Gemünden

Therapie oder hinter Gitter: Gericht muss entscheiden

22-Jähriger hat einige Straftaten unter Drogeneinfluss begangen. Nun hat er eine Freundin und will clean werden.
Das Amtsgericht in Gemünden.
Foto: Michael Mahr | Das Amtsgericht in Gemünden.

Muss ein junger Mann aus dem Raum Karlstadt für seine Straftaten hinter Gitter oder kann er die zu erwartende Strafe in einer Drogentherapie absitzen? Das will das Jugendschöffengericht am Amtsgericht Gemünden in einer Fortsetzungsverhandlung entscheiden. Zuvor soll der Angeklagte von der Landgerichtsärztin untersucht werden.

Nahezu alle seine früheren und aktuellen Straftaten hat der zum Teil in einem Kinderheim aufgewachsene Angeklagte unter dem Einfluss von Drogen ausgeübt. Doch damit soll nun für immer Schluss sein, beteuerte der 22-Jährige. Sowohl Drogen wie auch weiteren Straftaten hat er abgeschworen. Der Grund dafür: seine Freundin, die auch nach den Ausführungen der Bewährungshelferin und der Jugendgerichtshilfe einen großen positiven Einfluss auf den Heranwachsenden hat. Sie gibt ihm den Halt, den er im eigenen Elternhaus nie bekommen hat.

Diverse Delikte: Diebstahl, Sachbeschädigung und mehr

Diebstahl, Sachbeschädigung, Fahren ohne Fahrerlaubnis und Erwerb und Besitz von Betäubungsmittel haben den Angeklagten immer wieder vor Gericht und auch schon in den Jugendstrafvollzug gebracht. Aktuell hat er wieder drei neue Anklagen „an der Backe“. So wurde am 25. November 2019 die geringe Menge von 0,02 Gramm Methamphetamine bei ihm gefunden. Am 6. Mai 2019 hat er im Internet einen PC für rund 2100 Euro verkauft, das Geld kassiert, den Computer aber nie geliefert. Schließlich erwischte ihn die Polizei mit einem VW Golf, an dem die Kennzeichen eines anderen Autos angebracht waren. Zudem stand der Fahrer unter Drogen, besaß dafür aber keine Fahrerlaubnis.

„Wie soll es jetzt weitergehen?“ Auf diese Frage suchte das Gericht unter Vorsitz von Richter Volker Büchs eine Antwort. Der Angeklagte soll beim Drogenentzug unterstützt werden. Möglich wäre eine Therapie, die von der Krankenkasse bezahlt wird. Deren Zustimmung liegt aber noch nicht vor. Richter Büchs favorisiert allerdings eine gerichtliche Einweisung in eine Entziehungsanstalt. Die Behandlung würde zwei Jahre dauern. Anschließend wäre der junge Mann, der keinen Schulabschluss oder Berufsausbildung vorweisen kann, straffrei.

Aufschluss darüber, welche Maßnahme die geeignetere und die mit den größten Erfolgsaussichten ist, soll die gerichtsärztliche Untersuchung bringen. Deren Ergebnis und ein zu erwartendes Urteil will das Gericht in der Fortsetzungsverhandlung am 27. Juli beraten und verkünden.

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