Lohr

Pauls Spende: Lohrer Rathaus reagiert gelassen auf AfD-Kritik

Der Lohrer Bürgermeister Mario Paul.
Foto: Roland Pleier | Der Lohrer Bürgermeister Mario Paul.

Die auf eine AfD-Veranstaltung in der Lohrer Stadthalle folgende Spende des Lohrer Bürgermeisters Mario Paul an den Helferkreis Asyl erzürnte den AfD-Kreisvorsitzenden Kurt Schreck. Im Empfänger der Spende, dem Lohrer Helferkreis Asyl sieht Schreck eine "mehr als fragwürdige" Institution. Die AfD behalte sich eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen Paul vor. Im Lohrer Rathaus sieht man dem gelassen entgegen. An der Spende des Bürgermeisters sei rechtlich nichts auszusetzen.  Auch Joachim Salzmann reagiert deutlich auf Schrecks Aussagen.

Die AfD hatte am 6. April in Lohr in der Stadthalle einen "Bürgerdialog" gehalten. Im Nachgang der Veranstaltung hatte Bürgermeister Mario Paul 400 Euro, also den doppelten Betrag der Mieteinnahmen aus der AfD-Veranstaltung, an den Lohrer Helferkreis Asyl gespendet. Die Spende begründete er damit, dass er als Bürgermeister "nicht nur Behördenleiter der Stadt Lohr, sondern auch ein Mensch mit klarer politischer Haltung" sei.

Nicht die erste Spende an gemeinnützige Initiativen

Das Rathaus erklärt in einer Stellungnahme zur Kritik Schrecks, dass der Bürgermeister "zu einhundert Prozent hinter der Spende an den Helferkreis Asyl" stehe. Diese sei rechtlich unbedenklich. Der Bürgermeister könne über seine per Stadtratsbeschluss in den Haushalt eingestellten Verfügungsmittel in Höhe von 3500 Euro ohne Zweckbestimmung verfügen. Schon in der Vergangenheit habe Paul dabei gemeinnützige Initiativen und Vereine unterstützt.

Die von der AfD gezahlte Hallenmiete sei ganz normal beim Eigenbetrieb Stadthalle verbucht worden, so das Rathaus schließlich. Der Helferkreis Asyl leiste "äußerst wertvolle Arbeit am Menschen, für unsere Stadt und unsere Gesellschaft".

Joachim Salzmann, Leiter des 2015 gegründeten Lohrer Helferkreises Asyl, wertet Schrecks Formulierungen als "Unverschämtheit". Es handle sich bei den rund 15 Ehrenamtlichen des Helferkreises um "Menschen, für die Barmherzigkeit im Vordergrund steht, und nicht rassistische und fremdenfeindliche Ansichten". Dass Schreck diese Arbeit als fragwürdig oder zweifelhaft bezeichne, sei nicht zu akzeptieren.

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