Obersinn

Obersinn: Tieferlegung der Hartbergstraße deutlich teurer

Die geplante Tieferlegung der Bahnunterführung bietet die wohl einmalige Chance, eine ordentliche Verkehrsanbindung des Wohngebiets Hartberg zu schaffen.
Foto: Jürgen Gabel | Die geplante Tieferlegung der Bahnunterführung bietet die wohl einmalige Chance, eine ordentliche Verkehrsanbindung des Wohngebiets Hartberg zu schaffen.

Bereits seit 2018 plant der Markt Obersinn die Tieferlegung der Hartbergstraße unter der Bahnunterführung, um zur ordentlichen Verkehrserschließung eine deutliche höhere Durchfahrtshöhe zu erhalten. Die der Deutschen Bahn bzw. DB-Netz vorgelegten Planungen des Ingenieurbüros Erich Hutzelmann (Hammelburg) sowie die Gespräche der Bürgermeisterin Lioba Zieres zogen sich zäh in die Länge, Zusagen wurden verändert oder neue Planvarianten ins Spiel gebracht. In der jüngsten Gemeinderatssitzung legte Zieres erstmals einigermaßen belastbare Zahlen vor, die den Markt erheblich treffen könnten.

Die Totalsperrung der Bahnlinie Flieden-Gemünden ist von ursprünglich 2024 jetzt auf 2025/2026 verlegt worden. In diesem Zeitfenster sollte die Anpassung der Durchfahrtshöhe der Brücke um 70 Zentimeter erfolgen. Derzeit ist eine maximale Durchfahrtshöhe von nur 3,62 Metern möglich. "Nicht einmal das Müllauto passt durch", unterstreicht die Bürgermeisterin die Notwendigkeit der Straßen-Tieferlegung. Die DB-Netz AG signalisiert jetzt Interesse an der Brückenerneuerung. Statt des ursprünglich angedachten Neubaus in Stahlbeton sei aber jetzt eine wesentlich teurere Dickblechbrücke aus Stahl geplant, die eine Durchfahrtshöhe von 4,20 Metern zulässt.

Die Kostenaufteilung erfolgt nach dem Eisenbahnkreuzungsgesetz, erklärte die Bürgermeisterin. Nach vorläufigen Schätzungen der Bahn-Netz muss die Gemeinde Obersinn die Mehrkosten einer Stahlbrücke gegenüber einer Betonausführung von 1,17 Millionen Euro zwei Jahre lang vorfinanzieren. Nach der Fertigstellung wird der erzielte Mehrwert der Bahn von 628 000 Euro an Obersinn zurückerstattet, während die gesetzliche Beteiligung der Gemeinde auf 647 000 Euro beziffert ist. In diesem Preis sind jedoch die Straßenbaukosten enthalten.

Kosten alleine kaum zu schultern

Gespräche mit dem Landratsamt und der Regierung von Unterfranken bestätigten die Rechtmäßigkeit der Zahlen, deren Belastung von Obersinn allein kaum zu schultern sei, räumte Lioba Zieres ein. "Jedoch ist dies die einzige Chance für die kommenden 100 Jahre, eine ordentliche Verkehrserschließung des Hartberg zu bekommen", zog sie eine ernüchternde Bilanz. Für den Marktgemeinderat galt es an diesem Abend die Entscheidung zu treffen, das Zukunftsprojekt fortzuführen oder "zu begraben". Diese Rückversicherung forderte Lioba Zieres ein.

Stellvertretender Bürgermeister Oskar Weber beurteilte die Tieferlegung der Straße als unumgänglich, nachdem der Markt hinter der ehemaligen Schule Wohnbaugrundstücke oder mehr plane. "Wenn die für dieses Projekt angedachten Förderungen uns helfen, sollten wir am Ende mit rund 200 000 Euro Anteil das Projekt schultern können", rechnete Weber vor. Auch Carsten Wohs sah keine Alternative auf die größere Durchfahrtshöhe zu verzichten.

Auf Nachfrage sagte Zieres, dass die jetzige Förderzusage der Bezirksregierung keinesfalls konkret sei. Der ursprünglich geplante Ausbau der Hartbergstraße kann erst nach Abschluss des Großprojekts erfolgen, so Zieres. Zur Finanzierung werde sie aber jetzt schon FAG-Fördermöglichkeiten anmelden. Abschließend fällte das Gremium den einstimmigen Beschluss: Der Markt bekundet seinen Willen, die Bahnsperrung 2025/2026 zu nutzen, den Neubau der Bahnunterführung in Dickstahlblech sowie die Tieferlegung der Fahrbahn durchzuführen und Fördermöglichkeiten zu erkunden.

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