Marktheidenfeld

Weihnachten 2020: Pfarreien zeigen sich kreativ

Es gibt mehr und andere Gottesdienste an und rund um die Feiertage, oft sind vorab Anmeldungen erforderlich. Dekan Roth: "Atmosphäre der Gottesdienste" ist für viele Menschen wichtig
So wie auf diesem Beispielbild aus dem Archiv kennen es viele Gläubige: Ein Gottesdienste zu Weihnachten mit Krippenspiel. In diesem Jahr wird es in den katholischen und evangelischen Dekanaten im Landkreis Main-Spessart etwas anders sein.
Foto: Ott | So wie auf diesem Beispielbild aus dem Archiv kennen es viele Gläubige: Ein Gottesdienste zu Weihnachten mit Krippenspiel.

Wir sind mitten drin im Advent und der "stillen Zeit". Für manche ist sie dieses Jahr wegen dem Lockdown light besonders still. "Advent", die Ankunft des Herrn, findet im christlichen Glauben ihren Höhepunkt an den Weihnachtstagen. Doch wie finden dieses Jahr die Weihnachtsgottesdienste und Metten statt? Vieles ist heuer anders, zeigt unsere kleine Umfrage, und selbst die Planungen stehen noch unter der Ungewissheit, ob die Corona-Pandemie nicht auch noch darauf Einfluss nimmt.

Johannes Weismantel ist Geschäftsführer im Diözesanbüro Main-Spessart und koordiniert die geplanten Feierlichkeiten der katholischen Kirche in den Dekanaten Karlstadt und Lohr. "Alle sind sehr kreativ und stellen tolle Sachen auf die Beine. Viele ehrenamtlichen Helfer engagieren sich", freut sich Weismantel. Von 15 Uhr bis in die Nacht dürfte, so meint er, für jeden die geeignete Andacht dabei sein. Viele Angebote finden im Freien statt, so dass der Abstand gewahrt werden kann.

Zu manchen Gottesdiensten muss Anmeldung sein

Zu einigen Gottesdiensten, besonders jenen am Heiligen Abend, muss man sich anmelden. So möchten die Pfarrgemeinden vermeiden, einzelne Besucher wieder wegschicken zu müssen, weil die zulässige Personenzahl in der Kirche ausgeschöpft ist. In manchen Pfarrblättern werden außerdem Empfehlungen zur Sitzordnung gegeben, damit die erforderlichen Abstände ein gehalten werden. Frühzeitiges Anmelden ist angesagt."Manche Angebote sind sogar schon ausgebucht", weiß Weismantel. 

Abstand halten und Mund-Nase-Schutz tragen, das gehört beim Kirchgang derzeit dazu.
Foto: Daniel Peter | Abstand halten und Mund-Nase-Schutz tragen, das gehört beim Kirchgang derzeit dazu.

In Langenprozelten wird eine ganz andere Krippenfeier angeboten – geplant ist eine kurze Kinderkrippenfeier "to go". In Marktheidenfeld wird die Christmette sogar ins Internet übertragen, informiert der Geschäftsführer des Diözesanbüros. Die Kirchen vor Ort seien in der Gestaltung ihrer Gottesdienste im Rahmen der allgemeinen Vorgaben ziemlich frei, betont Weismantel.  

In Lohr heuer zwei Christvespern

Der evangelische Dekan Till Roth aus Lohr ist sich sicher, dass gerade zu Weihnachten die "Atmosphäre der Gottesdienste" für viele Menschen wichtig ist. Deshalb entschieden die Verantwortlichen, statt einer Christvesper gleich zwei anzubieten. Damit soll der erforderliche  Abstand zwischen den Gläubigen eingehalten werden können. Der traditionelle Familiengottesdienst wird auf dem Schlossplatz in Lohr stattfinden, allerdings dieses Mal ohne Krippenspiel der Kinder. "Es war eine Herausforderung, genügend ehrenamtliche Helfer zu finden, die einweisen und auf Abstände achten", berichtet der Dekan.

Der Marktheidenfelder Pfarrer Bernd Töpfer sieht die Problematik der Corona-Abstands-Bestimmungen auch hauptsächlich für Heilig Abend. "In den letzten Jahren hatten wir in vier Gottesdiensten jeweils immer etwa 1000 Besucher", erinnert der evangelische Geistliche. In der Marktheidenfelder Friedenskirche können aktuell jedoch nur 40 Besucher zugelassen werden. Deshalb weicht man hier auf den Pausenhof gegenüber der Friedenskirche aus.

"Kühnes Experiment" in Marktheidenfeld

"Die beleuchtete Fassade der Friedenskirche und die Glocken von außen bieten eine heimelige Kulisse", freut sich Bernd Töpfer. Außerdem könne im Freien mit Mund-Nasen-Schutz auch gesungen werden. Allerdings ist sich der Geistliche durchaus des Risikos eines solchen Angebots bewusst, sieht aber die positiven Dinge: "Das wird ein kühnes Experiment, aber das Geschehen in Bethlehem damals war ja auch behelfsmäßig – und kalt war es vermutlich ebenso. Nur hoffen wir natürlich, dass es nicht regnet."

In Esselbach bietet der katholische Pfarrer Alexander Eckert in diesem Jahr eine Seniorenchristmette zusätzlich an, um die Besucherzahl zu entzerren. Da das Singen leider nicht geht, werden in jedem Gottesdienst Kantoren sein, die vorsingen. "Die Gottesdienstbesucher sind eingeladen, still mitzulesen und den Text zu verinnerlichen. Das hat auch was", verspricht Eckert. Er fühlt sich in den Gottesdiensten im Hinblick auf Corona sehr sicher und auch für die Besucher ist seiner Meinung nach das Infektionsrisiko in der Kirche sehr gering.

Alle befragten Geistlichen sind sich einig: Weihnachten 2020 in der Kirche wird sicher anders als sonst, aber nicht weniger schön.

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