Zellingen

VG Zellingen: Allein 2,5 Millionen an Personalkosten

Deutlich steigt die Umlage der Verwaltungsgemeinschaft Zellingen. Die Gemeinden Himmelstadt, Retzstadt sowie die Märkte Thüngen und Zellingen müssen im Jahr 2021 je Bürger 232,59 Euro bezahlen, das sind fast 23 Euro mehr als vergangenes Jahr. Dazu kommt noch eine Vermögensumlage von 16,24 Euro je Bürger, in den vergangenen Jahren wurde keine erhoben.

Der von der Verbandsversammlung einstimmig beschlossene Haushalt sieht im Verwaltungshaushalt 2,93 Millionen Euro (120 000 Euro mehr als 2020) und im Vermögenshaushalt 175 300 Euro (52 000 Euro mehr, komplett über die Umlage finanziert) vor. Bestimmt wird der Verwaltungshaushalt vor allem von den Personalkosten, sie machen rund 2,5 Millionen Euro aus. Im Stellenplan gibt es mit zwölf Beamten und 36 Angestellten einen Beamten und vier Angestellte mehr als im Vorjahr, zu den drei Auszubildenden soll zum 1. September ein weiterer Azubi kommen.

Dauerhaft bleiben wird nur die zusätzliche Beamtin in Abteilung drei, bei den Angestellten werden für die Nachfolger von Mitarbeitern, die in Altersteilzeit gehen oder den Arbeitgeber wechseln, vorübergehend vier Stellen ausgebracht.

Knapp 20 000 Euro für Bundestagswahl eingeplant

Die Bundestagswahl im September ist mit 19 500 Euro im Haushalt eingeplant, was laut dem geschäftsleitenden Beamten der üblichen Kombination aus Urnen- und Briefwahl entspreche. Sollte es mehr Biefwahl geben, steigen die Kosten. Wie bei der Kommunalwahl im Jahr 2020, die mit 27 500 Euro veranschlagt war, werden sie aber vom Bund vollständig übernommen.

Miete und Nebenkosten für das Rathaus schlagen mit knapp 95 000 Euro zu Buche, über eine Mieterhöhung aufgrund der begonnen Sanierung durch den Markt Zellingen ist noch nichts bekannt.

Neu im Verwaltungshaushalt sind 6800 Euro für einen Wartungsvertrag zum IT-System. Die Pflege der speziellen Verwaltungs-Software schlägt mit 88 000 Euro zu Buche, was sich hälftig auf die Programme der AKDB und von Komuna verteilt. Zudem wurde die Elektronikversicherung der vorhandenen Hardware angepasst, was die Jahres-Prämie auf 4500 verfünffacht. Auch andere Versicherungen, unter anderem für die Kasse und den Schadenfreiheitsrabatt des Diensfahrzeugs, wurden aktualisiert, die Prämien stiegen um ein Drittel auf 18 000 Euro.

Im Vermögenshaushalt macht sich vor allem die Sanierung des Gebäudes bemerkbar. Für Ersatz der 40 Jahre alten Büromöbel und neue Beleuchtung im Zuge der Zimmersanierung sind 37 500 Euro eingeplant, vergangenes Jahr waren es 30 000 Euro weniger. Zudem ging der Markt Zellingen mit 137 500 Euro für IT-Verkabelung, Elektro- und Malerarbeiten in Vorleistung. Hierzu merkte Verbandsrat Karl Gerhard an, dass dafür eigentlich die Verwaltungsgemeinschaft an den Vergaben beteiligt hätte werden müssen. Für die Nachrüstung der Schließanlage mit Transpondern sind 5000 Euro eingeplant, weitere 5000 sollen 2022 folgen. In die EDV-Anlage selbst werden knapp 38 000 Euro investiert, neben neuer Software für die Server auch in ein neues Zeiterfassungssystem.

Dienstherr fordert Kostenrückerstattung für Ausbildung

Das langjährige Investitionsprogramm sieht nach den 175 300 Euro in diesem Jahr nächstes Jahr 168 000 Euro und 2023 31 000 Euro vor.

An Verwaltungs- und Investitionsumlage bezahlen der Markt Zellingen 1,48 Millionen Euro (Investitionsumlage 103 400 Euro), die Gemeinde Retzstadt 362 600 (25 300) Euro, die Gemeinde Himmelstadt 359 350 (25 100) Euro und der Markt Thüngen 30 800 (21 500) Euro.

Wie aus dem von Retzstadts Bürgermeister Karl Gerhard als Vorsitzendem des Rechnungsprüfungsausschusses vorgetragenen Prüfungsbericht zum Haushalt 2019 hervorgeht, stieg das Haushaltsvolumen der Verwaltungsgemeinschaft Zellingen in den letzten zwei Jahren um rund 266 000 Euro an. Damals waren es 2,84 Millionen Euro (Verwaltungshaushalt 2,68 Millionen Euro, Vermögenshaushalt 168 500 Euro), in diesem Jahr sind es 3,11 Millionen Euro.

Eine Besonderheit war, dass für die Ausbildung der in der Finanzverwaltung neu eingestellten Mitarbeiterin der abgebende Dienstherr eine Kostenrückerstattung von rund 42 000 Euro forderte, was die Gemeinschaftsversammlung aber schon zusammen mit der Einstellung im August 2019 beschloss. Für das Jahr 2020 ist bereits bekannt, dass sich in der Kernverwaltung aufgrund von langwierigen Erkrankungen in allen vier Abteilungen Überstunden anhäuften.

Aus dem Prüfbericht der überörtlichen Rechnungsprüfung der Jahre 2016 bis 2019 ergab sich, dass seit Jahresbeginn 2021 keine Sitzungsgelder mehr an teilnehmende Sachbearbeiter oder Referenten ausgezahlt werden dürfen. Die VG-Versammlung stellte die Jahresrechnung 2019 einstimmig fest und beschloss auch Entlastung, hierbei stimmten der VG-Vorsitzende Stefan Wohlfart und sein Vorgänger Wieland Gsell nicht mit.

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