Burgsinn

Sinngrund-Allianz protestiert gegen SuedLink

Im Kampf gegen SuedLink: Burgsinns Bürgermeister Robert Herold (Zweiter von rechts) griff für ein Pressefoto spontan zum Protest-Schild. Schnell sammelte sich eine Reihe von Mitstreitern um ihn, die die „Monstertrasse“ durch den Sinngrund verhindern wollen.
Foto: Roland Bauernschubert | Im Kampf gegen SuedLink: Burgsinns Bürgermeister Robert Herold (Zweiter von rechts) griff für ein Pressefoto spontan zum Protest-Schild.

Ein großer, roter Ballon schwebt in luftiger Höhe über Burgsinn. Blinkende Leuchtdioden machen ihn am schwarzen Nachthimmel sichtbar. Die Leute, die sich am Montagabend auf dem Marktplatz versammelt haben, recken die Hälse nach oben und staunen. „Ganz schön hoch“, ist zu hören und „Das mag man sich gar nicht vorstellen“.

Die Aktion der Bürgerinitiative Sinngrund-Allianz (BI) zeigt bei den Bürgern die erwartete Wirkung aus Verwunderung und Entsetzen. Denn der Ballon in 80 Metern Höhe symbolisiert das Ausmaß der SuedLink-Trasse, die nach aktuellen Überlegungen der Betreiberfirma TenneT unmittelbar an Burgsinn vorbei durch den Sinngrund verlaufen könnte. „Dabei sind 80 Meter Masthöhe noch die kleinste Variante“, erklärt Willie Balkie von der BI-Lenkungsgruppe. Es könnten auch Masten von 150 Metern Höhe sein, über die die Stromtrasse bis unmittelbar an den östlichen Ortsrand von Burgsinn herangeführt werden könnte.

Risiko für die Gesundheit?

In vielen Gesprächen mit interessierten Mitbürgern klären die BI-Aktiven an diesem Abend über den Stand der Planungen und über die Gefahren auf, die möglicherweise drohen. In einem Flugblatt, das am Infostand viele Abnehmer findet, prognostiziert die Bürgerinitiative ein erhöhtes Gesundheitsrisiko aufgrund der Strahlenbelastung, die von der Stromtrasse ausgehen soll.

„Außerdem sind schon weitere Trassen in Planung“, sagt Willi Balkie im Gespräch mit der Main-Post. Wo werde TenneT die wohl platzieren, wenn erst einmal die erste Trasse durch den Sinngrund gezogen sei, fügt Balkie an. „Synergie“, meint Balkie, sei die zynische Umschreibung dafür, dass dort, wo die Menschen und die Natur bereits belastet seien, weitere Zumutungen geradezu folgerichtig erschienen.

Dieses Denken und der Umstand, dass bereits eine ICE-Strecke und eine Freileitung den Sinngrund durchschnitten, hätten die Region erst ins Spiel gebracht. Das sei das Ergebnis einer geschickten Strategie von TenneT, ärgert sich Balkie, da man die berechtigten Sorgen der Anwohner an der A7 für die Suche nach alternativen Trassenverläufen missbraucht habe.

Deswegen legt die BI Sinngrund-Allianz Wert auf die Feststellung, dass sie SuedLink nicht nur vor dem eigenen Ortsschild bekämpft, sondern im Schulterschluss mit anderen Bürgerinitiativen und im Verbund der Interessenvertretung MSP-Link für einen generellen Stopp der Stromtrasse streitet.

Überall überflüssig

Der Grundtenor in den Gesprächen an diesem Montagabend rund um den Infostand der Bürgerinitiative Sinngrund-Allianz an diesem Abend lautet: Die Stromtrasse ist überall gefährlich, unnütz und überflüssig. Und beängstigend ist alleine schon die Vorstellung, dass diese Höchstspannungs-Stromtrasse in den Sinngrund kommen könnte. Das ist aus den Blicken derer zu lesen, die sorgenvoll zum rot blinkenden Ballon am Burgsinner Nachthimmel schauen.

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