Langenprozelten

Vorwerk: Römer nutzten die Nordroute über Langenprozelten

Mainkarte von Jürgen Jung vom  ASP Aschaffenburg.
Foto: Jürgen Jung | Mainkarte von Jürgen Jung vom  ASP Aschaffenburg.

"Wo Römerheere den Main querten", hieß der Titel einer Beitrags unseres Gastautors  Wolfgang Vorwerk über Locoritum, jenen sagenhaften Ort, den Ptolemaios auf seiner Karte erwähnte. Vorwerk, Vorsitzender des Historischen Vereins in Lohr, verortet ihn in Langenprozelten. Heimatforscher Klaus Weyer dagegen sagt, die Römer seien auf ihrem Weg vom Hauptquartier Mainz ins Legionslager Marktbreit unterhalb des Spessarts marschiert. Das sei nicht möglich, so Vorwerk in einer Stellungnahme.

Lesen Sie auch:

Vorwerk schreibt: "Ab Mainz gab es um Christi Geburt nur die Nordroute über Langenprozelten! Klaus Weyer stimme ich in einem wichtigen Punkt voll zu: für die Planung und den Bau des Kastells Marktbreit ab etwa 10 v. Chr. war der Main der Hauptversorgungsweg. Warum sonst lag das römischen Hauptquartier Mainz am Rhein (13/12 v. Chr.) direkt an der Mainmündung? Genau deshalb! Und das Wichtigste: Eine Schiffsbrücke in Mainz führte von Anfang an über den Rhein auf die Nordseite des Mains.

Lesen Sie auch:

Die hessische Straßenforschung sieht übereinstimmend in der bereits von den Kelten genutzten Trasse (siehe die keltische Münze) über den Nordspessart die natürliche Fortsetzung dieser nordmainischen Vormarschroute für Mainfranken: Das heißt die Birkenhainer Straße mit der Langenprozeltener Furt. Sie ist ,der mit Abstand dichteste Verkehrsknotenpunkt' der damaligen Zeit (Archäologe Ralf Obst). Dem ist nichts hinzuzufügen.

Wege wie durch die damals permanent überschwemmten Niederungen des hessischen Rieds und daher die Südroute von Klaus Weyer scheiden daher für Marktbreit um Christi Geburt völlig aus! Das Ried erschlossen die Römer straßenmäßig erst sehr viel später. Ptolemaios hatte übrigens für Germanien alte Unterlagen der römischen Militärverwaltung aus der Zeit um Christi Geburt zur Hand. So die Antwort der Berliner Forscher. Locoritum ist auch kein Name für einen See, sondern für einen Furtort, wie eben das nach den richtigen Berliner Koordinaten am Main gelegene Langenprozelten. Nicht Obersulm bei Heilbronn. Da hat sich Weyer vertan. Das –loco könnte je nach Etymologie auch auf lichte Auenwälder hinweisen."

Nichts mehr verpassen: Abonnieren Sie den Newsletter für die Region Main-Spessart und erhalten Sie zweimal in der Woche die wichtigsten Nachrichten aus Ihrer Region per E-Mail.
Weitere Artikel
Themen & Autoren
Langenprozelten
Archäologen
Das Römische Reich
Geschichte der Region Main-Spessart
Heimatforscher
Jesus Christus
Kelten
Rhein
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler
Lädt

Damit Sie Schlagwörter zu "Meine Themen" hinzufügen können, müssen Sie sich anmelden.

Anmelden

Das folgende Schlagwort zu „Meine Themen“ hinzufügen:

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits.

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
Kommentare (0)
Aktuellste Älteste Top

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!