Burgsinn

Stehen „Digitale Dörfer“ vor dem Aus?

Alle anderen Allianz-Gemeinden haben bereits entschieden, sich am Online-Projekt "Digitale Dörfer" zu beteiligen. Nun lag auch dem Burgsinner Gemeinderat das Thema zu Beratung und Beschluss vor. Bürgermeister Robert Herold präsentierte dem Gremium die Möglichkeiten eines lokalen Nachrichtenportals in Form der Webseite "Digitale Dörfer", das vom Fraunhofer Institut getragen und vom Rheinland Pfälzischen Innenministerium und der Versicherungskammer Bayern finanziell gefördert wird.

Über das Modul "DorfNews" könnten die Bürger kommunale Mitteilungen, Veranstaltungshinweise, Schwimmbad-Öffnungszeiten, Informationen aus Schulen, Kirche und Vereinen und vieles mehr zeitnah und bequem über eine App auf das Smartphone bekommen, erklärte Herold. Mit dem Modul "DorfFunk" ließen sich Hilfsangebote, Gesuche und sonstiger Informationsaustausch unter den Benutzern realisieren. Die Beteiligung an der Online-Plattform käme für die Gemeinde auf 92,80 Euro Jahresgebühr, so Herold.

Kritik: Kein lokaler Wiedererkennungswert

"Das Projekt läuft zum 31. Juli 2021 aus", meldete sich Philipp Schirling (IB) zu Wort und riet, von einer Beteiligung Abstand zu nehmen. Es sei nicht sicher, ob oder wie das Projekt "Digitale Dörfer" nach Mitte des kommenden Jahres fortgeführt werde. Er plädierte dafür in ein zukunftssicheres Projekt einzusteigen. Inhaltlich kritisierte Schirling an der App, dass sie keinen lokalen Wiedererkennungseffekt besitze und zudem keine Filterfunktion biete.

So erhielte jeder Benutzer stets alle Neuigkeiten aus allen Sinngrundgemeinden anstatt eine Auswahl der persönlich relevanten Informationen aus ausgewählten Quellen treffen zu können. Marco Scholz (IB) ergänzte, dass ihn die große Anzahl negativer Bewertungen der App im App-Store bedenklich stimme. Während Gerhard Scheidt und Reiner Knöll (BüLi-FB) entgegen dieser Kritik für eine Beteiligung an der App plädierten, um ohne großen Kostenaufwand den Nutzen und die Akzeptanz einer digitalen Informationsplattform zu testen, formulierte Frank Pechmann (SPD-FL) die Befürchtung, dass die 92,80 Euro nur ein Lockangebot sein könnte.

Es wurde nie für eine Allianz-App angefragt

Warum man nicht die vom Burgsinner Programmierer Andy Grothe entwickelte "Burgsinn-App" als Alternative in Erwägung gezogen habe, wollte Philipp Schirling wissen und Bürgermeister Herold antwortete, dass diese nicht Allianz-übergreifend ausgelegt sei. Grothe, als Zuschauer anwesend, konterte, dass er nie für eine Allianz-App angefragt wurde. Grothe weiter: "Wenn die Förderung der "DorfFunk"-App durch das Ministerium und die Versicherungskammer Bayern ausläuft, dann kostet die Nutzung 90 Euro pro Gemeinde pro Monat." Das sei dann deutlich mehr, als er für seine "Burgsinn-" später "Allianz-App" verlangen würde, so Grothe.

Der Rat kam zu dem Schluss, sich in einer der nächsten Sitzungen eingehend von den "Digitale Dörfer"-Betreibern informieren zu lassen und vertagte die Entscheidung über eine Projekt-Teilnahme.

Mit den Nein-Stimmen aller Anwesenden beschloss der Rat anschließend einhellig, die Wertstoff-Container-Stellplätze am Mäusberg und in der Schlossallee nicht weiter zu betreiben. Fünfmal einstimmig ergingen die Feststellungen und Entlastungen der Jahresrechnungen für die Jahre 2015 bis 2019.

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