Burgsinn

9000 starke Eichen in Burgsinn: Auch alte und prächtige Eichen haben ihre Erntezeit

Deutliche Fäulnisspuren am Stammfuss bestätigen Betriebsleiter Hans-Peter Breisch, dass die Ernte dieser mächtigen Eiche überfällig war.
Foto: Jürgen Gabel | Deutliche Fäulnisspuren am Stammfuss bestätigen Betriebsleiter Hans-Peter Breisch, dass die Ernte dieser mächtigen Eiche überfällig war.

Immer wieder kommt die Diskussion um die Ernte alter, wertvoller Eichen im Burgsinner Kommunalwald auf. Muss das sein? Beim Pressegespräch zur anstehenden Eichensubmission ging Bürgermeister Robert Herold auf diese Frage ein. Keines könne von einem Raubbau bei den starken Eichen gesprochen werden, betonte Herold. Er verweist auf Zahlen: Bei einer Zählung im Rahmen der Forsteinrichtung wurden über 9000 Eichen mit einem Brustumfang von 60 Zentimetern und mehr in den beiden Großrevieren "Rhön" und "Trockenbach" gezählt.

Die zuständigen Revierleiter Hans-Peter Breisch und Lukas Reith haben nach genauer Inspektion und mehrjähriger Beobachtung der Baumkronen den Erntezeitpunkt gewählt. Sehr alte Exemplare mit einem Durchmesser von 80 Zentimetern in Brusthöhe können bereits im Kern einen Fäulnisansatz zeigen und sind zur Ernte überfällig, erklären die Forstleute. Die Bäume sind im Kronenbereich geschädigt und der dortige Feinknospenanteil ist deutlich gesunken. Am Stammansatz sichtbar ist Stockfäule, die den Wert des Stammes deutlich reduziert. Auch die bereits drei Jahre anhaltende Trockenheit setzt zweifelsohne den Eichen zu. "Irgendwann haben diese Baumriesen ihr Lebensalter erreicht", sagte der gelernte Forstwirt Herold.

Die Fäulnisansätze werden bei der Ernte entfernt. Umherliegende Baumscheiben im Wald geben Zeugnis von der Notwendigkeit des Fällens. Ein beim Gespräch anwesender französischer Holzkäufer verglich das Leben der Eichen mit dem der Menschen: "Auch bei uns kündigt sich irgendwann der Lebensherbst an und Beschwerden treten auf".

Aber auch die Ökologie hat im Burgsinner Kommunalwald ihren Platz. So bleiben zahlreiche absterbende Bäume als Biotopbäume stehen und bieten Höhlenbrütern und Insekten Unterschlupf. Betriebsleiter Breisch verweist auf die nachhaltige Bewirtschaftung des Gemeindeforsts. So setzt man nicht nur auf Naturverjüngung. Der jährliche Holzzuwachs liegt deutlich über dem Hiebsatz.

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