Marktheidenfeld

Wohnen auf dem Land: 41 neue Bauplätze im Märzfeld in Altfeld

Der Marktheidenfelder Stadtrat hat den Bebauungsplan endgültig beschlossen und in der Diskussion zuvor doch wieder grundsätzliche Fragen des Bauens in Stadt und Land aufgeworfen.
Wohnen auf dem Land: 41 neue Bauplätze im Märzfeld in Altfeld

41 neue Bauplätze können am nördlichen Rand von Altfeld im sogenannten Märzfeld entstehen, vielleicht sogar einige wenige mehr. Der Stadtrat hat in seiner jüngsten Sitzung den Bebauungsplan abschließend als Satzung beschlossen. Einstimmig – obwohl in der vorausgehenden Diskussion einige Anregungen auftauchten, die eigentlich nur über den Bebauungsplan zu regeln wären. Vielleicht könnten die Ziele noch über die notariellen Verkaufsverträge erreicht werden, so die Hoffnung. Die Planung nochmal von vorne beginnen, das wollte dann doch niemand.

Landschaftsarchitekt Martin Beil (Würzburg) erläuterte eingangs kurz die Planung und die von den Trägern öffentlicher Belange eingegangen Anmerkungen. Die Grundstücke sind 500 bis 800 Quadratmeter groß und sie können mit Einzel- bzw. Doppelhäusern bebaut werden. Es gibt einen Spielplatz und dort, wo ursprünglich die dann doch verworfene Energieversorgungsanlage entstehen sollte, einen kleinen Parkplatz. Erschlossen wird das 3,88 Hektar große Gebiet über den Geißenweg und den Märzweg. 

Sorgen der Landwirte wegen Zufahrt berücksichtigt

Gegenüber der Entwurfsplanung noch aufgenommen wurde unter anderem eine Festlegung der Dachfarbe auf rot oder anthrazit, wobei keine glänzenden Ziegel verwendet werden dürfen. Weil die Landwirte Sorge hatten, sie könnten über den eventuell zugeparkten Geißenweg nicht zu ihren Äckern fahren, gab es einen eigenen Ortstermin. Das Ergebnis: Es wird eine kleine Böschung und Bepflanzung entstehen, um so das Parken an der Straße zu verleiten. 

Dirk Hartwig (Grüne) griff den Hinweis von Planer Beil auf, dass es für die 41 Bauplätze über 100 Interessenten gebe, und meinte, man könnte mit kleinen Grundstücken und höheren Gebäuden mehr Wohnraum schaffen. Schnell zeigte er auf, wie man zu sechs Bauplätzen mehr käme. Planer Beil fand dies aufgrund der Erschließung schwierig und der städtische Bauamtsleiter Wilhelm Trabel gab zu bedenken, dass man nochmal ganz neu ins Verfahren gehen müsse, wollte man die Geschossigkeit ändern.

"Die Grundstücksgrößen passen, die Leute wollen auch etwas Garten ums Haus", meinte Bernhard Kempf. Auch Helmut Adam fand, das füge sich gut ins Dorfbild ein. Hartwig wiederum regte an, sich einmal die alten Dörfer und die oft enge Bebauung dort anzuschauen. Das sah er als den eigentlichen dörflichen Charakter und nicht die Neubaugebiete mit den Einfamilienhaussiedlungen.

Über die Verkaufsverträge noch Zisternen vorschreiben? 

Was Helmut Adam gerne in die Verkaufsverträge geschrieben haben möchte: Es sollte jeder eine Zisterne bauen und statt der zweireihigen Strauchbepflanzung auf halber Grundstückslänge möchte er lieber eine Reihe Sträucher auf ganzer Länge. So etwas müsste über den Bebauungsplan geregelt werden, meinte der geschäftsleitende Beamte Matthias Hanakam. Er bezweifelte, dass sich dies über Notarverträge lösen lasse. Kempf wiederum fand, dass Zisternen nicht wenig kosten und man diese Ausgaben nicht den Bauherrn auferlegen könne.

Einen grundsätzlichen Ärger wollte Helmut Adam aber doch noch los werden. Seit 2017 mache der Stadtrat mit diesem Plan herum, da könne man doch heute auch über die Ausschreibung der Erschließung entscheiden, forderte er. "Mir fehlt jegliches Verständnis, wenn so ein Verfahren vier Jahre dauert." Bauamtsleiter Trabel nickte zwar zustimmend, musste Adam aber enttäuschen: Mit der Ausschreibung müsse man warten bis die wasserrechtliche Erlaubnis da sei. Die stehe noch aus.

Wunsch nach mehr Lärmschutz in Altfeld

Caroline Kutz nutzte die Märzfeld-Diskussion, um auf den Lärmschutz in Altfeld hinzuweisen. Von der Autobahn und der B8 her nähmen die Immissionen immer mehr zu, es sei kaum noch auszuhalten. Sie befürchtete, dass sich nach der Erschließung des Gewerbegebiets Söllershöhe die Sache noch verschlimmere. Helmut Adam, ebenso wie Kutz in Altfeld wohnend, winkte ab. Im Zusammenhang mit der Söllershöhe habe der Stadtrat über Lärmschutz gesprochen. Der sei nicht erforderlich, hätten die Fachleute gesagt. Sie hätten sich lediglich dazu bewegen lassen, auf die ganze Länge der Strecke Tempolimit 70 anzuordnen.

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