Grünenwört

Amtsgericht Wertheim: Unfallflucht kommt Lkw-Fahrer teuer

Der Vorfall ereignete sich im Juli vergangenen Jahres: Zwei Lkw stießen zwischen Grünenwört und Mondfeld mit den Außenspiegeln gegeneinander, einer der beiden Fahrer sah das allerdings nicht als Grund an, um daraufhin anzuhalten und sich um den Schaden zu kümmern. 15 Minuten später, zwischen Freudenberg und Bürgstadt, konnte die Polizei den Fahrer jedoch stoppen. Wegen unerlaubten Entfernens vom Unfallort verurteilte nun das Amtsgericht Wertheim den 54-Jährigen aus Miltenberg zu einer Strafe von 40 Mal 40 Euro und verhängte ein Fahrverbot von drei Monaten.

Der Kollege aus Oberfranken hielt nach dem Vorfall an, doch beim Zurückschauen war der andere "schon weg", berichtete er. Der Geschädigte sammelte die Spiegelteile auf, fuhr in eine Parkbucht und wartete auf die Polizei. An seinem Lkw waren durch umherfliegende Teile Lackschäden entstanden, die Werkstatt berechnete für deren Beseitigung und den neuen Spiegel insgesamt 7000 Euro.

Stau sollte vermieden werden

Der flüchtende Lkw-Fahrer hatte nach dem Unfall gegenüber der Polizei angegeben, er habe nicht angehalten, da er die Erfahrung gemacht habe, dass die Unfallgegner in solchen Situationen oft auch weiterfahren würden. Bei Gericht nannte er dagegen als Grund, andernfalls hätte es auf der engen Straße einen großen Stau gegeben. Bei ihm sei nur der Spiegel kaputt gewesen, das habe 400 Euro gekostet.

Der Angeklagte ist bisher durch zwei Ordnungswidrigkeiten aufgefallen, vor zwei Jahren fuhr er bei Rot über eine Kreuzung, 2019 wurde ihm zu geringer Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug nachgewiesen. Der Anwalt des Lkw-Fahrers bezifferte die jährliche Fahrleistung des Mandanten mit 100 000 bis 120 000 Kilometer. Komme es im Urteil zum Entzug der Fahrerlaubnis mit Sperrfrist, gehe sein Arbeitsplatz verloren.

Die Richterin betonte in ihrer Urteilsverkündung, Grund für die Verurteilung sei hier nicht die Schuld am Unfall, sondern allein das Nicht-Anhalten im Anschluss. Sie sprach von klassischer Unfallflucht, kam mit dem Fahrverbot dem Angeklagten entgegen. Nach dem Urteil entschuldigte sich der Unfallgegner beim Angeklagten wegen der Anzeige, der Angeklagte wiederum entschuldigte sich für die daraus entstandenen Umstände.

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