LOHR

Wenn die Verwandtschaft um das Erbe ringt

Der Mann steckt fest: Bei der Premiere des neuen Stücks der Lohrer Gaukler, „Denn sie wissen nicht, was sie erben?“, wurden die Besucher auch mit diesen drei Anwärtern auf Tante Withas Erbe konfrontiert, gespielt von Gerhard Kolbert, Jörg Engelhard und Georgia Viola-Richartz.
Foto: A. Brauns | Der Mann steckt fest: Bei der Premiere des neuen Stücks der Lohrer Gaukler, „Denn sie wissen nicht, was sie erben?“, wurden die Besucher auch mit diesen drei Anwärtern auf Tante Withas Erbe konfrontiert, ...

„Denn sie wissen nicht, was sie erben?“ – Mit ihrem neuen Stück begeisterten die Lohrer „Gaukler“ im ausverkauften Kulturkeller des Weinhauses Mehling. Als sich der Bühnenvorhang für die Besucher öffnet, haben sie ein wichtiges Ereignis schon verpasst. Nur noch eine umgestürzte Leiter und das sich entfernende Geräusch eines Krankenwagens lassen die Dramatik der vergangenen Minuten erahnen.

Im Wohnzimmer des Hauses bleiben zunächst ratlos Edith (Georgia Viola-Richartz) und Dietrich Buschmeier (Gerhard Kolbert) zurück. Um zu erforschen, was die betagte Tante auf der Leiter wollte, steigt auch ihre Nichte Edith nach oben und entdeckt in einem Tonkrug . . . nein, das sei hier noch nicht verraten.

„Du verplanst schon Tante Withas Vermögen für eine Töpferwerkstatt auf Mallorca“, fürchtet Ehemann Dietrich um die eigenen Pläne: „Eine Segeljacht? Mit zwei Masten?“ Es ist der Ehefrau nicht verborgen geblieben, dass er den Segelschein machen will. „Segel setzen, wenn Du noch nicht mal die Wäsche gerade aufhängen kannst?“, spottet sie.

Viola-Richartz ist die Rolle der Edith auf den Leib geschrieben. „Ein Glück, dass Du keinen Töpferschein brauchst!“, kontert Dietrich. Immerhin erweist es sich im Lauf der Geschichte als hilfreich, dass die Künstlerin das Muster ihrer Arbeiten wenig variiert. Viel variantenreicher ist dagegen die mögliche Verwendung: Unter anderem für Tante Witha Gottholds Weinbrandbohnen. Und ein Exemplar konnte die Künstlerin sogar schon verkaufen – als Urne an die Nachbarin.

Diese, „Doris Schmidt“, bei der Premiere gespielt von Rebbeca Wack, erweist sich als lustige Witwe, die sich Jugendfreund Eugen Gotthold angelt, einen weiteren Anwärter auf das Erbe. Jörg Engelhard spielt den verkannten Dichter. „Der größte Schatz im Weltgetriebe ist der Verwandten ganze Liebe!“ reimt er. Mit einer „schlagenden Rolle“ kommt Silke Hartmann als Schwester Severitas die Aufgabe zu, Ordnung in den Streit der Erben zu bringen. Und es ist an dieser Stelle sicher nicht zu viel verraten: Anders als Nichtengatte Dietrich zunächst vermutet, befindet sich Witha Gotthold mitnichten im „Tantenhimmel“. Sonst wäre den Zuschauern an diesem Abend nämlich nicht nur die großartige schauspielerische Leistung von Ditte Remmel entgangen, sondern auch das Werk von Maskenbildnerin Bettina Walch verborgen geblieben. „Es dauert 'ne Stunde bis man so alt wird, deshalb haben wir diesmal auch zwei Maskenbildnerinnen“, erläutert Viola-Richartz hinter den Kulissen.

Bis zum 16. März gilt im Mehling-Keller: „Ich hör' Dich ja, ich kann Dich nur nicht verstehen“ - „Ich versteh' Dich ja, aber ich kann's nicht mehr hören“. Auch in diesem Jahr spielen die Gaukler in zwei Gruppen an über 30 Abenden. Die zweite Gruppe: Herbert Lochner-Grossmann (Dietrich), Inge Schwab (Edith), Steffi Staub (Witha). Künstlerische Leitung: Kurt Spielmann.

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