Karsbach

Nitrat in MSP: bei den "Roten Gebieten" auf einem guten Weg

Bei den  Pflanzenbautagen im Landkreis informierte das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) in der Karsbacher Sporthalle über Neuigkeiten zu Wasserschutz, Düngeverordnung und Marktfruchtanbau. Zu den Referenten zählten Bernhard Schwab, Bereichsleiter Landwirtschaft (am Mikro) und Thomas Holschuh vom Pflanzenbau.
Foto: Helmut Hussong | Bei den  Pflanzenbautagen im Landkreis informierte das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) in der Karsbacher Sporthalle über Neuigkeiten zu Wasserschutz, Düngeverordnung und Marktfruchtanbau.

Beim Bestellen von Feldern und Wiesen haben die Landwirte eine große Zahl von Vorschriften und Regelungen zu beachten. Das machte die turnusmäßige, vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) organisierte Fachveranstaltung Pflanzenbau einmal mehr deutlich. Dabei informiert das Amt über Reihe Änderungen und Neuerungen, wobei diesmal die neue Düngeverordnung und die damit verbundenen Auflagen einen der Schwerpunkte bildeten.

"Rat zur Saat" war die über dreistündige gemeinsamen Herbstversammlung von AELF Karlstadt, Fachzentrum Pflanzenbau Würzburg und Erzeugerring Würzburg betitelt. Die Experten sprachen zu  Wirtschaftlichkeit, Sortenwahl, Düngung und Pflanzenschutz. Unter coronabedingten Auflagen lauschten knapp 60 interessierte Landwirte in der Karsbacher Sporthalle den Referenten. Wiederholt wurde die Veranstaltung zwei Tage später in der Schlossparkhalle in Urspringen.

Einleitend fasste der AELF-Bereichsleiter Bernhard Schwab kurz die besonderen Wetterbedingungen dieses Jahres zusammen und ihr Einfluss auf Pflanzenanbau und Ernte. Wie umfangreich mittlerweile die Vorgaben im Bereich Düngung sind und was an Vorschriften der Bauer kennen und beachten muss, zeigte Schwab an Hand einer Auflistung. So gibt das Düngegesetz den gesetzlichen Rahmen vor und die seit Mai geltende neue Düngeverordnung regelt den zeitlichen und mengenmäßigen Einsatz der Düngemittel.

Landwirte müssen jede Menge Vorschriften beachten

Für "Rote Gebiete", womit Bereiche bezeichnet werden, in denen im Grundwasser eine besondere Nitratbelastung nachgewiesen wird, gibt es besondere Auflagen und eine neue Verwaltungsvorschrift. Weiter zu beachten sind die Verbringungsverordnung, die Bioabfallverordnung und das Bayerische Naturschutzgesetz und dann gibt es noch die AwS-Verordnung, die den Umgang mit wassergefährdenden Stoffen regelt – dazu zählen Jauche-, Gülle- und Silagesickersaftanlagen.

Details der neuen Düngeverordnung müssten noch geklärt und geregelt werden, betonte Thomas Holschuh vom Bereich regionale Anlaufberatung/Pflanzenbau (AELF). Besonders ging er auf die Sperrfristen für die einzelnen Düngerarten ein. Zudem treten zu Beginn des Jahres 2021 zusätzlich sieben bundesweit einheitliche und weitere zwei länderspezifische Auflagen in den stärker nitratbelasteten Bereichen ("Rote Gebiete") in Kraft.

Ab Herbst 2021 werden die Sperrfristen für die Ausbringung für Festmist und Kompost verlängert. Weitere Themen waren die Einarbeitungspflicht auf unbestelltem Ackerland und der verpflichtende Zwischenfruchtanbau vor Sommerungen. "Der Dokumentationsaufwand steigt und die organischen Dünger werden jetzt höher angerechnet", zeigte Holschuh einige Konsequenzen auf. Unter Umständen würden bei den Bauern mehr Lagerkapazitäten und Investition in neue Technik notwendig. Auch müsse man die Fruchtfolgen und Sortenwahl beim Anbau überdenken.

Nitratbelastung im Grundwasser ist gesunken

"Mit der neuen Ausführungsverordnung zur Düngung werden auch bis Ende 2020 die roten Gebiete durch die Wasserwirtschaft neu ausgewiesen", erklärte Eva Heilmeier von der Gewässerschutzberatung im AELF Karlstadtn. Im wesentlichen habe in den vergangenen Jahren die Nitratbelastung im Grundwasser nachgelassen. Das bedeute von den vormals drei roten Messstellen (Aschfeld/Werntal, Stetten und Rimpar) sei wahrscheinlich nur noch eine kritisch. Wichtig für die Neuausweisung werde auch, wie die entsprechenden Trinkwasserbrunnen von der Wasserwirtschaft eingeschätzt würden.

Im Detail informierte Eva Heilmeier ferner über die Einrichtung und das Verbot der garten- oder ackerbaulichen Nutzung der neuen fünf Meter breiten Gewässerrandstreifen. Erlaubt ist jedoch eine Grünlandnutzung. Eine Aussaat von reinen Leguminosen- oder Blühmischungen sei dagegen nicht zulässig.

Hinweise zum Pflanzenschutz im Winterraps und Getreide, Beizen und Zwischenfrüchten gab Stefan Karch vom Erzeugerring Würzburg. Sein Fazit: Die Chemie kann die Missachtung ackerbaulicher Grundsätze nicht (mehr) regulieren.

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