner, Imker und Winzer wirtschaften nach den Bioland-Richtlinien. Hinzu kommen mehr als 1000 Partner aus Herstellung und Handel wie Bäckereien, Molkereien, Metzgereien und Gastronomie.

Seit über 45 Jahren entwickeln die Bioland-Mitglieder eine ökologisch, ökonomisch und sozial verträgliche Alternative zur intensiven, von der Industrie und Fremdkapital abhängigen Landwirtschaft.

Nachhaltiges Wirtschaften

Ziel der täglichen Arbeit der Bäuerinnen und Bauern ist die nachhaltige Erzeugung hochwertiger und gesunder Lebensmittel. „Wirtschaften im Einklang mit der Natur, Förderung der Artenvielfalt sowie aktiver Klima- und Umweltschutz sichern unsere Lebensgrundlagen und erhalten eine vielfältige Kulturlandschaft“, so die Selbstdarstellung von Bioland.

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