Wittighausen

Schnelles Internet: Bald mit 1000 MBit/s in Wittighausen

Glasfaseranschluss bis in jedes Haus, dieser Traum könnte im Main-Tauber-Kreis bald wahr werden.
Foto: Matthias Ernst | Glasfaseranschluss bis in jedes Haus, dieser Traum könnte im Main-Tauber-Kreis bald wahr werden.

Nachdem der Breitbandausbau im Main-Tauber-Kreis mit dem Anschluss der "Weißen Flecken", wie Schulen und Gewerbegebiete, fast abgeschlossen ist, plant man im Landratsamt schon weiter und geht in die nächste Ausbaurunde. Nächstes Ziel ist es, dass möglichst alle Haushalte mit dem ultraschnellen Glasfasernetz bis in die einzelnen Haushalte versorgt werden.

Mindestens 300 MBit/s will BBV Deutschland anbieten, wie Arno Marusczyk, Leiter kommunale Betreuung und Öffentlichkeitsarbeit, im Wittighäuser Gemeinderat sagte. Möglich sind aber grundsätzlich auch Geschwindigkeiten bis zu 1000 MBit/s und das sowohl im Upload, als auch im Download. "Wir bieten grundsätzlich nur synchrone Leitungen an". Anders als beim derzeitigen Kupfernetz sei das bei Glasfaser kein Problem. Man rechnet im Main-Tauber-Kreis mit Investitionskosten von 135 Millionen Euro, die man komplett "eigenwirtschaftlich", also ohne staatliche Förderung, stemmen wolle.

Alle Haushalte vorgesehen

Dabei will man neue Wege gehen. Bereits bei einer Beauftragung von 20 Prozent in einem Landkreis könne man wirtschaftlich tätig sein. Andere Anbieter legen erst bei wesentlich höheren Vertragsabschlüssen los. Grundsätzlich werden dann aber auch alle Haushalte für die Versorgung vorgesehen. Es mache keinen Sinn nur die zu bedienen, die bereits Kunden sind und dann nochmal alles aufzugraben, wenn die nächsten dazu kommen, so Marusczyk. Die Verlegung der Leerrohre für die Glasfaserkabel erfolge im traditionellen Verfahren und nicht im "Trenching-Verfahren", wobei Verlegetiefen von 60 bis 80 Zentimeter normal sind.

Man rechnet für den gesamten Kreis mit einer Bauzeit von zwei bis drei Jahren. Dafür hat man das Gebiet in einzelne Cluster unterteilt, um eine möglichst gute Bündelung der Interessen zu erreichen. Auch geht man im Vertrieb neue Wege. Es gebe beispielsweise ein monatliches Kündigungsrecht, so Marusczyk. Ansprechpartner seien grundsätzlich vor Ort und man gewährleistet, dass auch andere Anbieter das Netz der BBV nutzen können. Kommt das überwiegende OK von allen Kommunen im Kreis und herrscht eine entsprechende Nachfrage, will man bereits im ersten Quartal 2021 mit der Planung des ersten Bauabschnittes beginnen.

Mehrzahl hat derzeit maximal 16 MBit/s

Aktuell kann man in Wittighausen trotz anderslautender Meldungen über DSL Bandbreiten vom 16 bis 50 MBit/s nutzen, die Mehrzahl (69 Prozent) hängt aber immer noch bei maximal 16 MBit/s fest. Wie einschränkend ein langsames Netz ist, konnte Bürgermeister Marcus Wessels aus eigener Erfahrung erzählen (wir berichteten). Mit Homeoffice der Frau und Homeschooling der Kinder war der normale Anschluss hoffnungslos überfordert in seinem Haus.

Das sahen auch die anderen Gemeinderatsmitglieder so und nickten die weiteren Verhandlungen mit der BBV ab. Alle hoffen nun, dass Wittighausen bald in den Genuss von schnellen Glasfaserverbindungen kommt. Denn schnelles Internet sei ein eindeutiger Wettbewerbsvorteil bei Neuansiedlungen.

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