Triefenstein

Neue Solarfelder: Noch viele Fragen offen im Treifensteiner Gemeinderat

An der Auffahrt zum Homburger Gebsatttelschloss befindet sich die einzige Elektro-Tankstelle in Triefenstein.
Foto: Günter Reinwarth | An der Auffahrt zum Homburger Gebsatttelschloss befindet sich die einzige Elektro-Tankstelle in Triefenstein.

Mit einer öffentlichen Sitzung in Trennfeld hatte Triefensteins Bürgermeisterin ihr Wahlkampf-Versprechen eingelöst, künftig in allen vier Ortsteilen den Gemeinderat tagen zu lassen. Mit den Beratungen am Dienstagabend in der "Triefenstein-Halle" setzte die Rathaus-Chefin einen Schlusspunkt unter ihren Wahlkampf-Slogan "Aus vier mach wir".

Zu den brisanten Punkten in der öffentlichen Sitzung gehörte wieder einmal das Thema "Stromgewinnung aus der Sonne" vor dem Hintergrund der bereits bestehenden Solarfelder auf den Gemarkungen Rettersheim und Trennfeld. Hier hatte die Main-Spessart Solar GmbH in Bessenbach bei Aschaffenburg in den vergangenen acht Jahren Solarfelder mit einer Gesamtgröße von 1,4 Hektar angelegt. Geschäftsführer Bernd Büttner und sein Kollege Eberhard Jaklin ließen jetzt den Gemeinderat wissen, dass die aktuelle Energieerzeugung auf Triefensteiner Gemarkung rund 10 000 KW betrage. Mit dieser Strommenge könnten 4000 bis 5000 Haushalte versorgt werden.

Büttner und Jaklin machten allerdings auch deutlich, warum sie in die Sitzung gekommen waren. Man wolle am Rande der Autobahn vor dem Hintergrund des ständigen Wandels der Energiewende weitere Solarfelder unter Bürgerbeteiligung "mit einer Technik vom Feinsten" erschließen – weil hier noch "sehr viele schöne Flächen" vorhanden seien, kündigten die beiden Redner an.

Bernd Büttner ließ Gemeinderat und Zuhörer aufhorchen, als er in Triefenstein erstmals eine neue Möglichkeit der Finanzierung neuer Solarfelder ins Spiel brachte und das Stichwort "Crowdfounding" nannte. Dabei handelt es sich um eine neue Form der Finanzierung eines Projekts, an denen sich möglichst viele Investoren beteiligen. Bislang hätten alle Solarfelder am Rande der Autobahn "positive Erträge" erbracht, sagte Bernd Büttner weiter. Künftig sei davon auszugehen, dass der Abstand von Autobahn und Schienen nicht mehr 110 Meter, sondern 200 Meter betragen werde.

Offensichtlich enttäuscht von Geschäftsführer Büttners bisheriges Engagement in Triefenstein war die Trennfelder CSU-Gemeinderätin Stefanie Engelhardt. Main-Spessart-Solar habe dem Gemeinderat sehr viel versprochen und zum Beispiel "sehr schnell" die Errichtung einer Elektro-Tankstelle zugesichert. Bernd Büttner erklärte die Verzögerung mit dem Hinweis auf eine bundesweite Problematik, die mit dem Bezahlsystem an den E-Tankstellen zusammen hing. Es habe leider sehr lange gedauert, bis man, so wie dies heute an der E-Tankstelle an der Auffahrt zum Homburger Schloss möglich sei, habe mit Scheckkarten bezahlen können.

Bürgermeisterin Kerstin Deckenbrock ("ein komplexes Thema") sieht vor dem Hintergrund der diskutierten Problematik noch viele offene Fragen. Deswegen möchte sie einen Beschluss, der auch die baurechtliche Seite der Erweiterung zum Inhalt hat, erst in der nächsten Sitzung des Gemeinderates auf die Tagesordnung setzen.

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