Karlstadt

Wenn Dornen zu Blüten werden: Künstlerin stiftet Altartücher

Die Wahlkarlstadterin Ruth Borisch schenkte der evangelischen Gemeinde St. Johannist vier selbst gestaltete Paramente aus reiner Seide. Pfarrer Matthias Hörning (links) erläuterte bei einem Gottesdienst besonders das aktuell aufgehängte Motiv der Passion, in dem Violett vorherrscht.
Foto: Günter Roth | Die Wahlkarlstadterin Ruth Borisch schenkte der evangelischen Gemeinde St. Johannist vier selbst gestaltete Paramente aus reiner Seide.

Gleich vier neue Altartücher (Paramente) bekam die evangelische Pfarrkirche St. Johannis in Karlstadt. Im Rahmen eines Gottesdienstes präsentierten die Künstlerin Ruth Borisch und Pfarrer Matthias Hörning die beeindruckenden textilen Kunstwerke.

Vier (Farb)Themen zu den Kirchenjahreszeiten haben die Paramente zum Gegenstand: da ist Violett, die aktuelle Farbe der Passionszeit, die sich später im Advent wiederholt, dann das Weiß für die Christusfeste, Rot für die Kirchenfeste wie Pfingsten und zuletzt das Grün der Trinitatiszeit.

Pfarrer Hörning ging bei der Präsentation besonders auf das derzeit am Altar aufgehängte Motiv der Passion ein. Entsprechend dem Gedanken des Sonntags "Lätare" (Freuet euch!) und dem Johanneswort "Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein; wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht" zeigte er anhand des Passionsparament, wie das dunkle Violett sich aufhellt, um dann im oberen Teil das strahlende Licht der österlichen Auferstehung verspricht. Symbolträchtig ist hier auch der Dornenkranz, der beide Bereiche umfasst, aber nach den Worten von Pfarrer Hörning zwischen den Dornen auch die Blüten der Hoffnung erkennen lasse.

Ein unbekannter Spender übernahm die Materialkosten

Nachdem Kunst eine Gabe sei, die den Menschen zum Menschen mache, besonders wenn er dabei nach seinen Grundlagen fragt, habe auch das Christentum der Kunst stets ihren Raum gelassen, beispielsweise in der Gestaltung der Kirchen, so Hörning. Er dankte der Wahlkarlstadterin Ruth Borisch für die vier neuen Paramente, die sie in langer Arbeit ohne Lohn für die Johanniskirche aus reiner Seide bearbeitet, gestaltet und eingefärbt hat. Zusätzlich hatte sich noch ein unbenannter Gönner gefunden, der die Kosten für die verwendeten Materialien übernommen hat.

Anhand der Entwürfe und deren Umsetzung lassen sich mühelos nicht nur das Ergebnis einer 40 Jahre langen Erfahrung beim Umgang mit Textilkunst, sondern auch das ungewöhnliche Talent und die Leidenschaft der Künstlerin Borisch erkennen. Schon seit mehreren Jahren zeigt Borisch ihre Arbeiten in der Region in Kirchenräumen oder auch in der Arnsteiner Synagoge und will oft mit ihrer Kunst –nahe an religiösen Themen – Spurensuche zu Menschheitsfragen betreiben und sich so auch möglichen Antworten nähern.

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