Schönau

Riesige leere Bilderrahmen im Kloster Schönau füllten sich wieder

Fünf großformatige Werke zweier fränkischer Barockmaler sind aus der Randersackerer Werkstatt des Restaurators Christoph Schädel in neuem Glanz zurückgekehrt.
Lorenz Lippert (links) bezweifelt lachend, ob Guardian Pater Steffen Behr dem Restaurator Christoph Schädel die richtige Bildleiste auf das Gerüst reicht.
Foto: Rosemarie Knechtel | Lorenz Lippert (links) bezweifelt lachend, ob Guardian Pater Steffen Behr dem Restaurator Christoph Schädel die richtige Bildleiste auf das Gerüst reicht.

Fünf leere Bildrahmen zeigten das nackte Mauerwerk der Schönauer Klosterkirche seit dem 6. April dieses Jahres. Das ist vorbei, seit dem Wochenende sind sie wieder prächtig gefüllt mit Werken der fränkischen Barockmaler Georg Sebastian Urlaub und Georg Franz Mica. Diese haben die 210 auf 170 Zentimeter großen Gemälde um 1714 geschaffen.

Vier der insgesamt neun großen, rund 300 Jahre alten Ölgemälde konnten bereits im vergangenen Jahr restauriert werden. Bei den restlichen fünf, die das Leiden und Sterben Christi, wie auch seine Auferstehung darstellen, handelt es sich unter der Empore um die "Geißelung Christi" und die "Dornenkrönung". An der Nordwand geht es weiter mit der "Auferstehung", mit "Noli me tangere – der Auferstandene begegnet Maria Magdalena" und "Der ungläubige Thomas"; letzteres stammt von Mica, ebenfalls aus dem frühen 18. Jahrhundert.

Mehrere Schmutzschichten bedeckten die alte Pracht

Stark vergilbte und verschmutzte Oberflächen, deren ursprüngliches Aussehen durch alten Firnis, Staub und Ruß unansehnlich geworden waren, unterzog Christoph Schädel einer mehrstufigen Abnahme der Schmutzschichten. In seiner Randersackerer Werkstatt untersuchte der ausgebildete Vergoldermeister und staatlich geprüfte Restaurator die Bilder mit UV-Licht, das Altretuschen, Schadstellen und vergilbte Firnisschichten sichtbar macht.

Zunächst nimmt Schädel Festigungsmaßnahmen an der Malschicht vor, erst danach kann die gründliche Reinigung schrittweise erfolgen. Gewebeschäden machen sogenannte Kittungen erforderlich, Fehlstellen benötigen sorgfältiges Retuschieren. Abschließend trägt der Restaurator zum Schutz der Gemäldeoberfläche einen Überzug aus Naturharzfirnis auf.

Zurück in Schönau setzte Schädel die Bilder wieder in die Rahmen, die der Baumeister Kilian Staufer um 1700 aus Stuckmarmor fest mit der Wand verbunden hat. Der kunsthistorischen Bedeutung der Schönauer Klosterkirche und ihrer unschätzbar wertvollen Ausstattung nimmt sich seit 2013 der Förderkreis an, dem nun auch diese Restaurierung in Höhe von rund 25 000 Euro zu verdanken ist; vom Landesdenkmalamt genehmigt und in Abstimmung mit dem Kunstreferat des bischöflichen Ordinariats gefördert.

Restaurierung nur dank Spenden und Zuschüssen möglich 

"Ohne Zuschüsse der Kulturstiftung des Bezirks Unterfranken, der Sparkassenstiftung und vieler privater Spenden", so Gerhard Köhler, der Vorsitzende des Förderkreises, "wäre die Wiederherstellung dieser Kulturgüter nicht möglich gewesen." Auch im kommenden Jahr soll ein Projekt zur Sicherung und Bewahrung von geistigem und kulturellem Erbe im Kloster Schönau erfolgen. Ob es sich dabei um die Bilder der Seitenaltäre handeln wird, Valentin links und Antonius rechts, oder um die zwölf Apostel im Altarraum, steht noch nicht fest. Erst wenn die Finanzierung gesichert ist, kann darüber entschieden werden. Köhler hofft, dass weiterhin genügend Spenden eingehen, damit der Förderkreis seine wichtige Arbeit fortsetzen kann.

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