Bad Königshofen

Bad Königshofen: Der katholische Frauenbund wird 90 Jahre alt

Bad Königshofen feiert den runden Geburtstag mit Gottesdienst, Festakt und Ehrungen. Ein Blick in die Geschichte.
Der Frauenbund hat in seiner 90-jährigen Geschichte auch immer gerne gefeiert. Beim Fasching ging es zum Beispiel immer lustig zu, hier tanzte die Turngruppe des Frauenbunds im Matrosenlook auf der Bühne des Kurzentrums.
Foto: Archiv Frauenbund Bad Königshofen | Der Frauenbund hat in seiner 90-jährigen Geschichte auch immer gerne gefeiert. Beim Fasching ging es zum Beispiel immer lustig zu, hier tanzte die Turngruppe des Frauenbunds im Matrosenlook auf der Bühne des Kurzentrums.

 90 Jahre alt wird der Frauenbund in Bad Königshofen. Der runde Geburtstag wird am Sonntag, 4. August, gebührend gefeiert. Vorsitzende Dora Horn und die Vorstandschaft haben ein ansprechendes Programm vorbereitet, zu dem nicht nur die 225 eigenen Mitglieder eingeladen sind, auch die Frauenbund-Gruppen aus Wülfershausen, Fladungen, Großwenkheim und Wollbach haben ihr Kommen zugesagt, außerdem werden die Diözesanvorsitzende Edeltraud Hann sowie die Regionalvertreterin Marianne Hillenbrand erwartet. Vereine und Chöre nehmen am Festgottesdienst um 10 Uhr in der Stadtpfarrkirche teil, der von der Vorstandschaft mitgestaltet wird.

Nach der gemeinsamen Messe bildet sich ein kleiner Festzug mit Fahnenabordnungen und den Frauenbund-Zweigvereinen, die von der Stadtkapelle zur FrankenTherme begleitet werden. Dort erwartet die Festgäste ein Sektempfang, an den sich ein Mittagessen anschließt. Ab 14 Uhr geht das offizielle Programm weiter, wobei die Veeh-Harfen-Gruppe musikalisch begleitet. Ehrungen für langjährige Zugehörigkeit zum Frauenbund wird es geben, leider leben die Gründerinnen nicht mehr, wie Dora Horn mitteilte. Die ältesten Mitglieder sind Mathilde Albert, Maria Hennig und Gertrud Schmelter. Mit lustigen Geschichten und Gedichten unterhält Wilhelm Wolpert, zwischendrin gibt es eine Kaffeepause.

Gegenseitig stärken

Ein Rückblick auf die Anfänge darf an so einem Festtag nicht fehlen. Im Gründungsjahr 1929, in Zeiten von Wirtschaftskrise und Arbeitslosigkeit gab es andere Prioritäten als heute. Damals war es noch wichtig, dass sich Frauen zu Gemeinschaften zusammenschlossen, um sich gegenseitig zu stärken und Wissen zu vermitteln, beispielsweise über Säuglingspflege, Haushaltsführung, Nähen und Stricken, Kochen und Backen. Auch heute ist die Gemeinschaft wichtig, aber die Gesellschaft und damit die Aufgaben des Frauenbunds haben sich verändert.

Auszeit vom Alltag: Früher wurde auch mal auf dem Tisch getanzt, hier ein Archivbild, aufgenommen wahrscheinlich in der Rosenau.
Foto: Archiv Frauenbund Bad Königshofen | Auszeit vom Alltag: Früher wurde auch mal auf dem Tisch getanzt, hier ein Archivbild, aufgenommen wahrscheinlich in der Rosenau.

Sicher werden während der 90-Jahrfeier Erinnerungen wach an lustige Faschingsfeiern, an Ausflüge und Kurzreisen, an Informationsabende und Veranstaltungen, an Back- und Dekokurse, Heilfasten, Lach-Yoga und vieles mehr. Eine Sportgruppe sorgt dafür, dass die Frauen fit bleiben. Die eigentlichen Aufgaben des Frauenbunds liegen natürlich im sozialen Bereich.  Hier stehen der jährliche Einkehrtag, die Organisation des Weltgebetstags der Frauen und des Seniorennachmittags in der Adventszeit, das Halten von Andachten und das Ausfahren von Senioren aus den Seniorenheimen in ihren Rollstühlen im Jahresprogramm. Zu runden Geburtstagen werden Mitglieder besucht und zu Weihnachten erhalten Alleinstehende kleine Präsente, als Zeichen dafür, dass sie nicht vergessen sind.

Samentütchen

Spenden sind immer willkommen, aber die größte Einnahme für den Frauenbund ist die Bewirtung mit fränkischen Schmankerln, die jeweils während des Zwiebelmarktes in Bad Königshofen organisiert wird. Dort entsteht der Grundstock für Spenden, die in diesem Jahr nach Uganda, an Ärzte ohne Grenzen, an Schwester Gaudiosa in Afrika, an das Frauenhaus in Schweinfurt, an die Station Regenbogen und nach Ipthausen für eine Bildstocksanierung gingen.

"Wir schauen dankbar auf unsere Gründungsmütter zurück, die mit viel Weitsicht, Tatkraft und Entschlossenheit den Frauenbund gegründet haben. Sie haben den Samen in die Erde gelegt, sie haben das zarte Pflänzchen unserer Gemeinschaft gehegt und gepflegt", sagt Vorsitzende Dora Horn. Viel Gutes haben die Frauen seitdem für andere getan und für die Gesellschaft geleistet. Passend zu diesem Gedanken wird am Ende des Festgottesdienstes am kommenden Sonntag an alle Gäste ein Samentütchen verteilt.  

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