MAIN-SPESSART/VEITSHÖCHHEIM

Überlebenskampf der Stadtbäume im Klimawandel

Silvaner-Verkostung: Über Amphorenwein informierten sich die Landtagsgrünen in der Landesanstalt für Wein- und Gartenbau (LWG). Von links: Bezirksvorsitzende Barbara Pfeuffer, Kreisrätin Eva Pumpurs, Kreisvorsitzender Gerhard Kraft, Landtagsabgeordnete Kerstin Celina, Fraktionsvorsitzende Margarete Bause und LWG-Präsident Dr. Hermann Kolesch.
Foto: Büro Celina | Silvaner-Verkostung: Über Amphorenwein informierten sich die Landtagsgrünen in der Landesanstalt für Wein- und Gartenbau (LWG).

Margarete Bause, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bayerischen Landtag, und die unterfränkische Landtagsabgeordnete Kerstin Celina aus Kürnach, die auch den Landkreis Main-Spessart betreut, besuchten zusammen mit einer Delegation grüner Mandatsträger aus Stadt und Landkreis Würzburg die Bayerische Landesanstalt für Wein- und Gartenbau (LWG) in Veitshöchheim.

Präsident Dr. Hermann Kolesch und der Leiter des Fachzentrums Bienen, Dr. Stefan Berg, stellten den Gästen die Landesanstalt vor und betonten die Synergien, die sich daraus ergäben, dass die Anstalt für Wein- und Gartenbau sowie das Fachzentrum Bienen in einem Haus vereint seien. Beratung, Bildung, angewandte Forschung, Recht und Service in den Bereichen Gartenbau, Bienen, Wein und Landespflege sind die Aufgaben der Landesanstalt.

Nahezu 300 Beschäftige, inklusive 26 Auszubildender und jährlich bis zu 200 Studierende mit etwa 80 Lehrkräften, umfasse die staatliche Landesanstalt, erläuterte Dr. Kolesch. Etatmäßig werde die Anstalt, einschließlich Bildungseinrichtung im Landwirtschaftsministerium geführt. Im Forschungsbereich sei man mit 160 Projekten sehr gut aufgestellt.

Die beiden Landtagsabgeordneten Bause und Celina interessierten sich besonders für die bundesweite und europäische Vernetzung der Landesanstalt, zum Beispiel im Rahmen der Zusammenarbeit für das Projekt „Stadtgrün“. Hier werde unter anderem geforscht, welche Bäume im Zuge des Klimawandels zukünftig in den Städten am besten überleben können. Auch das Thema „Urban Gardening“ nehme breiten Raum ein und sei ein wichtiger Zukunftstrend, so Dr. Kolesch. Ebenso der Anbau von Energiepflanzen, der in Zukunft durchaus eine Alternative zum Maisanbau darstelle.

Der Erhalt alter Arten und deren wirtschaftlicher Einsatz sind weitere Forschungsgebiete. Margarete Bause war es ein besonderes Anliegen, auf den klimaschädlichen Torf im Gartenbau hinzuweisen und bat die LWG, in Zukunft darauf zu verzichten und sich um Ersatzstoffe zu bemühen.

Der Sektor Weinbau ist, was die Qualitätsfortentwicklung und den Wirtschaftsfaktor Weintourismus angeht, besonders wichtig für Franken. Positiv sehen die Grünen auch die schrittweise Ökologisierung des Weinanbaus beim LWG (drei von 20 Hektar sind mittlerweile Ökowein) und die klare Absage an gentechnisch veränderte Sorten. Bei einem Rundgang durch den Weinkeller und einer Silvaner-Verkostung erläuterte Dr. Kolesch noch die Nischenproduktentwicklung wie Amphorenwein oder den Ausbau in Holzfässern.

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